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Christian Richter streicht die Holzkonstruktionen über der Empore.

Foto: Andreas KretschelBild 1 / 4

Bauarbeiten anstatt Gottesdienst

In der Meeraner St. Martinskirche bestimmen derzeit Restauratoren das Geschehen. Dabei gibt es auch eine Besonderheit.

Von Cornelia Kunze
erschienen am 13.09.2017

Meerane. Die evangelische Kirche St. Martin in Meerane sieht von außen aus wie immer, doch innen ist nichts wie gewöhnlich. Es riecht stark nach Lösungsmitteln, irgendwo läuft leise Musik im Radio. Ansonsten herrscht Ruhe. Das Gotteshaus oberhalb des Teichplatzes ist in seinem Inneren komplett eingerüstet. Restauratoren und Maler bestimmen dort derzeit das Geschehen. Seit Anfang dieses Jahres wird in der Kirche, die Platz für mehr als 800 Besucher bietet, gründlich saniert. Dafür gab es Fördermittel - rund 200.000 Euro aus dem Sonderprogramm für Denkmalpflege des Freistaates und knapp 104.000 Euro von der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen. Der Eigenanteil der Kirchgemeinde wird durch Spenden und aus Rücklagen finanziert. Insgesamt werden die Baumaßnahmen rund 341.700 Euro kosten. Damit lässt die Kirchgemeinde den Innenraum sowie die historischen Bleiglasfenster auf Vordermann bringen.

Derzeit wird die Bemalung an den Emporen durch Restauratoren und Maler freigelegt. Das ist mühsam und interessant zugleich. Und besonders ist es obendrein, denn während die Malerei in der Kirche vom Dresdner Kunstmaler Karl Schulz stammt, ist es heute sein Enkelsohn, der mit den Mitarbeitern seiner Restaurationsfirma die Kunst seines Großvaters wieder freilegt und in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. So arbeitet sich derzeit unter anderem Malermeister Jan Ochsmann an der unteren der beiden Emporen mit dem Skalpell Zentimeter um Zentimeter voran. Für ein Feld mit einer Größe von 60 mal 60 Zentimetern benötigt er rund acht Stunden. Muster und Farbigkeit werden gesichert und sollen zum Schluss wie neu erstrahlen. "Der Kunstmaler hat damals in dieser Kirche ein tolles Farbkonzept umgesetzt", sagt Pfarrerin Birgit Birkner. Orange, dunkelblau und graue Farbakzente finden sich sowohl in den Malereien an den Emporen als auch an den Fenstern und Türen. "Das wird wieder richtig edel", sagt Birkner. Wenn die Restauratoren ihre zeitaufwendige Arbeit beendet haben, kommen die Maler im Gotteshaus zum Zug.

Außer den Restaurationen ist in der St. Martinskirche in den vergangenen Monaten schon viel passiert, wurden Treppen und Bleiverglasungen erneuert, Fenster ergänzt und Türen aufgearbeitet. Dennoch kann nicht alles wie erhofft realisiert werden. "Dafür reicht das Geld dann doch nicht. Wir sind auf Spenden angewiesen", sagt Birgit Birkner. Extra Geld koste vor allem das Freilegen und Wiederherstellen des großen Deckengemäldes. Etwa ein Viertel des Werkes ist bis jetzt wieder sichtbar gemacht worden. Zu sehen ist das derzeit jedoch nur, wenn man bis zur obersten Empore hinaufsteigt und sich durch die Baustellenutensilien bis an die Brüstung vorkämpft.

Dass nicht gleich alles auf einmal wird, macht die Pfarrerin dennoch nicht unzufrieden. "Es wird insgesamt richtig toll, auch wenn noch ein paar Dinge Zukunftsmusik bleiben werden", sagt Birgit Birkner. Die 33-Jährige hofft, dass sie Weihnachten die ersten Gottesdienste in der frisch sanierten Kirche feiern kann.

 
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