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Thomas Ebell trainiert mit Schäferhündin Tyra für den ersten Canicross-Wettlauf in der Region. Bei entsprechender Fitness rennt der Läufer durch den Hund bis zu sechs Kilometer pro Stunde schneller.

Foto: Andreas Seidel

Wenn der Hund das Herrchen an die Leine nimmt

Der Wettlauf im Schlepptau des Vierpföters ist eine noch junge Sportart. Zum Canicross gehört sogar ein Panikhaken.

Von Andreas Klinger
erschienen am 13.02.2018

Chemnitz. Als Thomas Ebell vor einem halben Jahr mit seiner Schäferhündin Tyra zu einem flotten Ausdauerspaziergang unterwegs gewesen ist, brachte ihn ein vorbeifahrendes Auto auf eine neue Idee. Auf dem Fahrzeug war etwas von einer neuen Sportart für Hund und Herrchen zu lesen. "Da ich sowieso wieder aktiver Sport betreiben wollte und gerne mit meinem Hund unterwegs bin, war mein Interesse sofort geweckt", sagt Ebell, der auch Vizepräsident für den Wasserball im Schwimm-Club Chemnitz ist. Am 25. Februar wird nun an der Augustusburg der erste Canicross-Wettlauf in der Region stattfinden. Auch für Ebell wird es der erste Wettkampf dieser Art. "Deutschland ist in Sachen Canicross noch ein Entwicklungsland", erklärt er. Erst sechs Jahre sei es her, dass die erste Meisterschaft hierzulande stattgefunden hat.

Die Ausrüstung beim Canicross besteht aus einem Hüftgurt, einer zirka zwei Meter langen Leine mit Ruckdämpfer, Laufschuhen und einem Geschirr für den Hund. "Der Druckpunkt der Befestigung ist dabei so angelegt, dass die Lungen des Hundes nicht belastet werden und ihm keine Schmerzen entstehen", erklärt Ebell. Da beim Canicross Herrchen oder Frauchen vom Hund durch das Gelände gezogen werden, können sich beträchtliche Zugkräfte entwickeln. "Im Vergleich zum Ausdauerlauf ohne Hund schaffen Canicross-Athleten im Schnitt vier bis sechs Kilometer pro Stunde mehr", sagt Ebell. Geschwindigkeiten von bis zu 40 Kilometern pro Stunde seien für gut trainierte Läufer durchaus zu schaffen. "Wenn ein kräftiger 30-Kilo-Jagdhund, der auf Tempo 50 beschleunigen möchte, zieht, ist das wie Klimmzüge mit Gegengewichten."

Wenn es jedoch bergab geht, könne sich diese Zugkraft als gefährlich für den Menschen erweisen, der mit dem Hund eventuell nicht mehr schritthalten kann. Alle für den Sport zugelassenen Gurte verfügen jedoch über einen sogenannten Panikhaken. Der Läufer kann so jederzeit die Verbindung zwischen sich und dem Hund kappen. Den Panikhaken habe er bisher nie gebraucht, erklärt Ebell. Seine zweieinhalbjährige Hündin Tyra, mit der der 56-Jährige seit einem halben Jahr trainiert, habe er immer gut unter Kontrolle. "Das Training verbessert grundsätzlich das Verhältnis zum Tier", sagt Ebell. Tyra sei allgemein ruhiger und ausgeglichener geworden.

Das Training sollte jedoch erst begonnen werden, wenn der Hund das erste Lebensjahr erreicht hat und körperlich ausgewachsen ist. "Später beim Rennen sollen die Hunde dann so einfach wie Autos gesteuert werden", erklärt Ebell. Anhand kurzer Zurufe und leichtem Ziehen an der flexiblen Leine könne dem Tier mitgeteilt werden, in welche Richtung es laufen soll. Die größte Herausforderung sei es, den Hund darauf zu schulen, sich komplett auf sein Herrchen zu konzentrieren und sich während des Rennens nicht ablenken zu lassen. Schließlich sind es die Hunde, die den Läufer ziehen sollen. Allzu lange sollte mit dem Training jedoch nicht gewartet werden. "Ab vier Jahren verlieren Hunde an Lernfähigkeit", erklärt Ebell.

Geeignet seien grundsätzlich alle Hunderassen, die lauffreudig sind und über Jagdinstinkt verfügen, erklärt Canicross-Trainer Sascha Winkler. Der 30-jährige Triathlet ist auch Initiator des Turniers. "Der klassische Laufhund ist der Husky, aber auch Appenzeller, Weimeraner, Australian Shepherds, Labradore, kenianische Bloodhounds oder eben Schäferhunde machen sich gut für das Canicross", erklärt Winkler. Ein zu gemütliches Temperament würde hingegen einige der größeren Doggenarten an den Tag legen. Bei offiziellen Wettkämpfen sei immer ein Tierarzt dabei, der die Hunde auf gesundheitliche Eignung überprüft.

Der Wettkampf Ende Februar richte sich jedoch vor allem an Freizeitsportler. Auch ein elfjähriges Mädchen mit ihrem Husky sei unter den bisher etwa 40 Teilnehmern, so Winkler. "Es können auch Pudel oder Cockerspaniel mitlaufen, ergänzt Thomas Ebell. Deutschlandweit einzigartig sei der Wettlauf, da es nur bergauf geht, und zwar 3,5 Kilometer auf 250 Höhenmeter, bis hoch zum Schloss Augustusburg.

Der Lauf startet an der Talstation und führt über Waldwege bis hinein ins Schlossinnere. Obwohl es paradox klingt, sei das stete Bergauflaufen eine Entlastung für die Teilnehmer. "Am Berg steigt der Widerstand, den der mitgezogene Läufer verursacht. Der Hund wird daher ein moderateres Tempo anschlagen und nicht so sehr voranpreschen", erklärt Winkler.

 
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Wenn der Hund das Herrchen an die Leine nimmt
Canicross - Der Hund zieht, der Mensch läuft hinterher
 
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