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Im August 2013 kam das Wasser aus zwei Kellerfenstern des Hauses Hauptstraße 348 geschossen und flutete den Garten.

Foto: Privat Bild 1 / 2

Als der Hegebach den Keller flutete

Vor fünf Jahren hat es auch in Gersdorf das letzte große Hochwasser gegeben. Noch immer kämpft der Ort mit den Folgen. Auf der Baustelle erinnert sich eine Anwohnerin an die Katastrophe.

Von Hans-Peter Kuppe
erschienen am 14.05.2018

Gersdorf. Elke Polmar wohnt in der Hauptstraße 348. Dort verschwindet der Hegebach in einem Tunnel unter dem Haus. Es ist nur eine der kritischen Stellen im Bachlauf. "Bei uns staut es sich immer vor dem Tunnel, wenn es heftig regnet." Das hat die Rentnerin schon x-mal erlebt, erzählt sie. "Meist standen da mal zehn oder 20 Zentimeter Wasser in der Garage. Das war zu verkraften. Wir haben die Schlammbrühe beseitigt und fertig."

Aber im Juni 2013 war alles anders. Noch bevor Hausbesitzerin Brigitte Patzer und die Bewohner reagieren konnten, flutete der Hegebach das gesamte Terrain. Diesmal stand das Wasser 1,85 hoch über dem Erdboden - bis knapp unter der Laterne, die den Schauer ausleuchtet. Für die beiden Autos in der Garage war es zu spät, die waren nach wenigen Minuten abgesoffen. "Auch die Heizung, die Waschmaschinen, Wäschetrockner, zwei Fahrräder, der Tiefkühler. Und jede Menge Vorräte und Konserven, die im Keller gelagert waren", sagt Elke Polmar. Aus beiden Kellerfenstern schoss damals braune Brühe in dickem Strahl wieder heraus in den Garten. "Das hatten wir zuvor noch nicht erlebt", sagt die rüstige Seniorin. Damals bezahlte zum Glück die Versicherung die meisten Schäden. Täglich sieht sie sich jetzt an, wie es mit der Sanierung des Bachlaufes oberhalb des Hauses vorangeht. "Wir hoffen alle, dass es etwas bringt", sagt sie.

Davon ist Polier Frank Wittig von der Firma Albert Ingenieurbau Chemnitz überzeugt. "Wir legen ja die Bachsohle tiefer, das gibt eine gewisse Pufferwirkung", erklärt er. Der Nachteil: Auch die Ufermauern brauchen deshalb Fundamente, die tiefer liegen. Den Bauauftrag im Umfang von rund 307.000 Euro hatte der Gemeinderat bereits im Spätherbst 2017 vergeben. Das alte Wehr, das sich in Höhe Kesselschmiede befand, musste abgebrochen werden. Dabei fielen etwa 50Kubikmeter Beton an. Außerdem kam auch die kaputte Fischtreppe weg. Ersatzweise soll künftig eine Rampe die Durchgängigkeit für Fische gewährleisten. Beim Erneuern der Ufermauern werden rund 170Tonnen Wasserbausteine verarbeitet. Dabei kommt auch das verwendbare Abbruchmaterial wieder mit zum Einsatz.

Vor vier Wochen haben die Arbeiten im Bereich Abzweig Kesselschmiede begonnen. Frank Wittig hofft, dass ihm das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht. Der Bypass, ein Rohr mit 40 Zentimeter Durchmesser, verkraftet gerade so die normale Wassermenge, die unter normalen Bedingungen an der Baustelle vorbeigeschleust werden muss. "Bis jetzt sind wir mit der Baustelle noch nicht abgesoffen. Das ist zwar für Leute, die im Wasserbau arbeiten, Alltag. Aber solche Ereignisse bringen immer jede Menge Zeitverzug mit sich." Deshalb möchte sich Wittig auch nicht unbedingt festlegen, was das Ende der Arbeiten anbelangt. Schwierig ist die Baustelle durch die beengten Verhältnisse ohnehin. Das ist wie Arbeiten mit dem Bagger im Wohnzimmer. "Aber wir nutzen jeden Quadratmeter Fläche im Bereich des Baches aus. Zum Glück haben die Anwohner dafür viel Verständnis. Das ist nicht selbstverständlich", sagt er.

 
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