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Auch bei Paracelsus Reichenbach droht Personalabbau.

Foto: Franko Martin

Paracelsus plant Stellenabbau

Konzernweit sollen in den Kliniken etwa 390 Arbeitsplätze wegfallen. Auch Reichenbach werde davon betroffen sein, heißt es.

Von Uta Pasler
erschienen am 10.02.2018

Reichenbach/Zwickau. Wie weiter mit den Paracelsuskliniken Zwickau, Reichenbach, Schöneck und Adorf? Nachdem der Krankenhauskonzern vor Weihnachten Insolvenz angemeldet hatte, schauen die Mitarbeiter bang in die Zukunft. Wie bekannt wurde, will sich die Unternehmensführung nicht nur von der Karlsruher Klinik (190Beschäftigte), sondern voraussichtlich schon ab März konzernweit von weiteren 200 Mitarbeitern trennen.

Unter anderem sind die Standorte in Zwickau und Reichenbach betroffen. Allein Zwickau hat gut 400 Beschäftigte. Lutz Möller, zuständiger Regionaldirektor, warb gestern um Verständnis, noch keine Zahlen und Fakten für die Häuser Zwickau und Reichenbach nennen zu können. Abstimmungen seien noch nötig. "Insbesondere haben wir ein hohes Interesse daran, zuerst unsere Mitarbeiter persönlich im Rahmen von Mitarbeiterversammlungen zu informieren", so Möller.

Der Zwickauer Betriebsrat teilte gestern mit, dass auch ihm bislang keine genauen Zahlen zum möglichen Personalabbau vorliegen. "Es wird Einschnitte geben, die durchaus schmerzhaft sein können. Wir setzen uns aber mit aller Kraft dafür ein, solche Fälle abzumildern", so Betriebsratsvorsitzende Katja Flache. Für alle Kollegen sei wichtig zu wissen, dass für Zwickau alle wesentlichen Leistungsbereiche erhalten bleiben. Der Betriebsrat glaubt, dass der eingeschlagene Weg für den Konzern und auch für den Standort optimistisch stimmen kann. "Wichtig ist jetzt, dass uns unsere Patienten weiterhin ihr Vertrauen schenken. Denn das kann ich mit Bestimmtheit sagen: Bei der Versorgungsqualität wird es keine Abstriche geben." Alle Beschäftigten werden Flache zufolge ihr Bestes geben - getreu dem Leitsatz, den ein Chefarzt kurz vor seiner Pensionierung im vergangenen Jahr formulierte: "Kleine Klinik - großes Herz".

Wie groß das Engagement der Beschäftigten ist, zeigt der Ärger unter Mitarbeitern über einen Verdacht, dem derzeit nachgegangen wird: Notfallpatienten sollen angeblich nicht mehr in die Paracelsusklinik gebracht worden sein, obwohl sie die nächstgelegene und geeignet war. Jens Leistner, Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes Südwestsachsen, bemüht sich um Aufklärung der Vorwürfe. Erklären kann er sich das nicht. Leistner hatte am 28. Dezember in einem Rundschreiben alle Rettungsdienstleister und Notärzte informiert, dass die Paracelsuskliniken unveränderten Krankenhausbetrieb an allen Standorten und in allen Abteilungen zugesichert haben. Er fügte in dem Schreiben an: "Insofern gibt es aus meiner Sicht derzeit keinen Anlass, die bisherige Einweisungstaktik der nächstgelegenen, geeigneten Klinik zu ändern." Wie er beteuerte, habe sich daran bis heute nichts geändert.

Der Konzern, der neben Krankenhäusern auch Rehakliniken betreibt, hatte im Dezember einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenregie gestellt. Im Bereich der Krankenhäuser war ein Defizit von 25 Millionen Euro aufgelaufen. Man arbeite an einem Sanierungskonzept für die Kliniken.

 
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