Ein Bauerngarten der Generationen

Das Haus der Familie Reuter befindet sich ziemlich nah an einer stark befahrenen Straße. Doch plötzlich steht der Gast zwischen Obstbäumen, Kartoffel, Blumen und hört Wasser plätschern. Ein kleines Paradies, wo Gras noch mit der Sense gehauen wird und Insekten über Blühendes fast schon stolpern.

Geyersdorf.

1900 Quadratmeter Natur pur. So könnte der Garten der Familie Reuter aus Geyersdorf beschrieben werden. Mittendrin das Wohnhaus, in dem drei Generationen leben. Und die Geschichte dieses Gartens reicht noch weiter zurück. Da sind zum Beispiel die Obstbäume, die der Großvater von Dietrich Reuter - er ist 72 Jahre alt und lebt seit seiner Kindheit in dem Haus - gepflanzt hat. Der Großvater war es auch, der dem Geyersdorfer alles beibrachte, was ein Hobby-Gärtner wissen muss. Und er wiederum gibt sein Wissen an seine Tochter Anke Reuter weiter. "Der Garten ist ein Familienprojekt", sagt die 50-Jährige. Jeder helfe mit. Ihre Mutter Karin Reuter ist die Blumenbeauftragte. Vater Dietrich kümmert sich am liebsten um Kartoffeln und anderes Gemüse. Anke Reuter widmet sich den Beeten im oberen, besonders steilen Bereich. Aber eigentlich packt jeder dort an, wo es nötig ist. Im Sommer verbringen die Reuters den ganzen Tag draußen. Zu tun gibt es schließlich immer was.

Das Grundstück ist ein richtiger Bauerngarten - eine Kombination aus Gemüse, Obst, Kräutern, Blumen, Bäumen und Sträuchern. Und die Hobby-Gärtner tun viel, damit es nicht nur ihnen, sondern auch den Tieren in ihrem Garten gefällt. "Wir lassen viel für die Insekten stehen", sagt Anke Reuter. Das Gras wird teilweise auch mit der Sense gehauen. Das macht die 50-Jährige selbst, gelernt hat sie es von ihrem Vater, der für das Dengeln der Sense zuständig ist. Überall hängen zudem Vogelhäuschen. Überhaupt gibt es auf dem Gelände viele Unterschlupfmöglichkeiten für Tiere, wie zum Beispiel die steinernen Stützmauern am Hang. Egal ob Biene oder Ringelnatter, die Reuters leben gern mit den wilden Tierchen und ihren nicht ganz so wilden Hasen.

Vor allem in den vergangenen heißen Sommern war Dietrich Reuter froh, dass es einen Brunnen auf dem Grundstück gibt. Unablässig plätschert es. Ein Geräusch, dass die Reuters verinnerlicht haben. "Wenn es nachts aufhört zu plätschern, werde ich wach", erzählt Dietrich Reuter. Wasserplätschern, Vogelgezwitscher, Bienensummen - von der nahegelegenen Hauptstraße ist hier nichts mehr zu hören.

Und wie ist das aktuelle Gartenjahr bisher gelaufen? Beim Obst sehe es etwas schlecht aus, die Blüte ist im Frühjahr erfroren, erzählt Anke Reuter. Beim Gemüse ein anderes Bild. Vor allem bei den Rüben und beim Kohlrabi konnten Prachtexemplare geerntet werden. Auch der Sonnenhut erstrahlte in diesem Jahr, erzählt Karin Reuter. Und weil sich die Reuters, die alle einen grünen Daumen zu besitzen scheinen, sich keinen schöneren Garten vorstellen können, bewerben sie sich bei der diesjährigen Sonderkategorie der Gartenmeisterschaft von "Freie Presse" und dem Annaberger RHG-Markt. "Naturnahe Gärten" heißt sie. Noch bis zum heutigen Samstag können Vorschläge auch in den übrigen Kategorien - Blumen/Exoten, Obst/Gemüse/Kräuter und Skurriles - eingereicht werden. Wer die Gartenmeister 2019 sind, wird am 12. Oktober bei einem Kartoffelfest im RHG-Markt in Annaberg-Buchholz verkündet.

Vorschläge können nur noch am heutigen Samstag, 28. September, eingereicht werden.red.annaberg@freiepresse.de

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