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Kreis schließt Rossauer Asylunterkunft

Weil immer weniger Flüchtlinge in Mittelsachsen ankommen, soll im Oktober der Betrieb des Erstverteilzentrums eingestellt werden. Doch die Prognose zur Immobilie und deren künftiger Nutzung ist unsicher.

Von Jan Leißner
erschienen am 26.08.2017

Rossau. Nachdem der Landkreis bereits mehrere Asylbewerberheime geschlossen hat, soll nun auch der erste Anlaufpunkt für Flüchtlinge in Mittelsachsen aufgegeben werden. Wie André Kaiser, Sprecher der Kreisverwaltung, gestern auf Nachfrage der "Freien Presse" bestätigte, werde der Betrieb der Einrichtung voraussichtlich im Oktober eingestellt. Es handele sich um eine "wirtschaftliche Entscheidung" infolge der stark sinkenden Anzahl der an den Landkreis zugewiesenen Asylsuchenden.

Die ursprünglich für bis zu 300Bewohner ausgelegte Unterkunft in Rossau war seit der Inbetriebnahme Anfang 2016 nie komplett ausgelastet. Derzeit sind rund 100 Asylsuchende in der ehemaligen Fabrikhalle untergebracht, schon vor einem Jahr waren es nicht viel mehr. Die derzeit noch in Rossau untergebrachten Asylbewerber sollen nun in andere Einrichtungen in Mittelsachsen umziehen, etwa nach Mobendorf, Lunzenau oder Döbeln oder in angemietete Wohnungen.

In diesem Jahr kamen Kreissprecher Kaiser zufolge immer weniger Asylsuchende nach Mittelsachsen, bis Ende Juli seien es 294 gewesen. Eine Prognose gebe es von der Landesdirektion bis Jahresende zwar nicht, "wir rechnen aber mit Zahlen zwischen 25 und 50 Personen durchschnittlich im Monat", so Kaiser. Der August sei da eine Ausnahme mit 80Asylsuchenden.

Das Erstverteilzentrum in Rossau hatte im Kreis bisher eine besondere Aufgabe: Asylbewerber, die Mittelsachsen vom Freistaat zugeteilt bekommt, kommen dort an, bevor sie an die Kommunen weiterverteilt werden. Damit war Mittelsachsen der einzige Kreis im Freistaat, der ein solches Modell praktizierte. Das habe sich auch nach Ansicht der Kreisverwaltung bewährt. "Denn die Registrierung und Aufnahme der Asylsuchenden in den Landkreis konnte geordnet erfolgen, ebenso die Weiterleitung an die weiteren Unterkünfte", so Kaiser. Wo künftig diese Aufgaben angesiedelt werden, ist noch offen. Die Arbeitsgruppe Asyl des Kreistages werde zum "Gesamtkomplex" im September beraten.

Auch über die künftige Nutzung der Rossauer Immobilie sei noch nicht entschieden, so Kaiser. Zumindest bestätigte er "Überlegungen", den Standort vorübergehend zum Beispiel als Bildungseinrichtung zu nutzen. Doch das bedürfe einer längeren Vorplanung. Es sei aber auch nicht ausgeschlossen, dass dieses Erstverteilzentrum reaktiviert wird, sollten wieder deutlich mehr Asylsuchende nach Mittelsachsen kommen.

Immerhin hatte der Kreis viel in den Standort investiert: Nach früheren Angaben wurden allein für den Erwerb der Immobilie - einer ehemaligen Fabrikhalle im Gewerbegebiet - etwa 1,5 Millionen Euro ausgegeben. Später wurden die Gesamtkosten für Kauf und Umbau mit rund 2,27 Millionen Euro angegeben. Die zuvor leerstehende Fabrikhalle gehört jetzt der Saxonia Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft. Landkreis und Stadt Freiberg sind je zur Hälfte deren Gesellschafter. Laut Kaiser soll die Immobilie des Erstverteilzentrums bei dem Unternehmen verbleiben.

Zum Politikum avancierte die Unterkunft in Rossau, nachdem sich im Juli 2016 Flüchtlinge öffentlich über die Zustände im Erstverteilzentrum beschwert hatten, der Sächsische Flüchtlingsrat sprach von Mängeln bei Essen, Sauberkeit und Ruhe. Das Landratsamt wies die Vorwürfe zurück, auch die Landesdirektion stellte keine Mängel fest. Linke-Landespolitiker wie Juliane Nagel und Falk Neubert kritisierten danach die Entscheidung des Landrates, dem Flüchtlingsrat und den Landtagsabgeordneten den Zutritt zur Rossauer Unterkunft zu verweigern.

 
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Kreis schließt Rossauer Asylunterkunft
Gemeinschaftsunterkünfte nicht ausgelastet
 
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