Wahlsieger Kürzinger: Der neue OB reicht allen die Hand

Kein zweiter Urnengang: Der CDU-Bewerber eroberte das Rathaus auf Anhieb. Enttäuschend ist die Wahlbeteiligung.

Reichenbach.

Die Erleichterung war dem Wahlsieger anzusehen: Als sich gestern Abend mehr und mehr andeutete, dass CDU-Bewerber Raphael Kürzinger bei der Oberbürgermeister-Wahl in Reichenbach nicht nur vorn liegt, sondern auch die 50-Prozent-Hürde gleich im ersten Wahlgang deutlich überspringt, entspannten sich seine Gesichtszüge. Der 49-Jährige beließ es aber beim zurückhaltenden Lächeln und vermied die große Siegerpose.

Der langjährige Referent des bisherigen OB Dieter Kießling (CDU) konnte auf Anhieb 55,49 Prozent der Wählerstimmen holen. Das bedeutete die absolute Mehrheit. Bei einem Ergebnis unter 50 Prozent hätte er am 8. Mai in die Stichwahl gehen müssen. Kürzinger, der im Wahlkampf auch wegen seines Wohnortes Zwickau attackiert worden war, konnte damit Thomas Höllrich (Die Linke) deutlich auf Distanz halten. Höllrich hatte Kürzinger mit dem Slogan "100 Prozent Reichenbach" geärgert - in der Wählergunst hat dies offenbar nicht viel geändert. Er kam auf 20,2 Prozent.

Von den beiden unabhängigen Bewerbern gelang Ulf Solheid ein beachtliches Ergebnis. Der Rechtsanwalt erreichte 16,14 Prozent. Matthias Gäckle wurde mit 8,17 Prozent der Stimmen abgeschlagen Vierter.

Die Wahlbeteiligung lag bei 40,6 Prozent und blieb damit knapp drei Prozent hinter dem Wert von 43 Prozent aus dem Jahr 2008 zurück. "Ich freue mich", sagte der designierte Oberbürgermeister Kürzinger gestern Abend, denn er habe mit einem knapperen Ausgang gerechnet. Zugleich relativierte er mit Blick auf die Wahlbeteiligung, die mache ihn "etwas traurig". Kürzinger betonte: "Ich möchte all denen die Hand ausstrecken, die mich nicht gewählt haben." Er werde alles zum Wohle der Stadt tun und brauche dabei großen Rückhalt. Er dankte allen, die zum Gelingen der reibungslos verlaufenen Wahl beigetragen haben und schob nach, er danke auch seinem langjährigen Chef Dieter Kießling für 15 Jahre gemeinsame Arbeit.

Thomas Höllrich konnte seine Enttäuschung nur schwer verbergen. Er sprach von einem "schwierigen Ergebnis" für Reichenbach, benutzte sogar die Formulierung "Katastrophe", weil alle OB und die meisten Bürgermeister im Vogtland-Kreistag sitzen, Reichenbach mit dem Zwickauer aber draußen bleibe. Das sei Verlust von Einfluss.

Ulf Solheid äußerte sich ähnlich, war im Gegensatz zu Höllrich aber zufrieden mit seinem "aus dem Stand" erreichten Wahlergebnis in zweistelliger Höhe.

Zu den ersten Gratulanten des Wahlsiegers gehörte der CDU-Kreisvorsitzende Sören Voigt. Er sei "froh und stolz" über Kürzingers Sieg im ersten Wahlgang und über die Wähler. Sie hätten ganz klar auf Erfahrung und Sachkompetenz gesetzt.


Reichenbach

Thomas Höllrich (Die Linke)20,20 %

Dr. Ulf Solheid (unabhängig)16,14 %

Dr. Matthias Gäckle (unabh.)8,17 %

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7Kommentare
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    Zeitungss
    18.04.2016

    Wie wäre es mit einer Wahlpflicht, wie in einigen Ländern üblich ?
    Bei einer Beteiligung von beachtlichen 40,6% sind die Ergebnisse für alle Beteiligten eigentlich lächerlich. Wir freuen uns nun wieder über eine "Minderheitsregierung" im übertragenen Sinn.
    Durch die jetzige und wohl auch zukünftige Verfahrensweise ist beständiger Filz in allen Ebenen dieses Landes eine sehr angenehme Nebenerscheinung für die "Wahlsieger". Dass das Wahlverfahren reformiert wird, ist in dieser "Demokratie" nicht zu befürchten.

  • 0
    0
    vitaminC
    18.04.2016

    Na gehts noch Herr Sören Voigt?
    Froh und Stolz...
    Diese Worte bekommen mir sehr bekannt vor, Leider...

  • 0
    0
    vitaminC
    18.04.2016

    Na den Rückhalt wird der Einheitsgenosse von der CDU mit dem grinzendem Lächeln wohl brauchen.
    Grüß Gott DDR

  • 0
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    vitaminC
    18.04.2016

    Was natürlich schön ist, darüber freue mich besonders.
    Die Einheitgenossen gratulieren alle.
    Die DDR lässt grüßen.

  • 0
    1
    vitaminC
    18.04.2016

    Naja, an Hand der Rentnerpartei Christlich? Soziale? Union?
    Diese sagenhaften Einheitpfeifen sollten mal ohne Smartphone durch die Straßen gehen.
    Hoffentlich bekommen sie keinen Gehöhrsturtz.

  • 0
    1
    vitaminC
    18.04.2016

    Na schönes Foto!
    Wie viele Illegale vom Balkan hat der Wahlsieger schon bei sich zu Hause aufgenommen?
    Und was interessiert ihn die Zukunft Deutschlands, unserer Kinder und Enkelkinder im Angesicht der Masseneinwanderung fremder Menschen.

  • 2
    1
    vitaminC
    18.04.2016

    Hat der Reichenbacher Genosse von der CDU eigentlich auch ein Rückrad und grenzt sich von der wahnsinnigen Grenzöffnungspolitik bzw. Selbstaufgabe in Berlin ab?
    Das glaub ich kaum.



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