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Stephanie und André Schaller mit ihren Kindern Janine (7 Monate), Nicole (6 Jahre), Marek (4) und Janek (2, von links). Janeks Diagnose lautet Zerebralparese. Eine große Herausforderung für die ganze Familie.

Foto: JB Steps

Janek und die teure Therapie: Schallers brauchen dringend Hilfe

Die vogtländische Familie wendet sich an die Öffentlichkeit: Damit aus dem zweijährigen Janek doch noch ein Spätzünder wird.

Von Petra Steps
erschienen am 09.09.2017

Brockau/Plauen. Auf den ersten Blick erscheint Janek Schaller als ganz normales Kind. Spätestens wenn er zu laufen versucht oder sprechen will, zeigt sich: Mit dem zwei Jahre und drei Monate alten Sohn der Brockauer Familie Schaller stimmt etwas nicht. Die Eltern haben selbst eine Weile gebraucht, um zu verstehen, dass ihr Sohn sich nicht entwickelt wie andere Kinder. Von Ärzten oder Bekannten hörten sie immer wieder "Das wird schon" oder "Er ist halt ein Spätzünder". Doch die Diagnose lautet Zerebralparese - eine Bewegungsstörung, die in einer frühkindlichen Hirnschädigung begründet ist. Erst bei der U7, jener Untersuchung, die zwischen einem Jahr und neun Monaten und dem zweiten Geburtstag ansteht, erfuhren sie, dass Janek unter einer Entwicklungsverzögerung mit spastischer Lähmung leidet.

Von da an liefen Schallers von Pontius zu Pilatus, informierten sich über das Krankheitsbild und mögliche Therapien, sprachen mit betroffenen Eltern über Hilfsangebote. Doch wie kam es zu der Beeinträchtigung? Stephanie Schaller vermutet, dass es bei der Geburt passiert ist, denn schon bei ihren Kindern Nicole (6) und Marek (4) hatte es Komplikationen gegeben. Und auch die jetzt sieben Monate alte Janine wurde per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht. "Wir haben Janek mit positivem Entlassungsbefund mit nach Hause genommen. Er hatte für einige Wochen blaue Beine und hat viel gezittert. Das hat uns beunruhigt, aber bei allen U-Untersuchungen konnte nichts festgestellt werden", erinnert sich die Mutter. Vater André Schaller will sich das Hirn nicht zermartern und schaut nach vorn: Die Familie braucht ihre ganze Kraft für Janek und seine Geschwister.

Stephanie und André Schaller möchten ihrem Sohn eine Therapie ermöglichen, von der sie sich größtmögliche Hilfe versprechen. "Bei der Suche nach Betroffenen sind wir auf einen Bericht in der ,Augsburger Zeitung' aufmerksam geworden und haben Kontakt zu den Eltern von Raphael Heer aufgenommen. Sie erzählten uns von der Adeli-Therapie, die ihrem im Rollstuhl sitzenden Sohn so gut geholfen hat, dass er jetzt laufen kann", berichtet Stephanie Schaller. Sie tauchte tief in die Thematik ein, verschlang Publikationen und einen MDR-Bericht. Das Problem: "Die Therapie ist in 56 Ländern anerkannt, aber nicht in Deutschland", sagt André Schaller. Die Adeli-Therapie wird von den Krankenkassen nicht bezahlt.

"Bei uns versucht man Symptome zu kurieren, Sehnen zu verlängern - oder es gibt Botoxspritzen. Wir brauchen eine Intensivtherapie", ergänzt Janeks Mutter. Gute Therapieerfolge weise eine Klinik in Piestany in der Slovakei nach, in der auch Raphaels Eltern mit ihrem Kind waren. Mit zwei bis drei zweiwöchigen Aufenthalten in der Klinik hoffen die Eltern, ihrem Kind einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Etwa 4500 Euro kostet ein zweiwöchiger Aufenthalt mit Übernachtung und Vollpension.

Schallers sind vor sechs Jahren aus Plauen in den Netzschkauer Ortsteil Brockau gezogen. Familienvater André ist Alleinverdiener und als Elektriker bei der Stadt Plauen tätig. Mutter Stephanie ist Fremdsprachenkorrespondentin und seit Geburt der Kinder Hausfrau. Bis Dezember bekommt sie Elterngeld, auf niedriger Stufe. Sie möchte es für Janek sparen, doch es reicht bei weitem nicht, um die Therapie zu bezahlen, all die Fahrten zu Untersuchungen und zur Frühförderung oder für Janeks Spezialschuhe.

Der Vogtlandkreis hat kein Sozialpädiatrisches Zentrum. Auch für andere Spezialangebote müssen Schallers weit fahren. Und Nicole? Und Marek? Und Janine? Auch sie haben Bedürfnisse. Wenn Janek in der Klinik ist, nimmt der Vater zur Betreuung der Kinder Urlaub. Nicole kommt im nächsten Jahr zur Schule. Janeks Therapie sollte vorher stattfinden, denn zum Schulbeginn muss sich die Familie auch neu organisieren.

Um die Kosten für die Therapie aufzubringen, entschied die Familie: Wir gehen an die Öffentlichkeit. Mit dem Spendenaufruf haben sich Schallers inzwischen an Freunde und Bekannte gewandt. Beim Plauener Kultverein 1. FC Wacker, für den André Schaller neun Jahre lang die Fußballschuhe schnürte, hängt der Aufruf im Schaukasten. Wenigstens 3000 Euro werden für die erste Therapie gebraucht. Eine zweite müsste spätestens nach vier bis sechs Monaten erfolgen. Eventuell benötigt Janek auch noch eine dritte.

Der Anfang ist gemacht. Spenden werden bei einem Internetportal eingezahlt und registriert. "Wir haben das gewählt, weil es übersichtlich und transparent ist. Die Bezahlung ist mit Überweisung, Visa- oder Master-Card und Giropay möglich. Wenn wir unser Konto angeben, denkt vielleicht der eine oder andere, dass wir uns bereichern wollen", begründet Stephanie Schaller die Wahl dieser Plattform.

Janek braucht Hilfe, Familie Schaller braucht Hilfe.

www.freiepresse.de/janek

 
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Eine Trainingsmethode aus der Raumfahrt
 
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