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Dienstag, 5. Oktober. Zwischen 9 und 10 Uhr rollte dieser Zug durchs Vogtland. Woher, wohin, warum? Das alles wird Top Secret behandelt.

Foto: Gero Fehlhauer

Panzer-Transport jetzt Thema in Berlin

Militärfahrzeuge ohne Hoheitszeichen? Die Linken im Bundestag greifen den Hinweis auf. Behörden machen aus dem Zug ein Geheimnis.

Von Ulrich Riedel
erschienen am 10.10.2017

Reichenbach. Das Interesse ist gewaltig, die Nachrichtenlage hingegen mehr als dürftig: Der am Samstag in der "Freien Presse" veröffentlichte Bericht über einen am 5. Oktober durch Südwestsachsen gefahrenen Panzer-Transportzug ist auf der Homepage der Regionalzeitung bis gestern Abend 92.000-mal angeklickt worden. Die Behörden fassen das heikle Thema unterdessen weiterhin mit spitzen Fingern an und geben nahezu keine Informationen.

Doch der Militärtransport wird jetzt auch im politischen Berlin zum Thema. Verteidigungspolitiker der Fraktion Die Linke im Bundestag haben den Fall aufgegriffen und wollen eine Anfrage an Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) stellen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Militärzug tatsächlich ohne Hoheitszeichen durchs Land gerollt ist. Das dürfte dann auch im Widerspruch zu den Nato-Vorschriften stehen, meint ein Sprecher der Fraktion. Zumal der Verteidigungsfall oder dessen Vorstufe, der Spannungsfall, nicht ausgerufen ist.

Zumindest Kenntnis von derlei Militärtransporten hat stets die Bundespolizei, in deren Zuständigkeit die Bahnanlagen liegen. Das sei auch bei jenem Zug vom 5. Oktober so gewesen, erklärt Eckhard Fiedler von der Bundespolizeiinspektion Klingenthal. Die Info gehe an die Bundespolizei "allein zum Zweck der Gefahrenabwehr". Im Klartext: um Störungen solch heikler Transporte zu verhindern. Details dürfe er nicht veröffentlichen, erklärt Fiedler, "weil dadurch Sicherheitsbelange des jeweiligen Bahnbenutzers tangiert sind", wie er erklärt.

Die Bundeswehr hat sich gestern, vier Tage nach Anfragen der "Freien Presse", doch noch gemeldet. Cornelia Riedel vom Landeskommando Sachsen versuchte am Nachmittag Informationen von den US-Streitkräften zu erhalten. Bis zum Abend ist ihr das offenbar nicht gelungen.

Im Internet finden sich Hinweise zum Weg des Panzer-Transportzuges. Er soll auch in Oederan, Mittweida und Leipzig gesehen worden sein, wo er wegen Sturmtief Xavier eine Zwangspause einlegen musste. Vermutlich fuhr der Panzer-Transport nicht gen Osten ins Baltikum, sondern zunächst nach Norden, von Bremerhaven ist die Rede.

 
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Panzer-Transport jetzt Thema in Berlin
Kommentar: Nichts kapiert
 
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Kommentare
4
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 10.10.2017
    20:25 Uhr

    MatthiasWolf: Aus Richtung Vogtland kommt man über Mittweida durchaus nach Leipzig, wenn man in Riesa am ehemaligen Bahnbetriebswerk die Verbindungskurve nach Westen nimmt. Dann steht der Zug in Leipzig-Engelsdorf gleich richtig. Oederan ist für mich auch nicht plausibel.

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  • 10.10.2017
    14:05 Uhr

    Hankman: Auf dem Foto sind anscheinend Schützenpanzer vom Typ M2/M3 Bradley zu sehen - oder Varianten davon. Laut Wikipedia wird dieser Typ fast nur von den US-Streitkräften genutzt. Auch Saudi-Arabien und der Libanon haben demnach welche. Die USA investieren viel Geld in die Modernisierung älterer Militärtechnik - so können bestimmte bewährte Flugzeug-, Hubschrauber- und Panzertypen über Jahrzehnte genutzt werden.

    Spekulation 1: Die Panzer auf dem Zug wurden im US-Auftrag in einer Fabrik in Europa modernisiert oder repariert und werden nun per Schiff wieder in die USA gebracht. Spekulation 2: Das Gerät wurde im US-Auftrag in einer Firma in Europa aufgearbeitet und wird nun für den Verkauf an ein anderes Land verschifft. Die Lackierung wäre im ersten Fall nicht die endgültige, im zweiten Fall ist das aber denkbar.

    Wie gesagt, Spekulationen. Beantworten können das vermutlich nur die Amerikaner. Sollte tatsächlich so etwas vorliegen, bezweifle ich, dass Regeln verletzt wurden. Denn in diesem Falle waren die Panzer nicht "im Dienst" und nicht ausgerüstet.

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  • 10.10.2017
    10:59 Uhr

    Haecker: Gestern war zu lesen, der Zug wurde bei Reichenbach gesehen. Das leuchtet ein, wenn er von Grafenwöhr kam. Nun lesen wir, er sei auch in Oederan, Mittweida und Leipzig gesehen worden. Leipzig ist ja auch logisch. Aber wie soll er über Oederan und Mittweida dorthin gekommen sein?

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  • 10.10.2017
    09:19 Uhr

    Täglichleser: Von den USA sagte man immer, dass es einen militärisch-industriellen Komplex gibt, der die Politik des Landes bestimmt. Provozierte Konflikte. Einmischung.
    Diktatoren groß machen. Ängste schüren. Kriege. Und dann das große Geschäft mit Waffen, Waffenexport.
    Und Deutschland der Satellit der USA kopiert das jetzt, was der große Bruder macht. Sieht so aus.
    Von Deutschland soll nie wieder ein Krieg ausgehen.
    Schlimm das verheimlichen solcher Dinge. Wo bleiben Abrüstungsgespräche? Immer noch Kernwaffen auf deutschen Boden. Nobelpreis für weltweite Atomwaffengegner. Deutsche Regierung zieht den Kopf ein. Buuuh und Daumen nach unten.

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