Fachleute für Sicherheit knüpfen Kontakte nach Israel

Vertreter des Unternehmens Esra aus Reichenbach besuchten jüngst eine Messe in Tel Aviv. Daraus können Geschäftsbeziehungen entstehen, so die begründete Hoffnung.

Reichenbach.

Grit und Friedrich Strobel von der Firma Esra GmbH aus Reichenbach waren zusammen mit 60 Vertretern aus Deutschland bei der Internationalen Konferenz und Messe Israel HLS & Cyber 2016 in Tel Aviv. Während in politischen Diskussionen wie beispielsweise beim Jerusalem-Talk der Heinrich-Böll-Stiftung darüber debattiert wird, ob Deutschland in Sachen Sicherheit mit Israel kooperieren soll, machen Firmen, Institutionen und Verbände Nägel mit Köpfen.

Zur Delegation, deren Teilnahme über die Handelsabteilung der israelischen Botschaft in Berlin organisiert wurde, gehörten laut Friedrich Strobel auch Vertreter aus Bundeskriminalamt, Verteidigungsministerium oder von Sicherheitsunternehmen. Den Reichenbacher Geschäftsführer interessierte weniger der Bereich der Computerkriminalität. Er schaute sich vor allem bei Anbietern im Bereich Homeland-Security (HLS) um, also dem Heimatschutz im weiten Sinne. Dazu gehören Sicherungen gegen Einbruch oder Brand, der Gebäudeschutz oder die Videoüberwachung. Friedrich Strobel dazu: "Das ist unser Bereich. Mit Computerkriminalität haben wir weniger zu tun. Dieses Thema war beispielsweise interessant für Banken und Unternehmen zum Schutz vor Hackerangriffen."

Für sich selbst hat Friedrich Strobel nach dem Aufenthalt in Tel Aviv mehrere Schlussfolgerungen gezogen: "Firmen bei uns haben allerhand Hausaufgaben zu erledigen, denn in vielen Dingen hinken wir wenigstens drei Schritte hinterher. Israelische Firmen, egal ob Startups oder gestandene Unternehmen, sind unheimlich innovativ. Die Sicherheit ist für Israel überlebensnotwendig und hat höchste Priorität." Im Rahmen der Messe hat der Geschäftsführer neue Produkte kennengelernt. Zu fünf Unternehmen wurden konkrete Kontakte geknüpft. Friedrich Strobel kann sich gut vorstellen, mit zwei oder drei Anbietern Geschäftsbeziehungen einzugehen. Dafür will er in den kommenden Wochen Muster testen und mit seinen Kunden über die Angebote sprechen.

Ein für Esra interessantes Produkt sind seismische Sender, die Firmeneinfahrten oder Grundstücke überwachen können. Der Geschäftsführer: "Bisher mussten wir jede Menge Leitung verlegen, um einen unsichtbaren Zaun aufzubauen. Dazu wurden Genehmigungen eingeholt und Straßen großflächig aufgegraben, was viel Zeit und Geld kostete. Die Israelis haben einen völlig neuen Ansatz." Die fast schon winzigen seismischen Sensoren mit einen Aktionsradius von 4,50 Metern lösen bei Erschütterungen aus. Sie benötigen lediglich einen Stromanschluss mittels Akkubox und eine Internetverbindung, die über Funk funktioniert. Ein zweites Beispiel ist eine fast ohne Personal arbeitende Gepäckkontrolle, die bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen oder Festivals eingesetzt werden kann. Sie erkenne selbst Feuerwerk, wie es auf Fußballplätzen oft gezündet wird. Das Ehepaar hat zudem an einer Flughafen-Exkursion teilgenommen, bei der modernste Technik vorgeführt wurde.

Die Abendveranstaltung für die deutschen Teilnehmer der Reise nutzten Strobels zum Informationsaustausch mit anderen Vertretern der Sicherheitsbranche. Den Aufenthalt in Israel rundete eine Stippvisite im christlichen Kibbuz Bet El ab, der von der Deutschen Emma Berger für Holocaust-Überlebende gegründet wurde. Dort werden Luftfiltersysteme produziert, wie sie Israel für Schutzräume verwendet. Friedrich Strobel: "Sie sind auch für die zivile Anwendung geeignet, zum Beispiel bei Chemieunfällen."

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