73-Jähriger beweist siebten Sinn für Hilfe

Ob es darum geht, auf dem Friedhof anzupacken, den Rasen im Pfarrgarten zu mähen oder Äpfel zu ernten: Günter Baier scheut die Arbeit nicht. Dafür gibt's einen Dankesstollen.

Kleinrückerswalde.

"Ich sehe ihn immer wieder auf dem Friedhof werkeln", sagt Monika Brückner. Die Annabergerin kennt den rüstigen Ruheständler Günter Baier gut und nimmt auch wahr, was dort alles durch sein Engagement geschieht. Baier schneidet die Hecken und Bäume, wechselt das Schloss am Friedhofstor in Kleinrückerswalde und hat in diesem Jahr auch die Trauerhalle sichtbar auf Vordermann gebracht. "Ich habe gesehen, dass die Stufen kaputt waren und auch Farbe an den Wänden fehlt. Das unschöne Bild wollte ich nicht länger hinnehmen", sagt Günter Baier. Also versorgte er sich Material und Farbe und brachte die Dinge in Ordnung. "Das kann der Buchholzer Friedhofsmeister in wöchentlich vier Stunden Arbeitszeit auf unserem Friedhof unmöglich stemmen", hat Baier registriert und eingegriffen.

"Es war mir ein Bedürfnis, dem Günter auf diese Weise Danke zu sagen. Er ist ein herzensguter Mann", sagt Monika Brückner und schlug Baier für die Dankesstollenaktion vor. Er erhielt einen Stollen aus der Königswalder Bäckerei Weisbach.

Der ehemalige Kraftfahrzeugmeister indes, so sagt seine Ehefrau Karin, trage das Helfersyndrom in sich. Über die Friedhofseinsätze hinaus ist er dabei, wenn es um Transporte zum Winteraktionstag in der Montessorischule oder dem Kindergarten geht. "Er steht einfach auf der Matte und hilft", hat die Kindergärtnerin Monika Brückner erlebt.

"Die Leute glauben manchmal, ich bin sowieso zuständig", registriert Baier bei seiner Beschäftigung auf dem Friedhof. "Ich höre mir an, was sie zu sagen haben und antworte: Ich leite das weiter", erklärt er mit Schalk in den Augen. "Was ich mit meinen Händen tun kann, das mache ich." Dabei ist Günter Baier keinesfalls einer, der im Rampenlicht stehen möchte. Und so engagiert er sich seit 55 Jahren außerdem in der Freiwilligen Feuerwehr Annaberg und agiert seit 18 Jahren als Mitglied beim Technischen Hilfswerk.

"Ich wünsche mir, dass der Friedhof in Kleinrückerswalde erhalten bleibt", sagt der Christ Baier und hofft, dass sich in Zukunft auch junge Leute aus dem Ort für die Fläche verantwortlich zeigen. Vielleicht sei das Rasenmähen dort statt Jogging eine gute Alternative, um körperliche Fitness nach Feierabend zu trainieren, meint Baier.

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