Auf kleine Patienten wartet neue Ärztin

Jana Ondriasova übernimmt ab heute den Bereich Kinderheilkunde im Medizinischen Versorgungszentrum des Erzgebirgsklinikums. Die Begeisterung für das Fachgebiet hat sie geerbt. Doch was unterscheidet die Arbeit mit Kindern von der mit Erwachsenen?

Annaberg-Buchholz.

Das Behandlungszimmer ist hell und freundlich. An den Wänden hängen Zeichnungen von Kindern, Kuscheltiere und Spielzeug liegen bereit. Der Raum gehört Fachbereich Kinderheilkunde des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) des Erzgebirgsklinikums. Bis gestern hatte hier Karl-Johann Terpe das Sagen. Er wechselt nun den Arbeitgeber. Daher ist ab heute Jana Ondriasova die Kinderärztin im MVZ. Die 38-Jährige lebt und arbeitet seit 2012 in Annaberg-Buchholz. Damals zog die Slowakin mit ihrem Mann und den drei Kindern ins Erzgebirge. Im Dezember beendete sie ihre Facharztausbildung zur Kinder- und Jugendmedizinerin. Seit Langem habe sie aber das Ziel gehabt, das Fachgebiet Kinderheilkunde im MVZ zu übernehmen. Das kommt nicht von ungefähr. Ihre Mutter ist ebenfalls Ärztin und betreibt in der Slowakei eine eigene Kinderarztpraxis. Ursprünglich sollte die mal Jana Ondriasova übernehmen. Doch nach der Geburt ihres dritten Kindes verschlug es die junge Ärztin ins Erzgebirge, das mittlerweile zu einer zweiten Heimat geworden ist. Vor allem die Winter haben es der Slowakin angetan. In Bratislava, wo sie lange lebte, habe es nie so viel Schnee gegeben.

Jana Ondriasova spricht einwandfreies Deutsch, allerdings hört man am Akzent, dass sie nicht ursprünglich aus dem Erzgebirge kommt. Oft werde sie von ihren jungen Patienten darauf angesprochen, erzählt die Medizinerin fröhlich. Verständigungsprobleme gebe es aber keine. Bereits in der Schule habe sie Deutschunterricht gehabt. Bevor sie ins Annaberger Klinikum kam, habe sie ihre Kenntnisse aufgefrischt. Mit dem hiesigen Dialekt hatte sie am Anfang aber ein paar Probleme. Doch das sei Vergangenheit.


Dass sie nun im MVZ arbeitet, macht Jana Ondriasova sehr glücklich. "Es ist toll. Hier lernt man Kinder von der Geburt an kennen und begleitet sie bis sie 18 Jahre alt sind." Impfungen, U-Untersuchungen, Husten, Schnupfen, Grippe: Auf die Ärztin wartet der ganz normale Kinderarztpraxis-Alltag - mit einem Unterschied. Die Anbindung an das Klinikum biete viele Vorteile. Röntgen und Labor sind quasi um die Ecke. Bei schlimmen Krankheiten kann sie Patienten auch direkt auf die Station überweisen.

Doch woher weiß man, was einem Kind fehlt, wenn es vielleicht noch nicht einmal richtig sprechen kann? "Gespräche mit den Eltern sind sehr wichtig", sagt Jana Ondriasova. Sie kennen ihre Kinder sehr genau, können kleinste Veränderungen im Verhalten feststellen. Und um den Schrecken vor der Untersuchung zu nehmen, hat die Kinderärztin auch immer ihre kleinen Helfer dabei - Frosch und Maus als Handpuppen. Sie helfen, die ein oder andere Träne zu trocknen oder gleich zu verhindern.

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