Kommissar Charitos geht zur Universität

Krimireihe

Hellas hat das Gröbste hinter sich. Und dennoch kehrt im Leben von Kriminalkommissar Kostas Charitos, der Figur des griechischen Schriftstellers Petros Markaris, auch in seinem elften Romanfall, "Drei Grazien", keine Ruhe ein. Sein Vorgesetzter Gikas geht in Rente, und auch in seinem Team rotiert das Personalkarussell. Dann passieren auch noch mehrere Morde. Die Opfer: zunächst zwei griechische Politiker, die sich für ihren Ministerposten aus den Diensten an der Athener Universität zurückgezogen haben. Einer, der an extremer Esssucht leidet, stirbt an einer ihm anonym gelieferten, vergifteten Torte, der zweite wird beim Joggen hinterrücks erschlagen. Das dritte Opfer ist den umgekehrten Weg gegangen - von der Politik an die Hochschule. Der Mann wird mit einer tödlichen Dosis Blausäure im Blut am Steuer seines Autos gefunden.

Wer hatte hier Rechnungen zu begleichen? Ist das noch Kriminalität oder schon Terrorismus? Charitos und sein Team ermitteln im Hochschulmilieu, das die Krise längst nicht überstanden hat, treten aber auf der Stelle. Das hemmt passagenweise den Lesefluss, sodass die Kapitel, in denen es um Charitos' Privatleben geht - Tochter Katerina steht kurz davor, ihn und seine Ehefrau Adriani zu Großeltern zu machen - zwischendurch diese Längen vergessen machen müssen. Und da ist noch das reizende Damentrio, die "drei Grazien" eben - Urlaubsbekanntschaften von Charitos und seiner Frau, mit denen man sich nun regelmäßig trifft.

"Drei Grazien" wäre kein Markaris-Roman, wenn am Ende noch alles so wäre wie es anfangs ausgesehen hat. So auch in diesem Fall, mit seiner überraschenden, jedoch auch etwas abstrusen Auflösung. (tk)

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