Burg Scharfenstein erneut mit Gästeminus

Mit nur 41.605 Besuchern im Jahr 2019 ist der Schlossbetrieb unzufrieden

Scharfenstein.

Die überaus gute Besucherbilanz des Schlossbetriebes Augustusburg/Scharfenstein/Lichtenwalde, die für das Jahr 2019 vorgelegt wurde, widerspiegelt sich nicht in den Zahlen für die Burg Scharfenstein. Obwohl sie als Kleinod unter den mittelalterlichen Anlagen im Freistaat und weit darüber hinaus gilt, hatte sie im Vorjahr mit 41.605 Besuchern erneut einen Rückgang, und zwar um vier Prozent (absolut 1659) zu verkraften. Das ist vor allem schmerzlich, weil auch das Jahr 2018 bereits ein Minus gegenüber 2017 gebracht hatte. Damals kamen rund 3000 Schaulustige weniger.

Schloss-Geschäftsführerin Patrizia Meyn glaubt nicht, dass es an zu wenig oder nicht ansprechenden Angeboten liegt. Auch die Verkehrsanbindung sei zum Beispiel durch die Erzgebirgsbahn sogar besser als anderenorts. Ein großes Problem sei vielmehr, dass die beliebte Burgschänke seit einem Jahr geschlossen ist, weil sich kein neuer Koch findet. "Viele, die die Burg in der Vergangenheit ansteuerten, haben das auch getan, um dort vor oder nach dem Ausstellungsbesuch einzukehren. Die Küche hatte einen guten Ruf. Das fehlt vielen jetzt." Zwar sei es gelungen, wenigstens den Café-Betrieb aufrechtzuerhalten, aber ein Ersatz sei das nicht. "Wir suchen weiter dringend einen neuen Pächter", betonte Meyn. Die vor allem als Familienerlebnisburg bekannte Einrichtung wartet dieses Jahr ab 22. März mit einer neuen Sonderausstellung auf: Bei ihr dreht sich alles um das Sandmännchen. Die Schau, die auch viel Hintergründiges erzählt, wird neun Monate zu sehen sein und war bereits in anderen Teilen vor allem Ostdeutschlands ein Renner.

Der 2019 geschaffene Outdoor-Bereich vor der Burg in Form eines Mittelalter-Dorfes wird in diesem Jahr eine modifizierte Auflage erleben, sagt die Schlosschefin. Größere Baumaßnahmen, wie zuletzt die Sanierung des Burgfriedes, stünden 2020 nicht an.


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