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Dienst ist Dienst, auch unter Brüdern: Stadtwehrleiter Thomas Weck (links) und sein Stellvertreter Christian Weck führen seit genau einem Jahr bei der Reichenbacher Feuerwehr gemeinsam das Kommando.

Foto: Franko Martin

Reichenbachs Feuerwehr-Leitung: "Der Strahl auf Gaffer ist falsch"

Die Stadtwehrchefs reden über den Auftritt der Wehr, deren Altersstruktur und neue Wege, Einsätze abzusichern

erschienen am 13.02.2018

Die Brüder Thomas und Christian Weck stehen seit genau einem Jahr gemeinsam an der Spitze der Feuerwehr. Im Interview mit Gerd Möckel sprechen Stadtwehrleiter Thomas Weck und sein Stellvertreter über eine Verstärkung von Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für die Wehr, sich verändernde Einstatzinhalte, Sensationslust und die Zusammenarbeit unter Brüdern.

Freie Presse: Herr Weck, Sie sind jetzt ein Jahr Stadtwehrleiter, wie sieht ihre Bilanz aus?

Thomas Weck: Gut. Die Feuerwehr Reichenbach mit ihren sieben Wachen funktioniert als Einheit. Und diese Einheit funktioniert im Verbund mit anderen Einsatzkräften. Mein Vorgänger Michael Mittag hat sehr gute Strukturen hinterlassen. Sein Wissen wird nach wie vor in spezifischen Fragen gebraucht, wir stehen in Kontakt. Wir haben in allen Wachen hinsichtlich der Technik und der räumlichen Bedingungen ein gutes Niveau. Lediglich in Obermylau muss jetzt noch modernisiert werden. Alle anderen Herausforderungen teilen wir im Prinzip mit vielen Feuerwehren.

Das ist das Stichwort. Im Schnitt wird die Bevölkerung älter, wie sieht's bei der Wehr aus?

Thomas Weck: Wir haben gerade in Brunn und Schneidenbach jüngere Neuzugänge, das drückt den Altersdurchschnitt. Dennoch steigt er leicht. Da steuern wir natürlich im Rahmen unserer Möglichkeiten gegen, sonst droht uns mittelfristig eine Überalterung. Wir veranstalten Tage der offenen Türen, zeigen darüber hinaus Kitas und Schulklassen unsere top ausgerüsteten Wachen. Wir klären altersspezifisch über unsere Arbeit auf, veranstalten Technikschauen und werben natürlich für uns. Unsere Jugendgruppen in Rotschau und in der Zentralwache leisten da bereits eine beispielhafte Arbeit. Wir werden uns jetzt auch online präsentieren. Im April soll unsere Homepage ans Netz gehen.

Wie wirken sich veränderte Altersstrukturen auf Einsätze aus?

Thomas Weck: Sie wirkt sich auf die Einsätze aller Wehren aus. Stichwort Fehlalarme - 2017 immerhin 32 - oder Türöffnungen. Während die Einsatzzahlen bei Bränden stagnieren, nehmen die technischen Hilfeleistungen zu. Der Anteil der älteren, alleinstehenden Bevölkerung nimmt zu, und daher auch technische Hilfeleistungseinsätze wie Tür-Notöffnungen. Diesbezüglich wurde die Alarmierungs- und Ausrückordnung an die jeweiligen Ortsteile angepasst. Das bedeutet: In Reichenbach werden je nach Alarmierungsstichwort die jeweilige Ortsteilwache allein oder mehrere Ortsteilwachen gleichzeitig alarmiert. Und zwar immer in Bezug auf technische Ausrüstung und Mannschaftsstärke der jeweiligen Ortsteile, in denen das Ereignis stattfindet.

Wie sichern Sie das ab?

Thomas Weck: In den letzten Jahren wurden Kameraden der Feuerwehr in ein Arbeitsverhältnis der Stadt Reichenbach übernommen, das sind zur Zeit 14. Durch diese Maßnahmen der Stadtverwaltung ist es uns möglich, auch in einer Feuerwehr wie Reichenbach mit seinen Ortsteilen die Tageseinsatzbereitschaft zu gewährleisten.

Das Verständnis für die Lage der Feuerwehr ist wohl nicht überall so ausgeprägt, oder?

Christian Weck: Im Dorf wird das sicher anders gesehen als in städtisch geprägten Gebieten. Fehler macht jeder. Generell wird unsere ehrenamtliche Arbeit wertgeschätzt. Das erfahren wir direkt beim Einsatz, ob nun bei einer geplatzten Leitung oder beim Brand, wenn wir darauf achten, die Wasserschäden gering zu halten. Dankbarkeit gibt den Kameraden ein gutes Gefühl. Negatives kommt meist von Leuten, die die Hintergründe eines Einsatzes nicht kennen. Beispielsweise, warum wir eine Tür aufgehebelt haben. Thomas Weck: Deshalb überlassen wir die Arbeit am Image der Feuerwehr auch nicht dem Zufall. Wir legen in Reichenbach explizit Wert auf ein korrektes Auftreten. Der jüngst viel diskutierte Wasserstrahl auf Gaffer war definitiv falsch. So etwas gibt es bei uns nicht. Zu unserem Auftritt gehört auch, dass sich unsere Kameraden wenig öffentlich äußern, wenn die Lage nicht abschließend geklärt ist. Das hilft Missverständnissen vorzubeugen. Auch wir haben es hin und wieder mit Sensationslust zu tun. Auch wir sind bei unserer Arbeit nach einem Unfall im Vorjahr an der A 72 gnadenlos gefilmt worden. Man hat zudem versucht, uns einen Schaden an einem Auto anzuhängen. Das sei beim Löschen passiert. Da wir aber alle Einsätze auch digital begleiten, konnte das aufgeklärt werden. Aber wie gesagt, überwiegend treffen wir auf Verständnis und Dankbarkeit.

Noch mal zurück zur Altersstruktur. Von den 296 Mitgliedern der Wehr gehört fast ein Drittel der Alters- und Ehrenabteilung an. Wie wird eigentlich dieses Potenzial genutzt?

Thomas Weck: Ohne sie wäre vieles gar nicht so machbar. Sie übernehmen die Verpflegung bei Einsätzen oder sind als Theaterwachen im Neuberinhaus präsent. Auch bei der Absicherung einer Vielzahl von Veranstaltungen wie Bürgerfest, Jubiläen oder Veranstaltungen in den Ortsteilen sind sie unersetzbar.

Mal abgesehen von Strukturen und Technik, wie der bevorstehenden Erneuerung der Drehleiter; was ist die Hauptaufgabe einer Stadtwehrleitung?

Christian Weck: Unsere Aufgabe ist es, für ein gutes Klima in der gesamten Wehr zu sorgen. Das ist die Voraussetzung für unseren Erfolg als Multifunktionseinheit - ob nun beim Löschen von Bränden, beim Schützen von Menschen, Tieren und Sachwerten und allen möglichen Hilfeleistungen. Wir hatten jetzt bei Sturm Friederike erstmals eine vom Kreis ausgerufene Sondereinsatzlage mit der Besetzung von allen Wachen - das hat super funktioniert. In der Einsatzzentrale an der Schlachthofstraße wurde alles koordiniert. Wir waren für alles gewappnet. Und sind es. Wenn in Reichenbach mal für länger der Strom weg ist, dann wird es ohne unsere Hilfe nicht lange gut gehen.

Wie gut funktioniert denn Leitungsarbeit unter Brüdern?

Thomas Weck: Gut. Wir haben eine klare Prämisse: Dienst ist Dienst, und Bier ist Bier. Familiäre Dinge gehören nicht in den Dienst; da haben wir eine Struktur drin, die für erfolgreiches Arbeiten nötig ist.

 
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