Entwurf für neues Depot steht fest

Die Freiwillige Feuerwehr Geyer soll ein modernes Domizil an einem anderen Standort bekommen. Schon jetzt ist klar: Das kostet die Stadt deutlich mehr Geld als anfänglich geplant. Dabei ärgert ein Punkt bei dem 2,6-Millionen-Euro-Projekt die Verantwortlichen besonders.

Geyer.

Fast 100 Jahre ist das jetzige Feuerwehrdepot von Geyer alt. Doch dieses Kapitel in der Geschichte des Gebäudes, das von 1920 bis 1922 errichtet worden ist, soll bald enden. Weil es nicht mehr heutigen Anforderungen entspricht, hat sich die Stadt für einen Neubau entschieden. Nun wurde vom Rat ein wichtiger Schritt für das Projekt bestätigt: Er beschloss einstimmig die Entwurfsplanung für das künftige Depot, das anstelle des abgerissenen HWSK-Baumarkts an einem neuen Standort an der Bahnhofstraße errichtet wird. In unmittelbarer Nachbarschaft soll in Regie des Rettungszweckverbandes Chemnitz-Erzgebirge eine neue Rettungswache entstehen. Anfängliche Planungen, beide Gebäude miteinander zu verbinden, sind mittlerweile allerdings vom Tisch.

Das neue zweigeschossige Feuerwehrdepot wird zum einen fünf Stellplätze für Fahrzeuge bieten. Zum anderen gibt es unter anderem einen Büro- und Sozialtrakt, eine Werkstatt und einen Lagerbereich. Ebenso ist ein 127 Quadratmeter großer Schulungsraum im Obergeschoss vorgesehen, wie Planer vom beauftragten Unternehmen Steinbacher-Consult im Rat erklärten. Dieser sei maximal von 70 bis 80 Leuten nutzbar, könne für kleinere Veranstaltungen aber auch geteilt werden. Das Gebäude wird zudem eine kleine Küche und eine Kleiderkammer für die Kameraden beinhalten. Und es gibt eine Besonderheit: Die Feuerwehrfahrzeuge können das Objekt in beide Richtungen verlassen. Dafür wird es auf beiden Seiten der Halle Tore geben, die zudem viel Licht ins Innere lassen sollen.

Für die Stadt Geyer steht aber jetzt schon fest, dass sie das Ganze viel mehr kosten wird als ursprünglich vorgesehen. War eine erste Schätzung auf Basis einer Studie von knapp 2,21 Millionen Euro Ausgaben ausgegangen, liegt diese Summe nun bei 2,64 Millionen Euro. Zwar trägt der Stadtrat das mit, hat die zusätzlichen Ausgaben von rund 433.500 Euro bestätigt. Diese sollen für 2021 in den Haushalt eingeplant werden. Dennoch bereitet diese Entwicklung den Verantwortlichen große Sorgen. Denn die Stadt kann nach jetzigem Stand nur mit 860.000 Euro Zuschüssen rechnen - dafür gibt es laut Bürgermeister Harald Wendler (Die Linke) einen feststehenden Betrag und nicht wie bei anderen Projekten üblich eine prozentuale Förderung. Im konkreten Fall bedeutet das einen Fördersatz von etwa 30 Prozent. Wendler bezeichnet diese Höhe angesichts derzeitiger Baukosten als nicht zeitgemäß. "Die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe, der sich jede Stadt und Gemeinde stellen muss", sagte er. Das müsse auch entsprechend unterstützt werden. Zudem könne es sein, dass Geyer einfach großes Pech habe. "Nächstes Jahr soll es eine höhere Festförderung geben, das wären für uns etwa 170.000 Euro mehr", so der Bürgermeister. "Es kann nicht sein, dass wir durch einen Stichtag bestraft werden", fügte er hinzu. Er hofft, dass sich in diesem Punkt noch etwas machen lässt. Ergänzend sagte er: "Wir haben keine goldenen Türklinken oder irgendwelche Extras geplant, sondern ein Gebäude, das heutigen Anforderungen entspricht."

Dass das jetzige das nicht mehr tut, habe etwa die zuständige Unfallkasse in einem sechsseitigen Mängelprotokoll aufgeführt. Ein Problem: Die Kameraden ziehen sich zwischen den Fahrzeugen um, einen separaten Raum dafür gibt es nicht. Es sei aber sehr eng im Depot, eine Absauganlage gibt es ebenso nicht. "Jeder Einsatz birgt schon beim Ausrücken Gefahren. Ich bin immer froh, wenn nichts passiert", so Wendler. Hinzu kommt, dass Dinge wie Duschmöglichkeiten für die 48aktiven Kameraden in der Freiwilligen Feuerwehr Geyer komplett fehlen würden. Zwölf weitere Mitglieder gehören der Altersabteilung an sowie gut 20 der Jugendfeuerwehr. Sie alle sollen vom Neubau profitieren. Um diesen zu ermöglichen, wurde auch ein radiologisches Gutachten mit Zustimmung des Rats in Auftrag gegeben.

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