Werbung/Ads
Menü

Themen:

Peter Dresler - Oberbürgermeister

Foto: Andreas Kretschel

"Aus meiner Sicht gibt es kein Zurück"

Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler über die Debatte um den Schlossvorplatz und die Frage, warum die Bürger nicht beteiligt wurden

erschienen am 10.02.2018

Glauchau. Was die Stadt Glauchau mit dem Areal vor dem Doppelschloss vorhat, das gefällt vielen Anwohnern nicht, sie kritisieren die Pläne offen. Darüber hat Stefan Stolp mit Stadtoberhaupt Peter Dresler gesprochen.

Freie Presse: Herr Dresler, seitdem Ihre Neujahrskarte mit der Ansicht des künftigen Schlossvorplatzes umging und die SPD-Stadträtin Helga Scheurer ihre Kritik am Bauvorhaben wiederholte, gibt es in Glauchau eine heftige Diskussion um die Pläne. Viele sehen das Vorhaben kritisch. Wie nehmen Sie die Diskussion wahr?

Peter Dresler: Die Diskussion um den Platz hat eine lange Geschichte. In der Bürgerschaft haben die dort stattfindenden Veranstaltungen großen Anklang gefunden. Die Nutzung zum Beispiel beim Stadtfest, während des Weihnachtsmarktes, und das Angebot der Eisbahn wurden durchweg positiv bewertet und von vielen Glauchauern und ihren Gästen sehr gern wahrgenommen. Die Fläche wurde durch die Veranstaltungen in Mitleidenschaft gezogen, insbesondere durch den Aufbau der Eisbahn im Winter. Mit teils erheblichem Aufwand und Kosten wurde die Fläche danach jedes Mal wieder instand gesetzt. Der Denkmalschutz hatte stets Einwände und verneinte schließlich unter diesen Voraussetzungen auch die weitere Nutzung für die Eisbahn. Um die Nutzungen auch für die Zukunft zu ermöglichen und den jährlich wiederkehrenden Kostenaufwand zu vermeiden, hat sich der Stadtrat mit der Angelegenheit befasst und die Umgestaltung des Schlossvorplatzes zu einer "Multifunktionsfläche" in Erwägung gezogen. Im Kern geht es dabei vor allem um die Herstellung einer ebenen und befestigten Fläche, auf der die verschiedenen Nutzungen problemlos möglich sind. Dafür nehmen wir jetzt nur einmal Geld in die Hand und vermeiden dann künftig wiederkehrende Kosten. In der jetzt geführten Diskussion geht es aus meiner Sicht um vier Dinge. Erstens darum, ob der Schlossvorplatz umgebaut werden soll, zweitens um das Wie, und zum Dritten geht es um die Kosten. Als vierter Punkt wird die Frage der Beteiligung der Bürger diskutiert.

Bleiben wir beim vierten Aspekt. Wieso waren die Bürger bei der Entscheidung nicht eingebunden?

In den vielen Gesprächen, die auch ich geführt habe, und in den Schreiben, die mich erreichten, wurde der Wunsch nach einer Sicherstellung dieser Nutzungen auch für die Zukunft bekräftigt. Insbesondere wünschen sich vor allem junge Familien für ihre Kinder auch in Zukunft im Winter eine Eisbahn vor dem Schloss. Das war auch der Tenor in Bürgerversammlungen und in einer Unterschriftensammlung. Um das zu gewährleisten, ist eine Umgestaltung des Schlossvorplatzes notwendig. Dieser Sachverhalt wurde nicht infrage gestellt.

Sondern?

Die Umgestaltung des Schlossvorplatzes war bereits Bestandteil der Beantragung der neuen Fördergebietskulisse "Städtebaulicher Denkmalschutz". Dessen Kern ist der Schlösserkomplex. Hier sind zum Beispiel die Neugestaltung des Schlosshofes Foderglauchau, die Sanierung der Hischgrabenbrücke, eine Neugestaltung des Schlossparkes und eben die Umgestaltung des Schlossvorplatzes vorgesehen. Es soll für die Glauchauer und Besucher unserer Stadt ein in seiner Gesamtheit neu gestalteter Erholungs- und Erlebnisraum entstehen. Die Stadt Glauchau ist in das Förderprogramm aufgenommen worden und kann für Investitionen 80 Prozent Fördermittel bekommen. Unser Eigenmittelanteil für den Schlossvorplatz beträgt etwa 100.000 Euro. Diese Summe würden wir in weniger als zehn Jahren auch für die ständige Wiederherrichtung der Fläche aufwenden.

Trotzdem wurde, vom Beschluss über das Bauprogramm letzten Oktober abgesehen, sowohl im Stadtrat als auch im Technischen Ausschuss nichtöffentlich über den Schlossvorplatz diskutiert. Das werfen Ihnen viele vor. Wäre es nicht besser gewesen, von Anfang an Transparenz zu zeigen?

Als Oberbürgermeister muss ich den Stadträten die Möglichkeit einräumen, in Form von Vorberatungen nichtöffentlich über bestimmte Dinge diskutieren zu können. So sieht es auch die Sächsische Gemeindeordnung vor. Den Stadträten steht es frei, ihre Überlegungen auch in die Öffentlichkeit zu bringen, wenn sie damit nicht Grundsätze der Geheimhaltung verletzen.

Dennoch hat es, im Gegensatz zur Sanierung des Marktplatzes 2008, keine Bürgerbeteiligung bei diesem wichtigen Vorhaben am Schloss gegeben. Warum nicht?

Die Gestaltung des Marktes war damals insbesondere auch im Stadtrat umstritten. Im Fall des Schlossplatzes gab es von Anfang an eine große Mehrheit für die Umgestaltung. Wie gesagt, die Frage, ob der Platz umgestaltet wird oder nicht, hat sich nie gestellt. Deshalb haben wir auch keine erweiterte Bürgerbeteiligung in Betracht gezogen.

Wie geht es am Schlossvorplatz nun weiter?

Wenn alle Genehmigungen vorliegen, erfolgt die Ausschreibung der Arbeiten. Wenn das erfolgreich läuft, kann der Bauauftrag ausgelöst werden.

Es gibt also kein Zurück?

Aus meiner Sicht nicht. Und wem wäre damit geholfen? Es gäbe dann künftig vor dem Schloss keine Eisbahn mehr, und der Platz müsste nach Veranstaltungen trotzdem immer wieder hergerichtet werden. Der Stadtrat hat die Stadtverwaltung im Oktober 2017 beauftragt, die Baumaßnahme umzusetzen. Und rein formal kann nur der Stadtrat selbst seine Entscheidung ändern.

Wie würde das funktionieren?

Ein Thema, das im Stadtrat bereits behandelt wurde, kann erst nach einem halben Jahr erneut auf die Tagesordnung gesetzt werden. Angenommen, der Stadtrat würde nach dem Ablauf dieser Frist entscheiden, das Vorhaben am Schlossvorplatz zu stoppen, müsste ich als Verwaltungschef die rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen für die Stadt prüfen. Aber der Stadtratsbeschluss vom Oktober 2017 und die lebhafte Diskussion im letzten Stadtrat haben gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit des Stadtrates den Umbau des Vorplatzes so möchte, wie es das Bauprogramm vorsieht.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)

Lesen Sie auch

Bildergalerien
  • 11.02.2018
Andreas Kretschel
Feuer an der Glauchauer August-Bebel-Straße

Wegen eines Brandes ist am Abend die Feuerwehr zur August-Bebel-Straße in Glauchau ausgerückt. ... Galerie anschauen

 
  • 05.02.2018
Niko Mutschmann
Wohnungsbrand in Schneeberg

Bei einem Wohnungsbrand in Schneeberg sind am Montagabend zwei Menschen verletzt worden. Sie kamen ersten Angaben nach mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. ... Galerie anschauen

 
  • 05.02.2018
Ellen Liebner
Zwei Tote bei Brand in Plauen

Zwei Menschen sind am Montag bei einem Brand an der Dürerstraße in einem Mehrfamilienhaus in Plauen ums Leben gekommen. Vier weitere wurden verletzt, einer von ihnen schwer. ? ... Galerie anschauen

 
  • 09.01.2018
Andreas Kretschel
Mehrere Verletzte bei Unfall an Anschlussstelle Glauchau-West

Bei einem Verkehrsunfall am Dienstagabend in Glauchau sind laut Polizei drei Personen verletzt worden. ... Galerie anschauen


 
 
 
Wetteraussichten für Glauchau
Mo

2 °C
Di

2 °C
Mi

0 °C
Do

1 °C
Fr

1 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Glauchau und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Glauchau

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Online Beilagen

Partystimmung auf Knopfdruck - bei MediMax.

Unsere aktuellen Angebote - auf einen Klick...

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

08371 Glauchau
Paul-Geipel-Straße 1
Telefon: 03763 79120
Öffnungszeiten:
Mo./Di./Do. 9.00 - 13.00 Uhr u. 14.00 - 17.30 Uhr
Mi./Fr. 9.00 - 13.00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm