Ablehnung von Windpark schlägt Wellen

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Zur Haltung von Amtsberg hat sich ein Grünen-Abgeordneter geäußert. Dessen Kritik sieht der Bürgermeister als Beleg für oberflächlichen Umgang mit dem Thema.

Amtsberg.

Zum geplanten Windpark, den eine Freiberger Firma im Ortsteil Weißbach errichten will, hatte Sylvio Krause kürzlich bei der Amtsberger Gemeinderatssitzung Neues zu verkünden. "Die Landkreisbehörde setzt das Verfahren für den Zeitraum der Veränderungssperre aus", erklärte der Bürgermeister. Zugleich machte er klar, dass dieser Schritt der Kommune noch nicht weit genug reicht. "Wir gehen davon aus, dass es zur Ablehnung des Genehmigungsantrags kommen muss", so Krause.

Das Thema dürfte die Kommune ohnehin noch länger beschäftigen, da die Freiberger Firma beim Oberverwaltungsgericht in Bautzen zwei Normenkontrollanträge eingereicht hat, um das Vorgehen der Gemeinde prüfen zu lassen. Doch nicht nur die Planer der vier Windräder sehen das Amtsberger Verhalten kritisch.

Auch Daniel Gerber, der energie- und klimapolitische Sprecher der Grünen im sächsischen Landtag, hält den Standpunkt der Gemeinde weder für angemessen noch für zeitgemäß. Speziell den Bürgermeister stellt Gerber in einer Pressemitteilung an den Pranger. So sei den "Äußerungen hinsichtlich der Nutzung Erneuerbarer Energien in seiner Kommune zu entnehmen, dass Herr Krause die akute Bedrohung, die vom Klimawandel ausgeht, noch nicht erkannt hat", steht im Schreiben, auf das Krause nun reagierte.

Vor allem der Vorwurf, dass der geplante Bau von Eigenheimen auf etwa 180 Hektar einen deutlich invasiveren Eingriff in Landschaft und Natur darstelle als wenige Standorte mit Windkraftanlagen, brachte den Bürgermeister zum Staunen. Im Bezug auf die von Gerber angesprochenen Bebauungspläne stellte Krause klar: "Der überwiegende Teil, nämlich 90 Prozent, der in den beiden Aufstellungsbeschlüssen benannten Flächen soll ja gerade von der Bebauung freigehalten werden, um den Siedlungsschwerpunkt nicht negativ zu beeinflussen." Gemeint sind die 160 Hektar des Planungsbereichs "Gelenauer Straße Südwest", auf denen der Grünen-Politiker offenbar bald Eigenheime vermutet. "Dieser Höhenrücken soll aber von jeglicher Bebauung freigehalten werden", betonte Krause und verwies auf die Begründung im Planverfahren "zur Erhaltung der gegenwärtigen natürlichen Umgebung".

Neue Wohnbauflächen sollen lediglich auf dem 18 Hektar großen Gebiet Wiesenweg/Gelenauer Straße hinzukommen. "Und das auf Anfragen der jetzigen Grundstückseigentümer hin", so Krause. Wie die auf vielen Seiten dokumentierten Pläne von Daniel Gerber interpretiert wurden, lässt Amtsbergs Bürgermeister nur den Kopf schütteln. "Wenn die Grünen so oberflächlich mit der Energiewende umgehen, wie sie die Aufstellungsbeschlüsse zu den Bebauungsplänen des Gemeinderates gelesen beziehungsweise geprüft haben, brauchen wir uns nicht wundern, dass in der Bevölkerung vor Ort keine Akzeptanz zu erreichen ist", äußerte Krause seinerseits harsche Kritik.

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