Reichenbacher "Stadtsheriffs" nun unbefristet im Dienst

Obwohl die Testphase nicht zu Ende ist, gab der Stadtrat grünes Licht. Seit Juni 2017 ging die Einsatzgruppe 538 Delikten nach.

Reichenbach.

Mehrheitlich hat der Reichenbacher Stadtrat jetzt die Befristung für die auf 450-Euro-Basis tätige flexible Einsatzgruppe des Ordnungsamtes aufgehoben.

Dies diene dazu, Planungssicherheit zu haben und die notwendige Weiterbildung in Theorie und Praxis guten Gewissens fortzusetzen, argumentierte die Verwaltung. Im Januar 2017 hatte der Stadtrat beschlossen, eine sechs Personen umfassende Ordnungseinheit für eine Testphase von zwei Jahren aufzubauen. Seit Juni ist sie in Reichenbach und Heinsdorfergrund im Einsatz und erhielt im September ein eigenes Dienstfahrzeug. Bis zum 5. Februar 2018, aktuellere Zahlen lagen nicht vor, wurden 538 Delikte und Ermittlungen protokolliert (siehe Statistik).

Die Bestreifung der Stadt vor allem in den Abend- und Nachtstunden und an Wochenenden werde von den Bürgern als positiv wahrgenommen. Zudem brächten Einsätze bei Festen und Feiern Ersparnisse, da sonst kostenintensive Sicherheitsdienste eingesetzt werden müssten. "Das Wichtigste: Wir können prophylaktisch tätig sein, bevor etwas passiert", sagte Fachbereichsleiter Matthias Pürzel. Im Schnitt werden pro Woche rund 18 Einsatzstunden durch je zwei Einsatzkräfte geleistet. Die Zusammenarbeit mit dem Polizeirevier Auerbach sei optimiert worden und könne als sehr gut eingestuft werden.

22 Stadträte stimmten dafür, dass die "Stadtsheriffs" unbefristet Dienst tun können. Dem standen sieben Nein-Stimmen und vier Enthaltungen gegenüber. "60 Stunden pro Woche wären besser als 36", fand Karsten Pippig (Linke). Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) entgegnete, dass der Stadtrat 2017 statt der von ihm vorgeschlagenen zehn nur sechs Einsatzkräfte beschlossen hatte. Auf 450-Euro-Basis sei nicht mehr drin.

Oliver Großpietzsch (SPD) erinnerte, dass der Test zwei Jahre laufen sollte. Bis jetzt sei noch kein Jahr um. Zudem fehle ein Zahlenvergleich zur vorherigen Situation. Lutz Quellmalz (Gewerbeverein Mylau) gab Großpietzsch Recht und fragte: "Wir wirkungsvoll ist das?" Jens Pfretzschner (fraktionslos) fand: "Wir setzen bei Veranstaltungen je zwei Einsatzkräfte mit über 17 Euro pro Stunde ein. Ist da ein normaler Sicherheitsdienst nicht preiswerter?" Er halte das für "rausgeschmissenes Geld". Stephan Hösel (CDU) sagte der Gruppe Dank für den Einsatz.


Statistik

Aktenkundige Verfahren, aufgenommen von der flexiblen Einsatzgruppe (Juni 2017 bis Februar 2018):

Falschparker361

Illegal Müllablagerung55

Ermittlung von Personen14

Personenansammlung/Randale9

Lärm/Störung der Nachtruhe10

abgestellte KfZ ohne Kennzeichen16

Anliegerpflichten verletzt17

Hilfe bei hilflosen Personen5

nicht angeleinter Hund5

öffentliche Aggression3

Sonstiges27

Gemeinsame Einsätze mit Polizeirevier Auerbach6

Einsätze bei Großveranstaltungen:

700 Jahre Oberreichenbach; Pop-up-Wochenende; Labore-Festival; Street Happening; Stadtkirchentag; Ballonglühen; Mittelalterfest Burg Mylau; 650 Jahre Hauptmannsgrün; Kartoffelfest; Sommerfest Mühlteich; Bürgerfest; Kirmes Rotschau; Oktoberfest Oberheinsdorf; Hauptmannsgrüner Kürbisnacht; Weihnachtsmarkt Mylau und Reichenbach; Winterzauber im Stadtpark, City-Happening.

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