Mieter reißen sich ums alte "Ross"

Das historische Gebäude am Altmarkt ist weg. Gestern nahmen Stadträte an einem Rundgang durch den Neubau teil.

Hohenstein-Ernstthal.

Im neuen Wohn- und Geschäftshaus der Wohnungsgesellschaft Hohenstein-Ernstthal (WG HOT) am Altmarkt läuft der Endspurt der Bauarbeiten. "Teilweise haben wir die Wohnungen schon übergeben. Der erste Einzug soll am 15. Dezember erfolgen", sagte Arndt Pahling, Geschäftsführer der WG HOT, gestern bei einem Rundgang für die Hohenstein-Ernstthaler Stadträte.

Die Räte sollten einen Eindruck von den sechs Wohnungen in den drei oberen Etagen des Neubaus bekommen. Sie schwärmten vor allem von der Aussicht. Auf der Südseite der zwischen 80 und 113 Quadratmeter großen Wohnungen eröffnet sich ein Blick nicht nur über die Stadt, sondern auch in Richtung Erzgebirge. Von den Fenstern auf der Nordseite haben die zukünftigen Bewohner einen Blick auf den Altmarkt und das Rathaus. Holzfußböden, moderne Bäder und allerlei Technik, die beispielsweise die Steuerung von Lampen oder Jalousien per Handy ermöglichen, kamen ebenfalls gut an. Werbung braucht die Wohnungsgesellschaft aber nicht mehr zu machen. Alle sechs Wohnungen, die inklusive Nebenkosten zwischen 800 und 1200 Euro kosten, wurden bereits vermietet.

Im Hinterhof, der über eine Zufahrt von der Conrad-Claus-Straße erreichbar ist, gibt es auf der Ebene des Kellergeschosses Stellflächen. "Hier war früher alles komplett zugebaut", erinnerte sich OB Lars Kluge (CDU) an den Zustand, als an dieser Stelle noch das "Braune Ross" stand. Nach langer, aber erfolgloser Suche nach einem Investor, der das historische Gebäude erhalten sollte, hatte es die Wohnungsgesellschaft 2013 erworben. Schnell wurde deutlich, dass der Erhalt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht machbar ist. Deshalb wurde es abgerissen. Im September 2016 erfolgte die Grundsteinlegung für den modernen Neubau. Dessen Entwürfe hatten durchaus für Diskussionen gesorgt. "Natürlich gab es da auch die Meinung, dass es so nicht zum Altmarkt passt. Mittlerweile werde ich aber vorwiegend positiv darauf angesprochen", sagt Arndt Pahling, aus dessen Sicht es heutzutage eben auch an einer solchen Stelle nicht nur historische Nachbauten geben sollte. Mit seiner modernen Fassade, seiner Höhe sorgt das Gebäude für einen Kontrast zu den detailreichen historischen Häuser in der Nachbarschaft, bei deren Sanierung Forderungen des Denkmalschutzes zu beachten waren.

In das Erdgeschoss und die erste Etage des Neubaus wird 2018 auch die Wohnungsgesellschaft einziehen. Die neuen Büroräume sollen Ende Februar fertig sein. Die jetzigen Geschäftsräume an der Kunzegasse sollen dann verkauft oder vermietet werden. Die Gesamtkosten für den Neubau stehen laut Pahling noch nicht ganz fest, dürften sich aber im Bereich der geplanten 2,7 Millionen Euro bewegen. Dafür flossen auch Fördermittel.

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