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Neonazi-Partei baut Strukturen in Westsachsen auf

Ein Vortrags- und Liederabend, Flyeraktionen, morgen eine Demo: "Der dritte Weg" zeigt zunehmend Präsenz im Landkreis. Der sächsische Verfassungsschutz glaubt, dass die Bedeutung der Partei noch steigen wird.

Von Frank Dörfelt
erschienen am 01.09.2017

Zwickau. Die Neonazi-Partei "Der dritte Weg" breitet sich in Westsachsen aus. Auch wenn der Verfassungsschutz derzeit noch von einer überschaubaren Anzahl an Mitstreitern ausgeht, so hatte die Partei zuletzt gleich mehrfach auf sich aufmerksam gemacht. Im Frühjahr gab sie bekannt, einen "Stützpunkt Westsachsen" gegründet zu haben.

Dabei handelt es sich nicht um ein Parteibüro, sondern um eine ideelle Vereinigung. "Wenn der dritte Weg einen neuen Stützpunkt gründet, dann wird nicht einfach nur ein Name ins Leben gerufen, sondern dahinter stecken Aktivisten, die in ihrer Region politisch etwas verändern wollen", heißt es auf der Internetseite der Partei. Für morgen ruft die Gruppierung mit Hilfe von Flyern zu einer Demonstration am Baikal-Einkaufszentrum in Neuplanitz auf. Dort soll es um die "Ausländerkriminalität" in Zwickau und Sachsen gehen. Bereits im letzten Jahr hatte die 2013 gegründete Kleinstpartei in der Region mit Flyern gefordert, die "Asylflut" zu stoppen und Drohpostkarten an die Privatadressen von Kommunalpolitikern verschickt.

Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung war es danach ruhiger um die Partei geworden, die laut sächsischem Verfassungsschutz als "ein Auffangbecken für Neonazis" gilt. Doch der Schein trügt. Der Verfassungsschutz beobachtet den Aufbau von Strukturen in Westsachsen. "Wir gehen von etwa zehn Mitgliedern sowie weiteren Sympathisanten aus", sagte der Pressesprecher des Landesamtes für Verfassungsschutz, Martin Döring.

Abgeschlossen ist der Aufbau in der Region offenbar noch nicht. Zum neuen "Stützpunkt Westsachsen" gehören nach Parteiangaben auch das Erzgebirge sowie die Städte Chemnitz und Zwickau sowie deren Umland. Die Gründung fand in Plauen statt. Dort gibt es auch ein offizielles Büro der Partei. Einer der Redner bei der Gründung des "Stützpunktes Westsachsen": Tony Gentsch. Er gehörte zu den Führungskadern des inzwischen verbotenen bayerischen Kameradschaftsnetzwerkes "Freies Netz Süd" (FNS). Innerhalb des FNS stand Gentsch den Freien Nationalisten Hof vor, die unter seiner Führung in den "Stützpunkt Hof/Saale" des dritten Weges überführt wurden. Die Partei selbst hat ihren Sitz in Bad Dürkheim. Auch auf dem Flyer, der für die Demo in Zwickau wirbt, ist als Kontakt eine Adresse in der rheinland-pfälzischen Kleinstadt angegeben.

Bereits ein paar Wochen zurück liegt ein Vortrags- und Liederabend in einer Zwickauer Gaststätte. Weder die Behörden noch die Polizei hatten davon etwas mitbekommen. Tony Gentsch soll dort die Anwesenden im nach Parteiangaben voll besetzten Saal aufgefordert haben, "die Missstände bei der Asylpolitik aktiv zu bekämpfen". Der dritte Weg vertritt ein Zehn-Punkte-Programm, in dem unter anderem der Ruf nach deutschen Kindern erhoben wird, um den "drohenden Volkstod" abzuwenden. Die Rede ist dort auch davon, dass Deutschland größer als die BRD sei. Als Ziel hat sich die Partei "die Erhaltung und Entwicklung der biologischen Substanz des Volkes" gesetzt. Der Verfassungsschutz hatte im vergangenen Jahr beim dritten Weg sachsenweit etwa 60 Mitglieder gezählt. Das sind 20 mehr als 2015. Bis Ende des Jahres 2017 prognostizieren die sächsischen Verfassungsschützer einen weiteren Ausbau der Strukturen der Partei, in die zahlreiche Neonazis integriert wurden. "Wir gehen von einem vergleichbaren Anstieg des Mitgliederpotenzials wie Ende 2016 aus", sagte Kriminaldirektor Martin Döring.

 
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