Fischsterben ist noch immer nicht aufgeklärt

Der Grünen-Abgeordneter Volkmar Zschocke schaltet jetzt die Landesregierung ein. Es wird vermutlich mindestens zehn Jahre dauern, bis sich der Schwarzbach wieder in einem Zustand wie vor dem Gifteintrag befindet.

Elterlein.

Mehr als ein Vierteljahr ist vergangen, seit dem im Schwarzbach auf rund vier Kilometer Länge sämtliche Fische verendet sind. Ausgelöst wurde dieser Kahlschlag, von dem auch mehrere streng geschützte Arten betroffen waren, von einer bislang unbekannten Substanz. Diese erreichte vermutlich zwischen dem 1. und 2. August die Kläranlage Elterlein und sorgte zunächst bereits dort für einen erheblichen Schaden. Obwohl damals umgehend Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden sind, ist der Fall bis heute noch nicht aufgeklärt. Wie Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart erst am Mittwoch auf Anfrage von "Freie Presse" erklärte, können noch immer keine Details genannt werden, um die noch laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden.

Diese Aussage ist nicht nur für die Angler unbefriedigend, auch dem Landtagsabgeordneten Volkmar Zschocke (Bündnis 90/Die Grünen) dauert das alles zu lange. Er hat deshalb jetzt mittels einer sogenannten Kleinen Anfrage die Landesregierung eingeschaltet. Sie soll ihm eine Auskunft zum Stand der Ermittlungen liefern. Zschocke möchte konkret wissen, welche Erkenntnisse die Umweltbehörden des Freistaates Sachsen über Umfang und Auswirkungen des Zwischenfalls gewonnen haben und ob mittlerweile ein Schadensverursacher ermittelt werden konnte. Der Grüne verlangt zudem Auskunft darüber, wie die Schadensregulierung der ökologischen als auch wirtschaftlichen Schäden erfolgt, welche toxischen Stoffe in den Fischkadavern festgestellt wurden und ob sich unter dem geschädigten Tierbestand streng geschützte Arten befanden.

Letzteres hatte Frank Schreier, Vorsitzender des Anglervereins Elterlein, bereits Ende August bestätigt. Er sagte damals, dass sich unter den mehr als 50 Kilogramm toter Fische auch Neunaugen befunden haben. Diese stünden auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Der Vorfall Anfang August war nach Aussage des Chefs des Angelvereins schon der dritte seit der Wende. Bis der Schwarzbach sich wieder in einem Zustand wie vor dem Gifteintrag befindet, dauere es mindestens zehn Jahre.

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