Scherbergplatz hat auf einmal seltsame Bodenwellen

Auf dem Pflaster zwischen dem Glauchauer Polizeirevier, Landratsamt und Feuerwehrgerätehaus haben sich merkwürdige Verformungen gebildet. Muss der Scherbergplatz nun für den Verkehr gesperrt werden?

Glauchau.

Jeder, der mit dem Auto zur Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises will, muss das holprige Straßenstück passieren. Dabei fallen in jüngster Zeit sehr merkwürdige Absenkungen des Straßenpflasters auf, als ob der Boden darunter zusammenbrechen würde. In letzter Zeit haben diese Stellen zugenommen, auch auf der Erich-Fraaß-Straße in Richtung Feuerwehrgerätehaus sind sie schon zu sehen. "Was könnte denn da auf die Stadt zukommen?", wollen einige Stadträte wissen. Im mittelfristigen Finanzplan ist der Ausbau des Scherberglatzes nicht enthalten. Muss der viel befahrene Scherbergplatz möglicherweise aus Sicherheitsgründen für den Verkehr gesperrt werden, wie seinerzeit die Muldenbrücke in Wernsdorf oder der Bismarckturm?

So weit will es die Stadt Glauchau wohl nicht kommen lassen und beobachtet nach eigenen Angaben die Lage. "Wir werden verwaltungsintern verschiedene Handlungsoptionen besprechen", sagt Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos). Übersetzt heißt das, man diskutiert, was zu tun ist und vor allem, welche Kosten damit verbunden sind. "Das könnte ein richtiges Problem werden", meint Heike Joppe, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen, sie mit der Sache auf dem Scherbergplatz befasst ist.

Die Absenkungen im Straßenpflaster gehen ihrer Meinung nach wahrscheinlich auf unterirdische Leitungsbauarbeiten früherer Jahre zurück. Der Straßenaufbau bei Großpflaster weise im Allgemeinen meistens Packlager auf. Damit ist die unterste Schicht im Straßenaufbau gemeint. Bis etwa vor 2007 wurden laut Heike Joppe die Leitungsgräben bis zur Unterkante der Pflasterbettes mit Frostschutz aufgefüllt und das Packlager nicht wieder hergestellt. Der Straßenunterbau sei deshalb nicht mehr tragfähig, auf der Fahrbahn entstehen Verformungen, wie sie auf dem Scherbergplatz zu sehen sind. In jüngster Zeit werden im Bereich des Packlagers hydraulische Tragschichten eingebaut, um derartige Verformungen künftig zu verhindern.

Archäologische Untersuchungen sind laut Heike Joppe derzeit nicht vorgesehen. Unterirdische Gangsysteme, wie es sie vor allem in der Glauchauer Innenstadt gibt, seien im Bereich des Scherbergplatzes nicht bekannt und in den vorliegenden Unterlagen auch nicht dokumentiert.

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