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Philipp Maaß an seinem neuen Arbeitsplatz. Der 33-Jährige leitet seit ein paar Tagen die Werdauer Bibliothek.

Foto: Thomas Michel

In Bücherei gibt jetzt ein Mann den Ton an

Die Werdauer Bibliothek feiert im Mai mit einer Festwoche ihr 150-jähriges Bestehen. Für den neuen Chef der Einrichtung die erste Herausforderung.

Von Uwe Mühlhausen
erschienen am 14.04.2018

Werdau. 26 Jahre lang hat mit Sabine Petermann eine Frau die Geschicke der Werdauer Bücherei gelenkt. Vor ein paar Tagen ging die 65-Jährige in Rente. Ihr Nachfolger ist mit 33 Jahren fast halb so alt und ein Mann. Am 3. April übernahm Philipp Maaß die Leitung des Hauses. Der junge Mann, in Heilbronn in Baden-Württemberg aufgewachsen, hat in der Stadtbibliothek von Böblingen seine Lehre als Fachangestellter für Medien und Informationsdienste absolviert, danach in verschiedenen wissenschaftlichen Bibliotheken und öffentlichen Stadtbüchereien gearbeitet und war zuletzt in Bayreuth tätig. "Ich habe schon längere Zeit mit einer leitenden Funktion geliebäugelt, mich auch an mehreren Häusern bundesweit beworben und hatte auch einige Stellen zur Auswahl. Aber letztendlich habe ich mich für Werdau entschieden", sagt der junge Mann. Dass die Entscheidung auf die sächsische Kleinstadt fiel, hatte für den 33-Jährigen verschiedene Gründe. "Ich habe mich im Internet über die Region informiert. Hier stimmt die Infrastruktur, eine Autobahn ist in der Nähe und der Immobilienmarkt ist im Vergleich zu anderen Städten entspannt", begründet Philipp Maaß seine Entscheidung. Sein erster Eindruck nach wenigen Tagen in der neuen Heimat: Hier kann man sich wohlfühlen!

Allerdings hat er sich bei der Wohnungswahl mit seiner Frau gemeinsam für Glauchau entschieden. Der Grund: "Der Makler in Werdau, mit dem wir verschiedene Wohnungen besichtigen wollten, hatte samstags keine Zeit. Bei uns klappte es aus beruflichen Gründen jedoch nur an den Wochenenden. So sind wir in Glauchau gelandet, wollen aber langfristig nach Werdau umziehen", sagt Philipp Maaß. Dann muss nicht nur wieder der gesamte Hausrat der Familie erneut verstaut werden, sondern auch circa 200 Bücher. "Ich habe mit Literatur nicht nur beruflich zu tun, sondern auch hobbymäßig. Ich lese gern Sachbücher, interessiere mich aber auch für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts." Entspannung vom Alltag findet er außerdem beim Wandern und beim Kampfsport. "Ich war sieben Jahre in einem Sportverein und bin in der Region noch auf der Suche nach einem neuen Club. Aber vorerst möchte ich mich erst einmal auf meinen neuen Job konzentrieren."

Die erste große Bewährungsprobe steht bevor: Im Mai feiert die Bücherei mit einer Festwoche ihr 150-jähriges Bestehen. Das Programm dafür hat noch die Amtsvorgängerin von Philipp Maaß zusammengestellt. Der Blick des neuen Büchereichefs geht in die Zukunft. "Ich möchte die Kinder wieder mehr für Literatur begeistern. Laptop und Handy sind heute für Mädchen und Jungen alltägliche Medien, doch bei deren Nutzung werden sie ständig abgelenkt. Beim Lesen ist das anderes. Da muss man sich auf das Buch konzentrieren. Das Ganze ist viel beruhigender. Kinder sind dann nicht mehr so nervös und hektisch", sagt der Leiter der Bücherei. Was er sich für die Zukunft wünscht, ist ein größerer Leserraum für Veranstaltungen aller Art. Und: Er möchte die Zusammenarbeit mit dem an die Bücherei angrenzenden Museum verstärken. "Es gibt viele Dinge, die man künftig gemeinsam machen oder bei denen man sich gegenseitig ergänzen kann." Eine erste Kontaktaufnahme mit dem Museumschef fand bereits statt.

 
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