Ein Schultag auf der Piste

Mehr als 300 Kinder sind zu den Winterspielen an den Fichtelberg gepilgert. Mehr waren am Dienstag nicht zu verkraften, obwohl es hätten doppelt so viele sein können.

Oberwiesenthal.

Das Wetter hat zwar nicht zum Aprés-Ski bei Sonnenuntergang mit Pulverschnee und Glühwein eingeladen, doch die 304 Kinder aus 12 Schulen dies- und jenseits der Grenze hatten bei den Winterspielen auf dem Fichtelberg auch so ihren Spaß. Maximilian Scheuner vom Carl-von-Bach-Gymnasium zeigte sich schon beim Einkleiden aufgeregt. "Wir sind zwar keine Neulinge, aber es ist schön, dass wir die Sachen hier ausleihen können. Den Helm habe ich selbst mitgebracht", so der Stollberger. "Mal sehen, wie der Tag heute verläuft. Ich finde es klasse, dass wir während der Schule Ski fahren können und dabei einiges von den Skilehrern gezeigt bekommen."

Genau wie sich das der Elfjährige so vorgestellt hatte, lief der Dienstag ab - mit Aufwand und dem Einsatz vieler. Die Beschäftigten von Sport Gahler hatten rund anderthalb Stunden zu tun, bevor allen Kinder die Ausrüstung passte. Draußen lauerten derweil die 32 Ski- und Snowboardlehrer der Native Skischule am Fichtelberg, um die Gruppen in Empfang zu nehmen. Denn darum ging es - ums Lernen, nicht um den Wettbewerb an sich. Die Tipps, wie sich auf Ski und Boards bewegt wird, dürften viele gefallen haben. "Je nach vorhandenem Können sind die Mädchen und Jungen eingeteilt worden - von Anfängern bis zu Fortgeschrittenen reichte die Spanne", sagte Mike Lindner vom Kreissportbund. Dass trotz anfänglichen Regens, der sich ab Mittag in dicke Flocken wandelte, niemand zu Schaden kam, der Transport, die Verpflegung und die Ausbildung klappten, begeisterte nicht nur ihn. "Ich bin fasziniert", so Lindner. Dank eines Förderprojekts entstanden den Teilnehmern keine Kosten. "Wir kommen für die Anfahrt, die Verpflegung und die Ausleihe auf", betonte Lindner. Bei Schülern, die aus Stollberg, Niederwürschnitz, Gornau, Wolkenstein, Marienberg, Eibenstock, Most und Komotau kamen, kein einfaches Unterfangen. "Es hätten doppelt so viele sein können, denn Anmeldungen hatten wir noch viele. Dafür wäre dann aber die Kapazität an Material und Helfern nicht ausreichend gewesen", erklärt der Koordinator aus dem Kreissportbund. "Deshalb mussten wir bedauerlicherweise vielen Schulen absagen, das Angebot war nach zwei Tagen ausgebucht." Kein Wunder, geht doch bei "all inclusive" ein Melden schneller, als wenn Kosten auf die Einrichtungen zukommen. "Für diesen Dienstag und den Skilanglauf am kommenden wenden wir ungefähr 30.000 Euro auf. Das Geld kommt von der Euroregion, dem Erzgebirgskreis und von uns", so Lindner. Für die Ski-Orientierung am 4. März in Johanngeorgenstadt und das Eishockey am 9. Februar in Seiffen gibt es separate Budgets von etwa 20.000 und 15.000 Euro.

Wer was und wie bezahlt, dürfte die Kinder wenig interessieren. Sie sind glücklich, wenn sie Spaß haben und den Tag genießen können - Skipass inklusive - bis die Lifte den Betrieb einstellen. Für Artur Wendler aus Stollberg war es jedenfalls so ein Tag: "Ich mache das wirklich das erste Mal und finde es cool. Die Lehrer bringen uns Skifahren bei", so der Elfjährige. Lehrer Tobias Gramsch aus Eibenstock funkte ebenso nur Positives: "Daumen hoch, schöne Veranstaltung, sehr gut organisiert. Ich hoffe auf eine Wiederholung."


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