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Museumsmitarbeiter Edmund Thielow (l.) und Heiko Schulz vor einem Holzriss von Bob Dylan, der von dem Künstler Siegfried Otto Hüttengrund aus Hohenstein-Ernstthal stammt.

Foto: Christian Meyer

Wenn's im Museum nostalgisch wird

Im Glauchauer Schloss stand am Samstag ein Mann im Mittelpunkt, an den sich viele erinnern - und an dem sich die Geister scheiden.

Von Christian Meyer
erschienen am 19.06.2017

Glauchau. Wer ins Museum geht, der schaut meist ein Stück in die Vergangenheit. Am Samstagabend war das für viele Besucher im Glauchauer Schloss auch ihre eigene. Denn im Mittelpunkt der vierten Museumsnacht stand der Liedermacher Bob Dylan. Und den haben 1995 viele Glauchauer hier live erlebt.

Einer von ihnen ist Heiko Schulz. Der 53-Jährige war damals im Gründelpark. "Aber ehrlich gesagt ist mir das Konzert nicht in so guter Erinnerung geblieben", sagt er. "Dylan hat sein Ding durchgezogen. Keine Ahnung, ob er einen guten oder schlechten Tag hatte." Es habe schönere Konzerte gegeben. "Als Joan Baez hier war, konnte ich mich mit ihr am Bühnenrand unterhalten."

Schulz steht mit Museumsmitarbeiter Edmund Thielow vor der Mini-Ausstellung, einige andere Gäste kommen vorbei. An den vier Wänden hängen mehrere Nachbildungen von Dylan-Bildern. Denn der Folkstar, der im vergangenen Jahr mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wurde, hat in seiner Karriere nicht nur zur Gitarre, sondern auch zum Pinsel gegriffen.

Neben den Bildern sind aber auch ein paar Erinnerungsstücke an 1995 zu sehen: ein T-Shirt mit den Tourdaten, ein großes Werbeplakat, die Setliste von jenem Auftritt am 7. Juli. Erster Song: Down in the Flood. Und sogar eine Hörprobe gab es: ein Live-Mitschnitt des Auftritts im Gründelpark, obwohl das damals verboten war. Der Song: My Back Pages. Einige der Fundstücke bekam das Museum extra von damaligen Konzertbesuchern zur Verfügung gestellt, nachdem die "Freie Presse" einen Leseraufruf gestartet hatte. "Wir hatten ja auf ein paar Fotos gehofft", sagt Thielow. "Offiziell durften keine gemacht werden - auch so eine Eigenart Dylans."

Für Schulz, Thielow und andere Gäste gab es aber genug Material, um ein wenig in der Vergangenheit zu schwelgen. "Jethro Tull, Bob Dylan, Joan Baez - das damals so viele bekannte Leute nach Glauchau kamen, haben wir Robert zu verdanken", sagt Heiko Schulz. "Robert" ist der Spitzname von Thorsten Dahlberg, der in den 1990er-Jahren Kulturamtsleiter in Glauchau war - und heute Museumschef ist. "Ungefähr 300 Besucher, ähnlich wie im Vorjahr", sagt Dahlberg und zeigt sich zufrieden. Die Museumsnacht soll schließlich auch ein wenig in die anderen Ausstellungen locken, die noch im Schloss zu sehen sind. Zu den Lockvögeln gehört auch die Band Wind, Sand & Sterne, die ab 20.30 Uhr im Innenhof für Livemusik sorgt. Auch das passt ins Nostalgiekonzept. Die Truppe war einer der ersten Folkbands in der DDR und hatte ihr maßgebliches Vorbild in - natürlich - Bob Dylan. Nach ein paar Songs wird hier und da sogar das Tanzbein geschwungen.

Mit einem Bierbecher in der Hand beobachtet Dieter Lenz das Konzert. Als Bob Dylan damals im Gründelpark spielte, war er 18 Jahre alt. "Ich stand seinerzeit eher auf Techno." Er habe erst kurz vorher von der Museumsnacht erfahren, wollte eigentlich in das unterirische Gangsystem des Schlosses Hinterglauchau schauen. "Aber da bin ich wohl zu spät." Nun lauscht er der Band, die es schon gab, als er geboren wurde. "Nicht ganz meine Musik. Aber ich find's gut, dass so etwas veranstaltet wird." Auch wenn er dafür zu jung sei.

 
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