Ein Blick auf verborgene Schätze der sächsischen Kunst

Mehr als 60 Werke von 20 verschiedenen Künstlern sind in einer neuen Ausstellung im Annaberger Kunstkeller zu sehen. Das Besondere? Es handelt sich ausschließlich um Leihgaben privater Sammler. Ohne dieses Projekt wären viele von ihnen nie für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen. Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Annaberg-Buchholz.

Was haben die Darstellungen eines nackten Frauenbusens, schwarz-weißer Architektur und bunter Enten gemeinsam? Auf den ersten Blick erst einmal nichts. Auf den zweiten handelt es sich um Kunst, sächsische Kunst, die die Wände des Annaberger Kunstkellers in der Wilischstraße 11 schmückt. Mehr als 60 Werke von 20 sächsischen Künstlern verschiedener Stilrichtungen, Jahrzehnte und Techniken prägen eine neue Ausstellung dort, die nicht nur wegen dieser Vielzahl an Künstlern außergewöhnlich ist.

"Diese Ausstellung bietet Besuchern die Möglichkeit, verborgene Schätze der sächsischen Kunst zu sehen, da alle Werke aus privaten Sammlungen stammen und uns zur Verfügung gestellt wurden", sagte Jörg Seifert, der Vorsitzende des Vereins Kunstkeller Annaberg zur Eröffnung. Die Schau sei also geprägt vom Geschmack der Sammler, "das ist mal was anderes". Die Werke stammen etwa aus Sammlungen des Auerbachers Willi Illig und des Annaberg-Buchholzers Uli Heim. Ebenso kommen weitere Leihgeber aus der Region, aber auch von weiter her - wie aus der Hansestadt Lübeck.

Doch wie entsteht solch ein Projekt? "Alle Sammler sind Gäste von uns, mit denen man natürlich viele Gespräche über Kunst führt. In solchen Gesprächen ist dann auch die Idee für dieses Projekt entstanden", erläuterte Jörg Seifert. Neben Hochkarätern der sächsischen Kunstszene werde auch unbekannteren Künstlern eine Leinwand geboten, um ihre Werke mit der Öffentlichkeit zu teilen. "Die Mischung macht das Ganze zu etwas Besonderem", findet der Annaberger.

Und das scheint Anklang zu finden. Mehr als 50 Besucher kamen bereits zur Ausstellungseröffnung am vergangenen Wochenende - darunter Künstler, Sammler, Vereinsmitglieder und Interessenten. Zu den Gästen zählte auch der bekannte Chemnitzer Künstler Osmar Osten, dessen Pinseln unter anderem die bunten Enten entsprungen sind. Sein Anliegen bestehe darin, seine Kunst, die sich insbesondere durch Gesellschaftskritik auszeichnet, allen Generationen zugänglich zu machen. Seiner Meinung nach gehöre die Ausstellung in jedes Museum des Freistaates, da es sich um "einen schönen Querschnitt sächsischer Kunst handelt, der den Menschen die Möglichkeit gibt, diese kennenzulernen." Falk Drechsel hatte es ebenfalls zur Eröffnung in den Kunstkeller verschlagen. Der 36-Jährige kam aus einem bestimmten Grund. "Ich interessiere mich allgemein für Kunst, aber heute wollte ich vor allem die Werke aus der Sammlung Illig sehen." Auf die Frage, wieso ausgerechnet diese Werke ihn begeistern, antwortete er: "Der Sammler stammte aus einfachen Verhältnissen und hatte anfangs wenig Verständnis für Kunst, was aber über die Jahre anwuchs. Das fasziniert mich."

Neben den Werken begeisterte auch die Eröffnungsrede von Jörg Seifert die Besucher. In der bedankte er sich nicht nur bei allen Beteiligten, sondern gab auch einen kleinen Ausblick auf kommende Projekte des Vereins. So sei für das kommende Jahr die Veröffentlichung eines Buches geplant, welches den Briefwechsel von Hans Heß und Günther Hofmann dokumentiert. Und auch eine Fortsetzung der aktuellen Ausstellung sei nicht auszuschließen. "Gespräche mit potenziellen Leihgebern laufen schon", so Seifert.

Die Ausstellung "20 sächsische Künstler aus fünf privaten Sammlungen" im Kunstkeller Annaberg kann bis 30. Dezember besucht werden. Möglich ist das nach Vereinbarung unter Telefon 03733 42001.

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