Bauarbeiten auf Annaberger Einkaufsstraße beendet - bis zum Frühjahr

Zur Freude der Händler hat die Stadt Wort gehalten. Pünktlich zum Beginn des Weihnachtsmarktes gibt es auf der Annaberger Einkaufsmeile keine Hindernisse mehr. Doch es setzt auch Kritik.

Annaberg-Buchholz.

Der erste Abschnitt ist beendet. Die Buchholzer, auch als Einkaufsmeile der Kreisstadt bezeichnet, kann als solche wieder uneingeschränkt genutzt werden. Am gestrigen Dienstag sind die Bauarbeiten für dieses Jahr eingestellt worden. Erst im Frühjahr, sobald es die Witterung zulässt, soll es weitergehen, sagt Christian Uhlig, Sachgebietsleiter Hoch- und Tiefbau in der Stadtverwaltung.

Für die Händler links und rechts an der Straße heißt das, circa vier Monate durchatmen. Vier Monate, in denen der Umsatz möglichst wieder eingefahren werden muss, der seit Beginn der Bauarbeiten Anfang April weniger in der Kasse geklingelt hat, weil vor allem die Laufkundschaft ausgeblieben ist, wie etwa Steffi Mann erzählt. "Wir haben das richtig gespürt", sagt die Inhaberin des Geschäfts Tee und Erlesenes. Der Grund dafür sei aber nicht allein in der Baustelle Buchholzer zu suchen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass parallel auch noch die Klosterstraße voll gesperrt war und zusätzlich die Tiefgarage Markt über mehrere Wochen. In solch einer Situation hätte sie sich gewünscht, dass ausnahmsweise doch einmal der Marktplatz zum Parken freigegeben wird. Ähnliche Kritik übt auch Antje Schilling, Inhaberin des Mode Express'. Eine bessere Koordination der ganzen Baustellen in der Innenstadt wäre ihrer Meinung nach wünschenswert gewesen. Als alles gesperrt war - also auch Klosterstraße und Tiefgarage - habe sie einen richtigen Abbruch des Kundenstroms festgestellt.

Mit dem Ergebnis der ersten Etappe indes ist Antje Schilling sehr zufrieden. "Die Buchholzer ist richtig schön geworden", sagt sie. Das sieht auch Steffi Mann so: "Aufgrund des Zustandes der Straße war eine Sanierung dringend nötig. Da gibt es keine andere Meinung. Und wenn ich mir das Ergebnis jetzt anschaue, dann finde ich das richtig toll." Auch viele Kunden hätten sich dahingehend schon positiv geäußert. Viel Lob gibt es von den beiden Geschäftsfrauen zudem für die Baufirma.

Letzterem schließt sich auch Bauamtsmitarbeiter Christian Uhlig an. Die Zusammenarbeit sei stets konstruktiv gewesen. Dass man mit der Baustelle jetzt drei bis vier Wochen im Verzug sei, lastet er in keiner Weise der Firma an. "Eigentlich wollten wir bis vor zur Siebenhäusergasse kommen", so Uhlig. Dass das nicht gelungen ist, habe im Prinzip eine Ursache. Laut Uhlig gebe es keine oder nur unvollständige Pläne darüber, was alles so in der Buchholzer Straße an Kanälen und Leitungen verlegt ist, die bis auf eine Hochdruckgasleitung alle getauscht oder zumindest saniert werden. Wenn schon Aufzeichnungen dazu vorlagen, hätten zumindest die Höhenangaben gefehlt. Insofern ist Uhlig froh darüber, dass in der gesamten Bauzeit bislang kein Kabel, keine Leitung beschädigt wurde. Das sei zu einem Großteil auf eine neue Technologie zurückzuführen, die zum Einsatz kam und von der selbst Frauen begeistert waren, wie Steffi Mann erzählt. Gemeint ist eine Art überdimensionaler Staubsauger, mit dem Erde abgesaugt wurde, gerade an sensiblen Stellen wie etwa unterhalb von Kabel, wofür bislang ein Bagger zum Einsatz kam.

Im nächsten Jahr sollen die Arbeiten bis etwa zum Geschäft Leos Trendmode fortgeführt werden. Zudem will die Stadt schon 2020 beginnen, den bereits fertiggestellten Teil der Buchholzer "zu möblieren", sagt Uhlig. Das heißt, dieser erste Abschnitt wird bereits wie geplant mit Sitzgelegenheiten, Grün sowie Spielgeräten ausgestattet, sodass das Publikum einen tatsächlichen Eindruck davon erhält, wie die Buchholzer aussehen wird, wenn sie denn in Gänze fertiggestellt ist - also bis auf Höhe Weidener Platz.

Wann das soweit ist, vermag Uhlig derzeit allerdings noch nicht zu sagen. Die Ausschreibungen enden erst einmal mit dem Ausbau des Knotens Buchholzer-/Johannisstraße, der für 2021 geplant ist. Wichtig auch: Am avisierten Kostenrahmen von 2,3 Millionen Euro habe sich bislang nichts geändert.

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