Erste selbstgezüchtete Feige vernascht

Siegfried Friedel probiert in seinem Garten gern Neues aus. Das darf auch exotischer Natur sein. Insofern kann er dem Klimawandel durchaus Positives abgewinnen.

Königswalde.

Ein bisschen hat er bereits mit seinem kleinen Feigenbäumchen gehadert. "Immer wieder trug es nur Blätter. Ich hatte mich schon mit dem Gedanken getragen, es zu entsorgen", sagt Siegfried Friedel, auch wenn das seine Frau Bärbl nicht gern hört. Inzwischen sind diese Überlegungen allerdings vom Tisch. Denn nach fünf Jahren konnte der 73-Jährige jetzt die erste reife Frucht abnehmen.

Fünf Jahre, so lange hat er das Bäumchen mittlerweile, war daran nicht eine Frucht zu sehen, auch nicht die Kleinste. "Dann plötzlich entdeckte ich im Mai dieses Jahres so kleine Knubbel an verschiedenen Stellen. Zuerst war mir nicht so richtig klar, was das sein sollte, bis es Klick machte - die ersten Früchte", sagt der Königswalder. Inzwischen sind mehr als 30 an dem Bäumchen - mit dem er sich an der diesjährigen Gartenmeisterschaft von "Freie Presse" Annaberg und dem RHG-Markt in der Kreisstadt beteiligt - zu sehen. Richtig reif ist bis jetzt aber erst eine geworden. "Und die hat sehr gut geschmeckt", sagt Siegfried Friedel, der Feigen bislang nur gekauft hat, um daraus Konfitüre zu machen. "Konfitüre ist meine Welt", betont er. Auch dabei scheut er sich nicht vor ungewöhnlichen Sorten. So hat er sich erstmals an Tomatenkonfitüre gewagt. "Ich habe mich dabei an ein Rezept gehalten, das ich im Internet gefunden habe. Das Ergebnis hat nicht schlecht geschmeckt", so der Königswalder. Allerdings ist er mit der Konsistenz noch nicht zufrieden gewesen. Beim nächsten Versuch will er weniger Wasser zusetzen und wer weiß, vielleicht passt dann alles.


An Tomaten scheitert es bei dem Königswalder jedenfalls nicht. Rund 30 Pflanzen hat er im Frühbeet. Und die sind alle gut bestückt. Kiloweise holt er die roten Fleisch- oder auch die gelben Partytomaten täglich vom Strauch. "Daraus machen wir Tomatensaft, aber auch Tomatenmark." Vor den Tomaten gibt es im Frühjahr Salat und Radieschen aus dem Frühbeet. Aber auch Wein gedeiht darin üppig. Noch ein paar sonnige Tage, sagt er, dann werden die prallen Trauben geerntet.

Und sogar Chilischoten finden sich im Garten der Friedels. "Die werden getrocknet und gemahlen", sagt der Mann mit dem grünen Daumen, der unter anderem auch schon Physalis und Auberginen angebaut hat. "Ich probiere gern mal was Neues aus", betont er.

Die Rollen im Garten der Friedels sind klar verteilt. Siegfried Friedel ist für alles Essbare zuständig, seine Frau für die Blumen. Und wenn beide im Urlaub sind? Dann sorgen die Nachbarn dafür, dass es Obst, Gemüse und Blumen gut geht.

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