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Robert Seidel und Severin Zähringer (rechts) mit dem ersten Happening-Plakat aus dem September 2013 und demneusten, das auf das 50. Konzert am 24. Januar 2018 verweist. Die Konzertreihe soll einen Farbtupfer setzen, der dem Leben in der Stadt Reichenbach gut zu Gesicht stehe.

Foto: Franko Martin

"Es war uns zu langweilig"

Robert Seidel und Severin Zähringer über ihre Veranstaltungsreihe in Reichenbach und die Pläne für 2018

Die ortsansässige Agentur Realitätsverlust hat seit 2013 die Happening-Reihe in Reichenbach etabliert. Vom Street- und City-Happening bis zu den beliebten Bürokonzerten spannt sich der Bogen. Vor dem Jubiläumskonzert sprach Gerd Betka mit den beiden 29-jährigen Agenturchefs Robert Seidel und Severin Zähringer.

"Freie Presse": Was war die Idee dahinter, als Sie am 27. September 2013 das erste Happening mit Folk-Pop im Neuberinhaus veranstaltet haben?

Severin Zähringer: Es war uns zu langweilig in Reichenbach. Also haben wir es angepackt. Die Happening-Konzerte sollten mehr Leben in die Stadt bringen. Ein bisschen egozentrisch war das schon.

Am 24. Januar ruft bereits das 50. Konzert. Hatten Sie gedacht, dass sich das Ganze so gut in Reichenbach etabliert?

Robert Seidel: Ja, aber anders. Anfangs wollten wir alle zwei Monate ein Happening-Konzert im Neuberinhaus veranstalten. Aber es kamen nicht genug Leute, und so hat es sich nicht gerechnet. Angesagte Bands waren indes unbezahlbar. Stars von gestern oder Coverbands wollten wir nicht. Zähringer: Wir lieben das Unbekannte. Bei den Happenings ist daher Gesetz: Es treten Original-Künstler mit ihren eigenen Songs auf.

Wie fällt die Konzert-Bilanz in Zahlen aus?

Zähringer: Wir hatten sieben Happenings im Neuberinhaus und eines in der Vogtlandhalle Greiz. Dazu kamen seit 2014 fünf Street-Happenings in der Zenkergasse, 2015 ein "La Festival de Happening", 2017 das erste City-Happening mit zehn Solisten und Bands sowie seit 2015 mittlerweile 34 Bürokonzerte.

Die Bürokonzerte sind Kult. Wie ging es damit los?

Zähringer : Ein Booker hatte uns ein Konzert mit Tigeryouth angeboten. Die Idee, daraus ein Bürokonzert zu machen, stammte von uns, und das kam beim Booker gut an. Der Vollblutmusiker bestritt schließlich unser drittes Bürokonzert. Den Auftakt aber machten Boe van Berg am 19. Februar 2015. Im Schnitt kommen 60 Leute zu den Bürokonzerten. Damit sind wir sehr zufrieden.

Bei maximal 4 Euro Eintritt ist da das große Geld nicht drin ...

Seidel: Darum geht es auch nicht. Die meisten Künstler kommen gegen freie Kost und Logis. Wir haben mehr Anfragen als freie Termine. Uns macht es Spaß. Und die Reichenbacher haben die Konzerte als Möglichkeit entdeckt, unter der Woche bei einem Drink zu entspannen, sich mit anderen auszutauschen und der Musik zu lauschen.

Woher kamen die Künstler?

Zähringer: Aus ganz Deutschland. Aber wir hatten auch Musiker aus Neuseeland, Australien, Kanada, den USA, Irland - und demnächst kommen welche aus der Schweiz und Österreich.

Und etliche waren schon mehrfach da ...

Zähringer: Ja, sie kommen gerne wieder. Wir legen halt Wert auf die persönliche Note: Das gemeinsame Frühstück gehört ebenso dazu wie ein Stadtrundgang oder ein Abstecher zur berühmten Göltzschtalbrücke. Das kommt gut an.

Was war Ihr persönliches Highlight?

Zähringer Das erste Bürokonzert mit Boe van Berg. Weil das Duo so prima ankam ... Seidel: ... und unsere Mitarbeiterin Lisa am nächsten Tag erzählt hat, dass sie schwanger ist.

Wer tritt denn beim 50. Konzert am 24. Januar auf?

Zähringer: Zwei Songwriterinnen, die erstmals zusammen auf Tour sind: Gina Été, die als Schweizer Antwort auf Björk gilt, sowie Faira alias Sophia Spieß aus Köln. Fragile, melancholische Lieder, teils mit Gitarre, teils mit Geige und Piano.

Was ist noch 2018 geplant?

Zähringer: Am 11. März steigt das zweite City-Happening mit zwölf Künstlern an zwölf Orten in der Innenstadt. 500 Besucher im letzten Jahr haben uns motiviert, mit dem Gewerbeverein die zweite Auflage anzugehen. Dazu kommen bis Ende Mai weitere sechs Bürokonzerte. Seidel: Am 11. Mai haben wir uns mit Kostron & sein Manager einen Traum erfüllt. Die beiden bieten witzigen Da-Da-Punk aus Wien. Und bei 108 Fahrenheit am 28. Mai steht mit Sänger Kai Niemann ein Top-10-Hit-Sänger (2001, "Im Osten") auf der Bürobühne.

Die Happening-Reihe ist eng mit der Entwicklung Ihrer Firma verknüpft. Im Dezember 2012 wurde die Marketing- und Event-Agentur Realitätsverlust in Reichenbach eröffnet. Was waren die Meilensteine?

Zähringer: Das Marketingkonzept für die Stadt Greiz, der Winterzauber und der Tag der Architektur für die Woba Reichenbach und unser Mietshop Cherry Cake.

Ist es immer noch langweilig in Reichenbach?

Seidel: Aus unserer Sicht ist heute mehr los als noch 2013. Es hat sich gebessert. Zähringer: Die neue Bar ist ein Lichtblick. Aber sonst ist da noch viel Luft nach oben, wenn es gilt, mehr Leben in die Stadt zu bringen. Vor allem an den Abenden unter der Woche. Für uns ist das Ansporn, nicht nachzulassen.

 
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