Verwüstetes Alaunwerk in Mühlwand steht vor Comeback

Der Stadtrat hat grünes Licht für den weiteren Betrieb des Besucherbergwerks gegeben. Nach dem Hochwasser von 2013 ist das fast ein Wunder.

Reichenbach.

Beim Juni-Hochwasser 2013 wurde im Besucherbergwerk Alaunwerk in Mühlwand die Arbeit von 15 Jahren zerstört. Die Fluten aus dem Gelben Graben rissen die Wege weg. Die Erde brach ein. Die Stollen wurden verschüttet. Doch den Optimismus verloren die Mitglieder des Vereins Tropfsteingrotte Alaunwerk Mühlwand nie. Zurecht, wie sich jetzt zeigt. Der Reichenbacher Stadtrat hat am Montag einstimmig beschlossen, das Besucherbergwerk durch den Verein weiter betreiben zu lassen. Damit können bald wieder Besucher einen Rundgang unter Tage absolvieren.

Der Schlüssel zur Zukunft des Bergwerks lag in der geordneten Ableitung des Wassers aus dem Gelben Graben durch den Berg. Neben Geldern des Oberbergamtes zur Beseitigung der Altbergbauschäden flossen knapp 890.000 Euro Fördermittel in die Hochwassermaßnahme. Voraussichtlich Ende März wird der Schachtbau Nordhausen fertig sein.

"Das Besucherbergwerk kann laut Oberbergamt mit relativ geringem Aufwand weiter betrieben werden", erklärte Holger Hennebach von der Stadtverwaltung. Um den neuen Hauptbetriebsplan genehmigt zu bekommen, müsse die für die Bauarbeiten errichtete Beleuchtungsanlage, die unter Tage verbleibt, von einem Prüfingenieur abgenommen werden. Eine Telefonverbindung nach unten sei nötig. Absperrungen an nicht für Besucher freigegebenen Strecken müssen errichtet werden. Die Stadt will dem Verein dafür neben dem jährlichen Zuschuss von 10.000 Euro einmalig 3500 Euro bereitstellen. Flucht- und Rettungswege sind vorhanden, auch Kassenhaus, Helme und Toiletten.

Bergwerksdirektor Werner Albert, der mit seinem Stellvertreter Bruno Jakusch die Sitzung verfolgt hatte, bedankte sich beim Stadtrat. "Das Bergwerk hat durch die Bauarbeiten sogar eine Aufwertung erfahren. Wir können künftig alten und modernen Bergbau nebeneinander zeigen, zudem modernen Hochwasserschutz im Umfeld", erklärte er. Die Sehenswürdigkeiten unter Tage sind erhalten. Gleich hinterm Eingang wurde eine neue Tropfsteinformation entdeckt. Noch bleibt etliches zu tun: Zum Beispiel müssen die große Tropfsteingrotte vom Schlamm beräumt und die Steigerstube neu hergerichtet werden. An den Eintrittspreisen (3 Euro Erwachsene, 1,50 Euro Kinder) und Öffnungszeiten (Samstag und Sonntag, im Juli und August täglich, 13 bis 16 Uhr) soll festgehalten werden.

"Die Mannen des Vereins haben die Fahne hoch gehalten", lobte OB Raphael Kürzinger (CDU), dass auch während der Bauphase zum Männertag und zum Radlertag Gäste in Mühlwand begrüßt wurden. CDU-Fraktionschef Stephan Hösl dankte dem Verein. Und Linken-Fraktionschef Henry Ruß erklärte: "Das Besucherbergwerk ist eine Attraktion für Reichenbach und Umgebung. Ich freue mich schon auf die erste Mettenschicht."

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