Jetzt will auch Falkenstein seine Energiefresser ausmerzen

Warme Schulkeller, fehlende Thermostate, ständig offene Fenster und Türen: An vielen Stellen wird bislang Geld vergeudet. Dies soll abgestellt werden. Andere Kommunen sind schon länger damit befasst.

Falkenstein.

Frieren muss niemand in der Trützschler-Oberschule - selbst im Keller lägen die Temperaturen in der Heizperiode bei 22 Grad, schilderten Energiemanagerin Doris Wildgrube und Energietechniker Andreas Heller zur jüngsten Ratssitzung. Und diese wohlige Wärme wird erreicht, obwohl sich einige Kellerfenster gar nicht mehr schließen lassen. Auch die Haupteingangstür sei bisher ständig offen: "Es steht zwar dran, man soll sie schließen - aber das macht ja niemand", so Doris Wildgrube. Die Schöneckerin spürt gemeinsam mit Heller, der ansonsten Bauhofleiter in Falkenstein ist, im Rahmen eines fünfjährigen Projektes die Energiefresser in kommunalen Gebäuden auf. Das Vorhaben wird von der Sächsischen Energie-Agentur (Saena) gefördert.

In den letzten Monaten hat das Duo bereits etliche Schwachstellen vor allem in den Schulen und Kitas der Stadt entdeckt. Ihr Haupt-Kritikpunkt: Die Hausmeister seien bisher "durchweg nicht in der Lage", die komplizierte Steuerungstechnik der Heizungen entsprechend dem wechselnden Bedarf einzustellen. Dazu sollen sie nun geschult werden - die Lernbereitschaft sei groß.

Erstmals seit der Wende wird der Energie- und Wasserverbrauch von 22 städtischen Gebäuden erfasst und ausgewertet. Dieser kostet bisher rund 350.000 Euro pro Jahr. Schon 2018 sollen 8500 Euro eingespart werden, zum Abschluss des Vorhabens will man die Kosten um zehn Prozent jährlich, also 35.000 Euro, drücken. "Dieses Ziel ist realistisch", sagt Doris Wildgrube. In der Trützschler-Schule wurde zum Beispiel auch entdeckt, dass es in der Aula wohl noch nie Thermostate gab - dies war durch die Wandverkleidung bisher nicht sichtbar. In der Kita "Knirpsenland" ließ sich die Heizung in Folge einer Baumaßnahme gar nicht mehr steuern. In Dorfstadt wurden Schule und Turnhalle von Montag bis Sonntag durchgängig von 3.15 bis 20 Uhr geheizt - künftig beschränkt man sich auf die notwendigen Zeiten, die Turnhalle wird abgetrennt und separat geschaltet.

Frieren soll auch künftig niemand - aber der Verschwendung soll ein Riegel vorgeschoben werden. "Die Nutzersensibilisierung ist das A und O, wir müssen die Leute mitnehmen", so Energiemanagerin Wildgrube, die seit über 20 Jahren in dem Metier tätig ist. Sie deutete an, dass nicht alle Einrichtungsleiter so viel Verständnis zeigten wie die Hausmeister. In den Sommermonaten will sich das Duo nun mit dem Wasserverbrauch befassen. In diesem Sektor lässt sich zwar nicht ganz so viel einsparen wie in Sachen Wärme, aber einige Potenziale sollen dort auch schlummern.

Vorreiter ist die Stadt Falkenstein in Sachen Energiesparen nicht gerade: "Die Verbräuche unserer Gebäude erfasst haben wir schon vor sechs Jahren", sagt Patrick Zschiesche, Bauamtsleiter in Auerbach. "Seitdem gibt es ein internes Energiemanagement." Trotzdem habe sich Auerbach jetzt um die Aufnahme in ein Saena-Projekt beworben: "Wenn etwa ein neuer Gaskessel angeschafft werden muss, braucht man schon spezielles Wissen."

In Rodewisch, Treuen und Lengenfeld untersuchen Energiemanager bereits seit 2016, in welchen Gebäuden zu viel Wärme oder Strom verbraucht wird. Auch dieses gemeinsame Vorhaben läuft über die Sächsische Energie-Agentur, statt fünf Jahre dauert dieses drei.

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