Chinesen stranden mit Reisebus in Cunersdorf

Reparatur von Fahrzeug dauert länger als gedacht - Einwohner helfen

Cunersdorf.

Unverhofft sind die Bewohner des Annaberg-Buchholzer Stadtteils Cunersdorfer am Freitag Gastgeber für eine chinesische Reisegruppe geworden. Los ging das nicht ganz alltägliche Ereignis gegen 12.30 Uhr, als die örtliche Feuerwehr zur August-Bebel-Straße gerufen wurde - aus einem Reisebus lief Kühlwasser aus.

Wie Feuerwehrsprecher Paul Schaarschmidt informiert, rückten neun Kameraden an. Sie nahmen die Betriebsmittel auf und sicherten den Verkehr. Die rund 30-köpfige Reisegruppe wurde kurzzeitig ins Gerätehaus der Feuerwehr gebracht. "Man ging aber davon aus, dass der Bus bald wieder fahren könne oder ein Ersatzbus kommt", schildert Schaarschmidt. Doch daraus wurde vorerst nichts. Die Anwohner Christian Schmieder, zugleich Feuerwehrmann, und Wolfram Richter versuchten im Anschluss technisch zu helfen, suchten etwa eine Buswerkstatt in Annaberg-Buchholz auf. Als 17 Uhr noch immer keine Weiterfahrt in Sicht war, wurde Ortschaftsrätin Cathrin Schaarschmidt benachrichtigt. "Diese schloss sofort das Haus der Vereine auf, damit bei gewittrigem Wetter Toiletten und sichere Unterkunft gegeben waren. Die Kommunikation war nur teilweise auf englisch möglich und schwierig. Weitere Anwohner von Cunersdorf stellten Sitzgelegenheiten und Getränke bereit und halfen, wo es ging", erzählt der Feuerwehrsprecher. Die Ortschaftsrätin besorgte mit zwei Chinesen in einem Dönerladen Verpflegung für alle.


Zwischenzeitlich war auch der Reparaturservice für den Bus eingetroffen, sodass dieser gegen 20.30 Uhr weiter zum eigentlichen Reiseziel nach Prag fahren konnte. Ein Ersatzbus kam erst nach 21 Uhr an. Der wurde dann aber nicht mehr benötigt. "Die Chinesen waren unendlich dankbar für die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. Unzählige Mengen Bilder wurden geschossen", bilanziert Paul Schaarschmidt einen für die Cunersdorfer außergewöhnlichen Tag. (urm)

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