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Ein Zug mit Nato-Panzern fuhr für jedermann sichtbar durchs Vogtland gen Osten. Aber wohin? Behörden und Bahn schweigen.

Foto: Gero Fehlhauer

Geheimniskrämerei um Panzer-Transportzug

Ein zufällig geschossenes Foto zeigt einen Militärtransport. Behörden halten sich bedeckt. Die Deutsche Bahn AG schweigt.

Von Ulrich Riedel
erschienen am 07.10.2017

Reichenbach. Ein mit Panzern beladener Zug ist am Donnerstag zwischen 9 und 10 Uhr durchs Vogtland in Richtung Dresden oder Leipzig gerollt. Während sich üblicherweise unter Bahnfans auffällige Zugbewegungen herumsprechen und Hobby-Fotografen an der Strecke lauern, war es diesmal anders.

Der Heimatforscher und Autor Gero Fehlhauer wurde auf einem seiner Streifzüge zufällig Zeuge der Einfahrt in Reichenbach und schoss mit seiner Handy-Kamera Fotos. Fehlhauer wunderte sich, dass er keinen Eisenbahnfotografen antraf. "Vielleicht war der Panzerzug diesmal gar nicht bekannt", sagt er.

Das bestätigt der Eisenbahn-Fotograf Volker Jacobi aus Fraureuth. Er habe vorher nix gehört. Auffällig sei, dass derlei Züge oftmals nicht zu den angegebenen Zeiten fahren.

Der Farbgebung nach dürften es keine deutschen Panzer sein, auch das Bundeswehr-Kreuz fehlt. Es sehe eher nach der US-Army aus. Vielleicht auf dem Weg ins Baltikum? Gero Fehlhauer würde diese Vorstellung angesichts der brisanten Lage in Osteuropa beunruhigen.

Bundesweit gibt es Berichte über Transporte von Panzern und in Container verstautes US-Kriegsgerät ins Baltikum. Mancher Lokführer oder Mitarbeiter der DB und ihrer Tochter DB Schenker bringe der Waffentransport in Gewissensnöte.

Was also hat sich da durchs Vogtland bewegt? Die Deutsche Bahn AG gibt dazu keinerlei Auskunft. Holger Auferkamp, DB-Sprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, verweist auf "Kundendaten", die das bundeseigene Unternehmen nicht preisgebe. Zwei "Freie Presse"-Anfragen bei der Bundeswehr blieben bis gestern Abend unbeantwortet. Die Pressestelle der US-Armee Garnison Bavaria in Grafenwöhr blieb gestern telefonisch unerreichbar. Aus Sachsens Innenministerium hieß es, zuständig sei die Bundespolizei.

Ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Klingenthal bestätigte gestern die Zugbewegung der Nato- Streitkräfte. Nähere Angaben könne nur die Deutsche Bahn machen.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
5
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 10.10.2017
    21:21 Uhr

    Zeitungss: Für den einen roten Daumen, wer immer es war, werden diese Regularien auch in Zukunft nicht geändert.

    0 4
     
  • 08.10.2017
    10:27 Uhr

    Zeitungss: Wer die Gepflogenheiten bei Militärtransporten bei der Bahn nicht kennt, sollte die Zeitung nicht mit diesem Thema füttern. Es war schon IMMER so, dass derartige Transporte der Geheimaltung aus verständlichen Gründen unterliegen, was eigentlich schon alles sagt. Für die Durchführung gibt es klare innerbetriebliche Regeln, welche der Öffentlichkeit nicht zugängig sind und ich diese hier auch nicht veröffentlichen werde. Wenn der V. Jakobi im Vorfeld nicht über diesen Transport unterrichtet wurde, ist das für ihn nicht schön, aber als ehemaliger Lokführer bei der DB sollte er die Verfahrensweise bei solchen Transporten noch kennen. Es handelt sich eben nicht um einen gewöhnlichen Sonderzug mit veröffentlichten Fahrzeiten, Start und Ziel um den Fotografen die besten Standorte zu verschaffen. Wem die Sache so sehr wichtig ist und deshalb nicht mehr schlafen kann, sollte zum Telefon greifen und beim BVM, ansässig in Berlin, sein Glück versuchen.

    1 7
     
  • 07.10.2017
    23:15 Uhr

    Pixelghost: @Pragmatiker, 1. ich habe den gesamten Artikel gelesen. 2. bei FB gibt es eine rege ?Korrespondenz? unter dem dort verlinkten Artikel. Dieser Zug wurde Reichenbach, Oederan, Mittweida und in Leipzig gesehen. In Leipzig konnte er aufgrund des Sturmes nicht weiter fahren. Es gibt deutliche Hinweise, dass dieser Zug NICHT nach Osten fährt, sondern in den Westen nach Bremerhaven. Von dort soll es in die Staaten gehen.
    Zumindest hat das einer geschrieben, der sich per Hobby mit den Stationierungen der USARMY beschäftigt.

    0 5
     
  • 07.10.2017
    20:02 Uhr

    Pragmatiker: @pixelhorst: Den ganzen Artikel gelesen, oder nur die fette erste Zeile?? Ich kann hier keinen Widerspruch zwischen Überschrift, Text und Foto erkennen, obgleich mich der Sachverhalt erschreckt.

    5 8
     
  • 07.10.2017
    17:42 Uhr

    Pixelghost: Da fährt ein Transportzug mit Panzern offen durch die Lande, jeder kann ihn sehen und die FP titelt ?Geheimskrämerei?? Das ist ja lachhaft.

    10 6
     
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