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Fertige Transformatoren vor dem Sächsisch-Bayerischen Starkstrom-Gerätebau in Neumark: Das Unternehmen hat jetzt seinen Austritt aus dem Arbeitgeberverband erklärt.

Foto: Franko Martin

Nach Tarifkampf: SBG Neumark tritt aus Arbeitgeberverband aus

Der Pilotabschluss der Branche gefährde den eigenen Wachsturmskurs, heißt es aus der Firma. Die IG Metall hält gegen.

Von Kristin Vardi
erschienen am 10.02.2018

Neumark. Die Sächsisch-Bayerische Starkstrom-Gerätebau GmbH (SBG) Neumark tritt aus dem Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie aus. Das Unternehmen reagiert damit auf den Tarifabschluss im Pilotbezirk Baden-Württemberg, den die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall in der Nacht zum Dienstag in Stuttgart verkündet hatten. Dieser sieht unter anderem für die Beschäftigten 4,3 Prozent mehr Geld und einen Anspruch auf verkürzte Vollzeit vor.

In einer vom kaufmännischen Leiter Thomas Bär verbreiteten Presseinformation begründet die SBG diesen Schritt. Demnach habe man "seit mehreren Jahren einen anhaltenden Marktpreisverfall" zu verzeichnen. Die SBG behaupte sich als mittelständisches Unternehmen in Deutschland "als einzig verbliebener großer Verteiltransformatorenhersteller" gegen Wettbewerber aus Ungarn, Polen, Kroatien, Slowenien, Bulgarien und der Slowakei. Die Strategie sei weiterhin auf ein vernünftiges Wachstum in den Kernmärkten ausgerichtet. "Dieser geplante Wachstumskurs kann mit dem aktuellen Tarifabschluss mit den hohen Entgeltsteigerungen in diesem und im nächsten Jahr sowie der Vereinbarung zur Arbeitszeitabsenkung auf bis zu 28 Stunden für einen Teil der Belegschaft nicht realisiert werden", heißt es.

Die Entscheidung zum Verbandsaustritt sei für den Standort Neumark mit dem Gesellschafter, der Starkstrom-Gerätebau GmbH Regensburg, abgestimmt.

Für die 431 Mitarbeiter und Auszubildenden bei SBG Neumark verweist das Unternehmen darauf, dass alle bestehenden Tarifverträge weiter Gültigkeit haben. Alle Entgeltbestandteile würden weiterhin gezahlt. Auch ändere sich nichts an den bestehenden tariflichen Arbeitsbedingungen wie Wochenarbeitszeit, Pausenregelung oder Zuschlägen für Nachtarbeit.

Die Geschäftsführung der SBG Neumark sei sich sicher, für den Standort eine vernünftige und faire Lösung für alle Mitarbeiter zu finden. Oberstes Ziel sei und bleibe die Sicherung und der Ausbau der Arbeitsplätze am Standort Neumark. In den ersten Gesprächen mit dem Betriebsrat der SBG Neumark habe man deutlich gemacht, dass man "neben einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung auch eine faire und wirtschaftlich vertretbare Entgeltentwicklung in Abhängigkeit der Auftrags- und Ertragslage des Unternehmens" brauche.

Beunruhigend findet dagegen die IG Metall den Austritt von SBG aus dem Arbeitgeberverband. "Wir empfinden das als Angriff auf die Arbeitnehmerrechte in Neumark, als Aufkündigung der bisherigen Arbeitsbedingungen - nur, um Geld zu sparen", so Thomas Knabel, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau. Dabei sei die SBG Neumark mit Sicherheit ein Betrieb, der sich den gerade im Pilotbezirk erzielten neuen Tarifabschluss finanziell leisten könne. Als erster Schritt der Gewerkschaft sei nun geplant, die SBG Neumark zu Tarifverhandlungen aufzufordern. Die IG Metall werde ihre Mitglieder heute in einer Mitgliederversammlung darüber informieren, welche Auswirkungen der Austritt ihres Arbeitgebers aus dem Arbeitgeberverband für sie konkret hat. Die Bedingungen des zuletzt ausgehandelten Tarifvertrages gelten immerhin so lange, bis sie durch Nachfolgeregelungen ersetzt werden, erklärt Knabel. Das betreffe unter anderem Urlaub und Gehalt. Neuregelungen können individuell oder kollektiv getroffen werden. "Ein kollektiver Tarifvertrag gibt den Arbeitnehmern Sicherheit", sagt Knabel. Soweit der IG Metall bekannt ist, haben sich keine weiteren Unternehmen der Region aus dem Arbeitgeberverband gelöst, sofern sie überhaupt drin waren.

 
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