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Die Klinikkette soll voraussichtlich an Investoren verkauft werden.

Foto: Friso Gentsch/dpa

Kreisräte fordern Klinik-Rückkauf

Die Paracelsus-Insolvenz hat in der Kommunalpolitik eine Debatte ausgelöst. Wie soll es in Reichenbach weitergehen? Und wie in Adorf/Schöneck?

Von Ulrich Riedel
erschienen am 24.02.2018

Reichenbach. Die Forderungen, den Krankenhaus-Standort Reichenbach ohne Einschnitte zu erhalten, werden lauter. Dabei zeigt jetzt der Vogtlandkreis Flagge. Nach Ankündigung der Paracelsus-Geschäftsführung, die Klinikkette voraussichtlich an Investoren zu verkaufen, erklärt der Beigeordnete Uwe Drechsel, der zurzeit Landrat Rolf Keil (CDU) vertritt: "Sollte sich nach der Entscheidung durch die Gläubigerversammlung ein Herauslösen einzelner Kliniken abzeichnen und der Standort Reichenbach davon betroffen sein, wird der Vogtlandkreis zusammen mit dem Sächsischen Sozialministerium aktiv werden und versuchen, den Standort Reichenbach zu sichern."

Wie weit der Kreis dabei gehen würde, bleibt offen. Unterdessen forderte zunächst die AfD und jetzt auch Die Linke den Rückkauf des einstigen Kreiskrankenhauses Reichenbach und wohl auch der anderen Paracelsus-Häuser der Region.

Der Vogtlandkreis hatte im September 2000 trotz erheblicher Proteste den Verkauf des Kreiskrankenhauses Reichenbach an den Fresenius-Konzern beschlossen. Seither gab es mehrere Eigentümer-Wechsel.

AfD-Kreisrat Ulrich Lupart will für den Fall einer andauernden Hängepartie in Reichenbach eine Rekommunalisierung als "Plan B". In einer Erklärung fordert er den Landrat auf, eine Sondersitzung des Kreistages einzuberufen. Keil dürfe nicht bis April warten.

Die Linken sehen das ähnlich. Der Reichenbacher Ortsvorsitzende Thomas Höllrich verwies gestern auf die anhaltende Ärzteknappheit, die durch ein "auf der Kippe stehendes Krankenhaus" verschärft werde. Der Landkreis müsse seine Verantwortung wahrnehmen und dürfe nicht abwarten. Höllrich und die Kreisvorsitzende Janina Pfau plädieren dafür, für die von der Insolvenz betroffenen Kliniken Reichenbach, Adorf/Schöneck und vielleicht auch Zwickau eine eigenständige Gesellschaft zu bilden. Eine Übernahme durch das kreiseigene Klinikum Rodewisch lehnen sie ab. Das sei für den Eigenbetrieb zu riskant.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Stephan Hösl kritisiert in einem offenen Brief Paracelsus-Geschäftsführer Michael Schlickum, der trotz Streichung von 30 Stellen in Reichenbach von einer "großartigen Chance" sprach. Hösl hält der Klinikleitung Versäumnisse vor.

 
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