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Das Foto entstand am 26. Dezember vorigen Jahres in Berlin, als der Friedensmarsch für Aleppo startete. Rechts im Bild: Thomas, Anna und Hanna Alboth.

Foto: Thomas Alboth

Frieden - im Selbstlauf nicht zu erreichen

Vor einem Jahr brachen Anna und Thomas Alboth Richtung Syrien auf: Mit anderen sollte es zu Fuß nach Aleppo gehen. Was daraus geworden ist.

Von Sabine Schott
erschienen am 27.12.2017

Berlin/Plauen. In diesem Jahr verbringen Anna (33) und Thomas Alboth (39) zusammen mit den Töchtern Hanna (8) und Mia (6) die Weihnachtstage in Polen, Annas Heimatland. Dorthin fuhren der gebürtige Plauener und seine Familie mit dem Auto. Nein, dieses Mal wollten sie nichts Besonderes machen, und über die Entscheidung sind sie froh. Ein normales Weihnachten feiern, das möchten die Alboths.

Weihnachten 2016 war nämlich nicht so entspannt. Damals lag die Vorbereitung von Alboths Friedensmarsch für Aleppo in den letzten Zügen. Am ersten Feiertag ging es los, zusammen mit Hunderten anderen, die freilich immer weniger wurden. Doch warum stand gerade Aleppo in Syrien als Ziel? Thomas Alboth: "Wir wollten unsere Hilflosigkeit in Aktion verwandeln. Wir wollten die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass im hart umkämpften Aleppo Zivilisten sterben. Wir planten nicht, in die Politik einzusteigen - aber wir wollten ein Ende der Bombardierung und Korridore für Hilfstransporte, sodass den Menschen geholfen werden kann."

Die Idee, einfach loszulaufen und so öffentliches Interesse auf die Lage zu lenken, hatte Anna Alboth. "Wir hatten einen Flüchtling aus Aleppo bei uns aufgenommen und mit ihm viel über seine Heimatstadt und seine Familie gesprochen", berichtet die Journalistin und Bloggerin. Einfach nur zuzusehen, wie Menschen dort sterben, das habe sie nicht mehr gewollt. Von Berlin aus ging es die Fluchtroute vieler Syrer entlang - nur rückwärts.

Die acht Monate des Marsches waren kein Spaziergang und hatten nichts mit Urlaub zu tun. Auch für die Familie und Partnerschaft sei der Marsch eine Belastung gewesen, räumt Anna Alboth ein. Während sie als Initiatorin von Anfang bis Ende mitlief, war Thomas schon bald mit den Kindern wieder zurück in Berlin. Der Freiberufler musste Geld verdienen, die Mädchen in die Schule.

Bei dem "Bürgermarsch für Aleppo" genannten Friedenslauf gelangten die Teilnehmer über elf Länder, unter anderem Slowenien, Kroatien und Griechenland nach Syrien. Es wurde gelaufen - ob bei minus 16 in Tschechien oder 40 Grad im Libanon. An der libanesisch-syrischen Grenze kamen die Aktivisten nach 3000 Kilometern im August an. Menschen aus Aleppo trafen sie dort in Flüchtlingslagern. Die Aktion habe ihnen Mut und Kraft gebracht, sich nicht aufzugeben. Noch immer werden Städte bombardiert. Zur Zeit kämpfen die Alboths mit einer Briefaktion gegen die katastrophalen Zustände in überfüllten Flüchtlingscamps auf der griechischen Insel Lesbos.

Nach Plauen kommen sie bald, um die Großeltern zu besuchen www.letterforlesbos.tfwb.eu

 
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