Ein Hochschulstar für Baku

Studentin Franziska Hellriegel will beim internationalen Youth Vision Song Contest in Aserbaidschan antreten

Mittweida.

Ihr Gesangstalent hat der 19-Jährigen bereits den Sieg beim Vorentscheid an der Hochschule Mittweida beschert - und ein Ticket zum eigentlichen Wettbewerb in Aserbaidschan. Ricarda Terjung hat mit ihr über die Liebe zum Gesang, Lampenfieber und die Zukunft gesprochen.

Freie Presse: Warum ist Ihre liebste Beschäftigung der Gesang, was ist das Besondere daran?

Franziska Hellriegel: Musik und besonders Gesang haben mich schon immer fröhlich gestimmt. Das fing schon in der frühen Kindheit an. Ich habe aber lange heimlich gesungen. Denn es wäre mir unangenehm gewesen, so im Mittelpunkt zu stehen.

Wann haben Sie begonnen, vor Publikum aufzutreten?

Mit etwa 13 Jahren habe ich angefangen, gern vor meiner Schulklasse zu singen. Damals hat eine Freundin mich oft auf der Gitarre begleitet. Und ich entdeckte den Tanz für mich, zum Beispiel Showtanz. Inzwischen präsentiere ich mich richtig gern vor Publikum. Ein Instrument spiele ich nicht wirklich. Nur früher ein bisschen Akkordeon. Mit einem Freund aus Leipzig habe ich ein Video, in dem ich singe, fürs Internet produziert. Das wollen wir bald öfter machen. Ich hatte auch mal eine Band, aber wir haben uns auseinandergelebt.

Wenn Sie am 15. Mai in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku um den Sieg im Youth Vision Song Contest singen, haben Sie viel Konkurrenz: Die Veranstalter - das aserbaidschanische Ministerium für Jugend und Sport sowie die Vereinigung aserbaidschanischer Studenten- und Jugendorganisationen - erwarten rund 80 Teilnehmer, die einzeln oder in Gruppen auftreten. Wie bereiten Sie sich auf den Wettbewerb vor?

Ich versuche einen sehr ausdrucksstarken Song vorzubereiten. Die Organisatoren haben mich gebeten, drei Lieder zu nennen, die ich mir vorstellen könnte zu singen. Daraus wählen sie dann einen aus, den ich vortragen darf. Ich überlege, das selbe Lied zu singen wie beim Vorentscheid in Mittweida: "Friends" der Künstler Marshmello & Anne-Marie, mit dem ich beim Vorentscheid an der Mittweidaer Hochschule gewonnen habe. Mal sehen, welche Lieder ich auswähle. Außerdem versuche ich, meine Performance und meine Präsenz zu verbessern.

Haben Sie eigentlich mit Lampenfieber zu kämpfen?

Wahrscheinlich hat jeder ein bisschen Bammel. Wenn ich die Leute im Publikum persönlich kenne, finde ich es aber schlimmer als wenn ich sie nicht kenne. Vor einem Auftritt hüpfe ich ein bisschen umher und singe den Song ein-, zweimal durch, das hilft mir.

Ihre Lieblingskünstler?

Zurzeit die Amerikanerin Anne-Marie, deren Song mich jetzt sozusagen nach Baku bringt. Sie hat eine ähnlich dunkle Stimme wie ich. Die Band Two Door Cinema Club mag ich auch gern.

Derzeit studieren Sie in Mittweida im vierten Semester Medienmanagement. Können Sie sich vorstellen, später hauptberuflich Musik zu machen?

Als ich im Raum Leipzig aufgewachsen bin, war das mein Traum. Aber es gibt so viele gute Musiker. Deshalb richte ich nicht mein ganzes Leben auf die Musik aus, das wäre mir zu unsicher. Mit meinem Studium möchte ich mir eine solide Grundlage für ein Berufsleben schaffen. Gleichzeitig wäre ich dem Schicksal nicht abgeneigt. Den Wettbewerb in Baku betrachte ich auch als weitere Chance, vielleicht später doch mit Musik zu arbeiten. Man weiß ja nie, was sich im Leben alles so ergibt.

Und wenn es mit der Musik doch nicht klappt?

Ehrlich gesagt habe ich noch keine genaue Vorstellung davon, was ich später arbeiten möchte. Ich bin ja erst 19. Vielleicht studiere ich noch einmal. Psychologie würde mich interessieren. Ich kann mir vorstellen, dafür noch einmal wegzuziehen. Nach Leipzig vielleicht oder nach Berlin.

Was wissen Sie eigentlich über Aserbaidschan?

Ich war noch nie da. Aber ich habe eine Vorstellung von dem Contest: Es wird eine große, professionelle Show sein. Der Wettbewerb findet nämlich seit einigen Jahren in der Hauptstadt Baku statt und war auch in den vergangenen Jahren als große Show aufgezogen.

Dem Sieger winken 3000 US-Dollar Preisgeld - umgerechnet etwa 2500 Euro. Für den zweiten und dritten Platz gibt es 2000 bzw. 1000 US-Dollar. Wofür wollen Sie das Geld verwenden, falls Sie gewinnen?

Auf jeden Fall würde ich es sparen beziehungsweise gut anlegen - für Zeiten, in denen ich es brauche. Oder ich würde es in irgendeiner Form in die Musik investieren.

Dann wünschen wir Ihnen viel Glück in Baku!

Dankeschön!

 

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