Altlasten im Akkuwerk werden erkundet

Ein halbes Jahrhundert etwa wurden im Sehmatal Batterien produziert. Welche Spuren hat diese Zeit hinterlassen? Die Suche nach Antworten gestaltet sich schwierig.

Sehmatal.

Sie steht mitten im Ort an der Hauptverkehrsader und beschäftigt die Sehmataler: die Brache des einstigen Akkuwerkes. Viele Einwohner des Ortes wünschen sich, dass sie verschwindet. Das ist in der Diskussion zur künftigen Ortsentwicklung in den vergangenen Monaten deutlich geworden. Eine Herausforderung für alle Beteiligten. Zum einen, da die Besitzverhältnisse kompliziert und bisher noch nicht abschließend geklärt sind - was auch das Agieren für die Kommune schwierig gestaltet. Zum anderen, da es bisher keine gesicherten Angaben zu möglichen Altlasten auf dem Gelände gibt. In dem Werk waren seit den 1950er Jahren Batterien und Akkumulatoren für industrielle Zwecke produziert worden. Wie lange - darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Die Spanne reicht von 1998 bis 2011.

"Aufgrund der langjährigen Produktion von Batterien sind branchentypisch Kontaminationen des Erdreiches mit Schwermetallen, insbesondere Blei sowie Belastungen durch organische Schadstoffverbindungen, zum Beispiel eingesetzte Lösemittel, zu erwarten", sagt André Beuthner von der Pressestelle des Landratsamtes. Das hat jetzt ein qualifiziertes Ingenieurbüro mit der Erkundung der Altlasten beauftragt. Dazu gehören nach Angaben der Behörde zunächst technische Erkundungsmaßnahmen: Bohr- und Schürfarbeiten zur Entnahme von Bodenproben sowie Bodenluftproben, die Errichtung von Grundwassermessstellen zur Entnahme von Grundwasserproben sowie die Durchführung von Oberflächenwasseruntersuchungen in der Sehma.

Der Teil der Untersuchung ist bis Ende Juni erfolgt. Dem schließt sich die analytische Untersuchung der vor Ort entnommenen Proben in einem akkreditierten Labor an. Liegen diese vor, könne die Auswertung der Erkundungsergebnisse vorgenommen und ein Ergebnisbericht erstellt werden, erläutert André Beuthner die weitere Verfahrensweise. Nach Vorlage des Berichtes erfolge abschließend die behördliche Bewertung der Untersuchungsergebnisse durch das Landratsamt des Erzgebirgskreises als zuständige untere Bodenschutzbehörde. Mit deren Abschluss rechnet die Verwaltung im vierten Quartal dieses Jahres. Abhängig von den konkreten Untersuchungsergebnissen - unter anderem Art und Höhe der Schadstoffbelastung sowie deren Ausdehnung - und der darauf aufbauenden Gefährdungsabschätzung werde dann auch über mögliche weitere Maßnahmen im Rahmen der Altlastenbearbeitung entschieden.

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