Danke-Stollen für Kitachefin: Corona fordert tägliches Improvisationstalent

Stollenaktion: Kitaleiterin Silke Fiedler aus Steinbach blickt auf ein Jahr voller Entbehrungen für die rund 40 Kinder der Einrichtung. Egal ob Bienenprojekt, Indianerfest oder Oma-Opa-Tag - alles musste ausfallen. Trotzdem hatten die Kleinen nie Langeweile.

Erzgebirge.

Silke Fiedler ist sichtlich verdutzt, als ihr Klaus Teucher einen Stollen überreicht. Er, der Vorsitzende des Sportvereins DTSV 1867 Steinbach, hatte die Leiterin der Steinbacher Kindertagesstätte "Glösensteinwichtel" bei der "Freien Presse" für einen Dankeschön-Stollen vorgeschlagen. Und dieser Wunsch wurde Klaus Teucher von der Redaktion und der Annaberger Backwaren GmbH, die die Aktion in diesem Jahr unterstützt, erfüllt.

Mit dem süßen Backwerk verbunden hatte Teucher Worte der Anerkennung für Silke Fiedler und ihr Engagement für die Mädchen und Jungen des Ortes - ob als Kita-Leiterin oder ehrenamtlich in Sachen Kindersport. "Ich mache das doch gern", sagt Silke Fiedler, der der Rummel um ihre Person schon fast etwas peinlich ist. Dabei ist sie gerade in den zurückliegenden Monaten beruflich so gefordert gewesen, wie vielleicht noch nie. "Es war ein Jahr der Entbehrungen", sprudelt es aus ihr heraus. "Wegen Corona konnten wir das Indianerfest am Kindertag nicht durchführen, unser geplantes Bienenfest mussten wir absagen, weil kein Fremder in die Einrichtung durfte, und auch der im Oktober geplante und immer sehr gut besuchte Oma-Opa-Tag konnte nicht stattfinden", erzählt die Steinbacherin. Doch damit nicht genug. "Wahrscheinlich darf auch unsere Weihnachtsfeier nicht wie üblich stattfinden. Wie erklären wir das den Kindern?", fragt Silke Fiedler.

Apropos Kinder. Die hätten das Ganze bislang relativ gut weggesteckt, aber natürlich schon wahrgenommen, dass so manche Dinge etwas anders laufen als geplant. Die ganz Kleinen hätten manchmal etwas Angst, wenn Erwachsene mit Maske kommen. "Die größeren Kinder haben schon Bilder von dem Virus gemalt und sagen immer nur ,das blöde Corona'", verrät Fiedler.

Damit bei den rund 40 Mädchen und Jungen der Kita keine Langeweile aufkommt und sie dennoch einen möglichst abwechslungsreichen Tagesablauf erleben, ist viel Improvisation und Einsatz seitens der Leiterin und der Erzieherinnen gefragt. Das geht oft nur mit Überstunden. Deshalb hat Silke Fiedler schweren Herzens nach 18 Jahren nun ihre Funktion als Abteilungsleiterin Kindersport abgegeben. "Wenn ich gebraucht werde, helfe ich aber auch künftig gern mal aus. Ich bin ja nicht aus der Welt", verspricht sie Klaus Teucher.

Aufruf Wer soll für seinen außergewöhnlichen Einsatz in dieser Corona-Zeit einen Dankes-Stollen bekommen? Vorschläge nimmt die "Freie Presse" per E-Mail und unter Ruf 03733 141-13141 entgegen. Wir bitten, eine kurze Begründung sowie eine Telefonnummer als Kontakt mitzuschicken.

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