Das leise Ende eines stillen Künstlers

Im Alter von 83 Jahren ist der in Chemnitz geborene Werner Wittig gestorben

Chemnitz.

Seine Grafiken waren leise und sanft, dennoch von großer Kraft, vor allem für seine Holzrisse war Werner Wittig europaweit berühmt. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Künstler am Silvestertag in Radebeul gestorben.

Werner Wittig wurde am 25. Oktober 1930 in Chemnitz Adelsberg geboren, und zunächst deutete nicht viel auf eine künstlerische Laufbahn hin. Nach der Schule lernte er das Bäckerhandwerk, bei einem Unfall verlor er 1948 die linke Hand, die rechte wurde schwer beschädigt. Er schulte zum Industriekaufmann um und besuchte ab 1949 an der Chemnitzer Volkshochschule Abendkurse im Malen und Zeichnen. Dort muss er dem damaligen Direktor der Chemnitzer Kunstsammlungen Friedrich Schreiber-Weigand aufgefallen sein, der den jungen Mann förderte, sodass Werner Wittig von 1952 bis 1957 an der Dresdner Kunsthochschule unter anderem bei Hans Theo Richter und Max Schwimmer studieren konnte.

Wittig baute unter anderem die Dresdner Grafikwerkstatt auf, ab 1970 nutzte er die alte Technik des Holzrisses wieder und verfeinerte sie wie kaum ein anderer. Bis zu sieben Druckstücke druckte er übereinander, erzielte so eine einzigartige Transparenz und Farbigkeit. Für seine Grafik wurde Werner Wittig mehrfach ausgezeichnet. Seiner Geburtsstadt Chemnitz war Werner Wittig immer verbunden geblieben - regelmäßig stellte er bis kurz vor seinem Tod in der Galerie Weise aus. Er förderte auch hiesige Künstler wie Siegfried Otto-Hüttengrund, dessen Holzrisse Wittig lobte - Grund genug für Otto-Hüttengrund dieser Technik bis heute treu zu bleiben. Zur Zeit sind im Empfangsraum der Freien Presse in der Brückenstraße 15 in Chemnitz Grafiken von Werner Wittig, eine Leihgabe der Galerie Weise, zu sehen.

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