Gebühren für städtischen Friedhof steigen großteils

Ab 2020 werden Reihengrab, Wiesenurne und andere Bestattungsvarianten in Annaberg-Buchholz teurer. Gewinn machen darf die Stadt damit aber nicht.

Annaberg-Buchholz.

Mit Beginn des Jahres 2020 greift in der Kreisstadt eine neue Kalkulation der Friedhofsgebühren. Das betrifft vor allem den Neuen Friedhof, doch auch die Trauerhallen in den Ortsteilen Frohnau und Cunersdorf sind in städtischer Hand. Zum Großteil müssen Nutzer mit höheren Ausgaben rechnen. Ziel ist, dass die Stadt in diesem Bereich kostendeckend arbeiten kann. Einen Gewinn darf sie nicht erwirtschaften, erklärte der städtische Betriebshofleiter Holger Lötsch im Stadtrat. Die Steigerungen seien moderat.

Das Gremium hat die neue Kalkulation, die bis Ende 2023 gilt, einstimmig befürwortet. Was heißt das im Einzelfall? Beispiel 1: Die Ausgaben für ein Reihengrab (Erdbestattung) steigen von rund 2787 Euro auf gut 3182 Euro. Darin sind Punkte wie die Kühlung, die Nutzung der Feierhalle, die Bestattungsgebühr und andere Details enthalten. Wer sich für die Bestattung in einer Wiesenurne entscheidet, muss künftig mit Kosten von gut 758 Euro statt bislang rund 634 Euro rechnen. Drittes Beispiel: Die Bestattung auf einer pflegefreien Gemeinschaftsfläche für zwölf Urnen, die immer mehr nachgefragt werde, kostet künftig gut 1607 Euro statt bislang rund 1507 Euro. Die Ausgaben für eine Urne in einem Gemeinschaftsgrab - eine anonyme Bestattung - werden von rund 754 auf knapp 907 Euro steigen.

Doch warum die Erhöhung? Das hängt mit gestiegenen Ausgaben der Stadt für die Bewirtschaftung des Friedhofs zusammen. In die komplexe Kalkulation fließen Punkte wie höhere Lohnkosten und gestiegene Ausgaben etwa für die Entsorgung von Grünschnitt und Grabschmuck ein. Neu ist ab 2020 zudem, dass für die Nutzung des Vorraums am Neuen Friedhof eine Gebühr verlangt wird. Denn manche würden die Trauerfeier dorthin verlagern und nicht in eine der beiden Feierhallen gehen. Daher muss auch das künftig bezahlt werden, knapp 38 Euro werden dafür verlangt. Die Nutzung der kleinen Feierhalle wird indes günstiger, kostet ab Januar gut 57 statt bislang 74 Euro. Ein weiteres Detail: Die Ausgaben für die Nutzung der großen Feierhalle sinken mit gut 150 Euro ebenfalls geringfügig. Das hänge mit den Fallzahlen zusammen, die auch in die Kalkulation einfließen.

285 Menschen sind 2018 auf dem Neuen Friedhof in Annaberg-Buchholz bestattet worden. Davon kamen 202 aus der Kreisstadt und ihren Ortsteilen sowie 83 aus anderen Orten, die vor allem im Umkreis lagen. Dazu zählten etwa Sehmatal, Thermalbad Wiesenbad, Ehrenfriedersdorf, Bärenstein und Oberwiesenthal. Generell steigt die Anzahl der Bestattungen auf dem Neuen Friedhof in der Kreisstadt seit einigen Jahren. Zum Vergleich: 2010 lag sie bei 254.

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