Die Kunst des Melkens

Wer wird der beste Melker des Erzgebirges? Diese Frage wird in wenigen Tagen beantwortet sein. Bis dahin kämpfen angehende und gestandene Landwirte am Melkstand gegeneinander. Bei dem Wettstreit geht es aber auch um das Image der Milcherzeugung.

Arnsfeld.

Steht das Melken der Kühe bei der Agrargenossenschaft Arnsfeld an, haben die Mitarbeiter des Landwirtschaftsunternehmens eine Menge zu tun. Am gestrigen Dienstag erhielten die Landwirte aber Unterstützung. Der Betrieb ist einer der Austragungsorte des diesjährigen Leistungsmelkens im Erzgebirge. Alle zwei Jahre findet dieser Wettbewerb, an dem sich Auszubildende und Facharbeiter beteiligen, statt. Für das Melken am Fischgräten-Melkstand - die Kühe stehen dabei nebeneinander - kamen die Teilnehmer nach Arnsfeld. Der Wettbewerbsteil, bei dem am Karussellmelkstand gemolken wird, fand bereits in der vergangenen Woche im mittelsächsischen Marbach statt. Ein Teil des Altlandkreises Freiberg gehört mit zum Gebiet. Am Ende wird es je nach Melkstandart einen Erzgebirgsmeister geben.

In Arnsfeld wird bis Donnerstag um die Wette gemolken. Am ersten Tag mit dabei war Thomas Berger. Er arbeitet bei der Agrargenossenschaft Arnsfeld, hatte sozusagen Heimvorteil. Dass er den nicht unbedingt braucht, um sich den Titel zu holen, bewies der 35-Jährige bereits in den vergangenen Jahren. Er ist einer der alten Hasen, wenn es um den regionalen Leistungsmelken-Wettbewerb geht. Nicht nur einmal belegte Berger vordere Plätze, selbst den Titel holte er bereits. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Auch die 21-jährige Jasmin Hänel war bereits Erzgebirgsmeisterin, 2015 bei den Auszubildenden.

Das Melken ist aber nur ein Teil der Prüfung. Daneben müssen die insgesamt 42 Teilnehmer aus 16 landwirtschaftlichen Betrieben - unter anderem aus Weißbach, Königswalde, Heidersdorf, Gornsdorf und Mildenau - auch einen Theorietest bestehen. Innerhalb von 20 Minuten müssen da 20 Fragen beantwortet werden. Des Weiteren absolviert jeder drei Stationen, bei denen unter anderem Futter, Reinigung und Desinfektion und die Dokumentation für jede einzelne Kuh im Fokus stehen. 160 Punkte können maximal erreicht werden, wobei allein das perfekte Melken 100 bringen kann.

Melkwettbewerbe sollen die Auszubildenden und Fachkräfte motivieren, Werbung für den Beruf machen, den Erfahrungsaustausch fördern und nicht zuletzt auch auf das Thema der Milcherzeugung aufmerksam machen, erklärt Falk Sieber vom Regionalbauernverband Erzgebirge. Denn hinter jedem Liter Milch - im Schnitt gibt eine Kuh 20 bis 25 Liter pro Tag, manche auch deutlich mehr - steckt jede Menge Arbeit. Das Leistungsmelken ist daher auch ein Blick hinter die Kulissen eines Supermarktes, in der die Milch wie selbstverständlich, handlich verpackt, jederzeit verfügbar ist.

Und wer hat gewonnen? Dieses Geheimnis wird am 1. Oktober gelüftet.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...