Der Klang des Meeres im Erzgebirge

Sinfoniekonzert wurde dank kluger Werkauswahl zum Erfolg

Annaberg-Buchholz/Aue.

Maurice Ravel, Claude Debussy und Leonard Bernstein: diese drei großen Komponisten prägten das Profil der klassischen Musik des frühen 20. Jahrhunderts maßgeblich. Ihnen widmete sich die Erzgebirgische Philharmonie Aue unter der Leitung von Generalmusikdirektor Naoshi Takahashi im zweiten Philharmonischen Konzert der Spielzeit, das am Samstag im Kulturhaus Aue und am Montag im Theater Annaberg gespielt wurde.

Den Auftakt machte Ravels dynamisches Werk "Le tombeau de Couperin". Darauf folgten die "Chichester Psalms" von Leonard Bernstein. Die Einleitung der vertonten Psalmentexte gilt heute als schwere Prüfung für Chortenöre - und zwar aufgrund des geforderten großen Tonumfangs und der rhythmischen Komplexität.

Dem vollen Genuss des Stückes machte leider die räumliche Anordnung von Chor und Orchester einen Strich durch die Rechnung, denn zu Beginn des Werkes wurden die Sänger und Sängerinnen der Singakademie Chemnitz komplett vom Orchester überlagert, sie waren kaum zu hören. Das änderte sich glücklicherweise im Laufe des Vortrags, später spielte sich das Ensemble ein, jede Stimme fand ihren Platz, war gut verständlich und konnte sich voll entfalten.

Dabei tat sich vor allem der Solist Stefan Kunath besonders hervor. Im klaren Altus sang der Countertenor Psalmen auf Hebräisch und erzeugte damit eine Intensität, die den Vortrag zum Erlebnis machte. Gastdirigent Andreas Papst unterstützte die Wirkung, indem er nicht nur dem Solisten, sondern auch Chor und Instrumenten viel Raum zur Klangentfaltung ließ, sodass Stimmen ausklingen, aber auch ineinanderfließen konnten.

Das dritte gespielte Musikstück und Abschluss des Konzerts war "La Mer" von Claude Debussy, ein beliebter Evergreen, oft als Filmmusik verwendet und doch voller Charme. Der Vortrag der Erzgebirgischen Philharmonie ließ dabei keine Wünsche offen, das Meer war förmlich spürbar. Insgesamt wurde das zweite Philharmonische Konzert dieser Spielzeit dank kluger Auswahl der gespielten Werke zum Erlebnis, das auch mit entsprechend lang anhaltendem Applaus honoriert wurde.

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