Manege frei auf dem Festplatz: Zirkus kommt mit neuen Ideen

Ab heute können die Besucher im Circus Voyage in Falkenstein wilde Tiere und Artistik bestaunen. Neben einer Neuheit aus viel Wasser, tritt ein Thema als Dauerbrenner auf.

Falkenstein.

Als dritte Station in dieser Saison hat der Circus Voyage seine Zelte an diesem Wochenende in Falkenstein aufgeschlagen. Hier zeigen die zehn Artisten, der Clown Sepp und 80 Tiere, darunter vier Elefanten, zwei Giraffen, Jedi das Flusspferd sowie Kamele, Pferde und Gänse, was sie drauf haben.

Das Besondere in dieser Saison ist die Wassermanege im Circus Voyage: Für den ersten Teil der insgesamt 140-minütigen Vorstellung wird die Manege mit 150 000 Litern Wasser gefüllt. In der Mitte des Wassers verbleibt eine Insel und eine Hebebühne, auf der die Artisten auftreten. Im zweiten Teil der Vorstellung werden Motorräder an den Innenwänden der "Power Kugel", einer Stahlkugel mit 5 Metern Durchmesser, entlang sausen - sind sie zu langsam, stürzen sie ab. Bei der Säbel-Balance werden auf einem Säbel Gläser aufgestapelt - das Besondere: der Säbel wird allein mit dem Mund balanciert. Alicia (19) die Meerjungfrau und Tochter des Zirkusdirektors zeigt Artistik, weit oben, in der Zirkuskuppel.

Und was machen die Tiere? Auf der Wassermanege schwimmen einige Gänse, als Statisten, scherzt Michaela Richter. "Sonst sind das unsere Wachhunde. Denn sie fauchen und beißen." Die Giraffen kommen in die Manege - und die Zuschauer in der ersten Reihe bekommen das Futter. Aber nicht zum selber essen: "So können die Zuschauer die Tiere selbst füttern und hautnah erleben", erklärt Michaela Richter (50). Sie ist die Schwester der Direktorengattin, einstige Artistin und jetzt zuständig für "Werbung, Zuckerwatte und Organisation".

Auch das 38-jährige Flusspferd Jedi muss bei seinem Auftritt nicht elegant durch einen brennenden Reifen hüpfen. "Der stellt sich auf die Bühne, lässt sich ansehen und sperrt sein riesiges Maul auf." Die Lebensbedingungen für die Tiere im Circus Voyage seien auf einem hohen Niveau: Heute würden die Tiere spielerisch mit Futter dressiert. Wie Bettina Thoß, Amtliche Tierärztin des Vogtlandkreises mitteilt, werden die Haltungsbedingungen aller mitgeführten Tiere kontrolliert.

Die gesetzlichen Grundlagen und Vorgaben für die Kontrollen fänden sich im Tierschutzgesetz, in der Zirkus-Leitlinie und auch im Säugetier-Gutachten. "Die Tiere werden einzeln in Augenschein genommen. Die mitgeführte Ausrüstung wird begutachtet. Verletzungsgefahren für die Tiere sollen so ausgeschlossen werden." Ferner spielten auch angewandte Trainingsmethoden bei den Kontrollen eine Rolle. Bei bisherigen Kontrollen war alles ok. Wenn die Ärzte keine Beanstandungen haben, und die Tierschützer dennoch von Tierquälerei sprechen, wundert sich Michaela Richter. Die Tierschützer würden nie mit ihnen, den Leuten vom Zirkus reden. Sondern anonym und aggressiv auftreten und beispielsweise Werbe-Poster zerstören. "Als wir vor zwei Wochen in Zwickau gastierten, wurden etwa 200 unserer Schilder zerstört, zerschnitten, besprüht. Sie zu ersetzen ist teuer." Steckt der Zirkus in der Krise? "Nein. Ins Zelt passen knapp 1000 Menschen. Solange ein Viertel davon da ist, ist alles gut", so Michaela Richter: "Eine Krise wäre, wenn keiner mehr kommt."

Vorstellungszeiten: heute um 18 Uhr, morgen um 16 und 19.30 Uhr, Sonntag um 15 Uhr. Sonntag ist Familientag: 10 Euro Eintritt auf allen Plätzen; Loge 15 Euro. Am Freitag ist Muttitag: Für Mütter halber Preis.

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