16 Fohlen schaffen den Sprung zum Championat

Zur Fohlenschau in Lengenfeld brachten Züchter knapp 50 Stuten und ihren Nachwuchs mit. Alle hofften sie auf eine möglichst gute Bewertung. Eine Qualifizierung fürs Championat ist für jeden Züchter ein Gewinn.

Lengenfeld.

Die Stutfohlen der Deutschen Sportpferde sorgten bei der Fohlenschau am Dienstag auf dem Lengenfelder Reitplatz für ungewöhnliche Ergebnisse: Sechs der zehn weiblichen Fohlen der Sportpferde qualifizierten sich für das Sächsische Fohlenchampionat Kalkreuth. Das heißt, sie erreichten 25 oder mehr Punkte bei der Bewertung. Aufhorchen ließen auch die Hengstfohlen der Shetlandponys: sechs Tiere, vier Qualifizierungen. Zu der Veranstaltung hatte der Vogtländische Pferdezuchtverein und Pferdezuchtverband Sachsen/Thüringen eingeladen.

Insgesamt sicherten sich 16 Fohlen der vorgestellten 49 Stuten eine Fahrkarte zum Championat. Zu den Züchtern aus dem Vogtland, die mit Championatsfohlen den Heimweg antraten, gehören: Dieter Möckel aus Bergen, Henry Heckel und Hardy Heckel aus Lengenfeld, Familie Ebert aus Dorfstadt, Gunter Haase aus Pöhl, Anja Stehl aus Falkenstein, Constanze Schmidt aus Jößnitz und Klaus Gitter aus Schöneck.

Für die Züchter ergeben sich mit einem sehr guten Abschneiden bei der Fohlenschau oftmals bessere Chancen auf dem Pferdemarkt, der laut der Landstallmeisterin der Sächsischen Gestütsverwaltung in Moritzburg, Kati Schöpke, seit dem vorigen Jahr wieder etwas angezogen hat.

Auch Franz Klötzer, der Vorsitzende des Vogtländischen Pferdezuchtvereins, sieht in einem guten Abschneiden der Fohlen vor allem bessere Marktchancen: "Auf die großen Auktionen kommt man nur mit guter Qualität. Die Auktionatoren suchen sich die Fohlen mit den besten Verkaufschancen aus." Insgesamt sieht er die vogtländischen Pferdezüchter auf einem guten Weg: "Nicht die Menge zählt, sondern die Qualität." Die bewege sich besonders bei den Sportpferden in diesem Jahr auf einem guten Niveau.

Traditionsgemäß überwiege in der vogtländischen Pferdezucht die Anpaarung der Stuten mit springbetonten Hengsten, so Schöpke. "Dressur spielt im Vogtland eine untergeordnete Rolle. Trotzdem haben wir heute ein paar Fohlen hier mit einer Dressurabstammung." Die hiesige Deckstation in Plohn halte ausschließlich Hengste für die Springpferdezucht bereit. "Wir bieten aber dressurbetonte Hengste über die künstliche Besamung an", ergänzt die Landstallmeisterin.

Für Schöpke sind die Fohlenschauen auch immer eine gute Gelegenheit, die Vererbungstendenzen der Hengste zu beobachten. "Stellen wir fest, dass ein Hengst nicht zur hiesigen Stutenpopulation passt, tauschen wir ihn aus", so Kati Schöpke.

Die Landstallmeisterin, Zuchtleiter Matthias Karwarth und Franz Klötzer bewerteten gemeinsam die Fohlen. "Wir vergeben Punkte für den Typ, das Exterieur und die Bewegung", so Schöpke. Beim Typ geht es um Körperharmonie und Rasse. Das Exterieur gibt Auskunft über den Körperbau. Außerdem wollen die Bewerter alle drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp sehen. Für die Fachleute gibt es dabei eine Art Faustregel für den günstigsten Zeitpunkt der Bewertung: "Mit drei Tagen, drei Wochen und drei Monaten präsentieren sich die Tiere am besten, weil sie gleichmäßig entwickelt sind", so Schöpke. So lässt sich auch erklären, dass das knapp drei Wochen alte Fohlen der Familie Ebert aus Dorfstadt auch schon 25 Punkte bekam und zum Championat reisen darf.

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