Geomin sieht Reserven für halbes Jahrhundert

Gleich unterhalb des Fichtelbergmassives liegen bei Hammerunterwiesenthal riesige Marmorvorkommen in der Erde. Ein Unternehmen investiert deshalb in Millionenhöhe.

Hammerunterwiesenthal.

Das Gelände im ehemaligen "Richterbruch" trägt Staubspuren in allen Farbnuancen. Berge von Splitt, Schotter und feinem Staub türmen sich aneinander. Die Farbe Weiß dominiert. "Wir bekennen uns zu Weiß und damit zu einem der konkurrenzfähigsten Marmorgesteine überhaupt", sagen Geschäftsführer Achim Stöck und Joachim Mojzis, der kaufmännische Leiter von Geomin - Erzgebirgische Kalkwerke GmbH mit derzeitigem Sitz in Lengefeld. "Alle Ergebnisse unserer Erkundungen sind eingetroffen", sagt Geschäftsführer Stöck.

Am sogenannten "Schlösselweglager", in direkter Nachbarschaft der Eisenbergstraße, ist das Riesenloch im Gebirge inzwischen auf sechs Hektar aufgefahren worden. Auf der dritten Sohle wird in etwa 30 Meter Tiefe satter, weißer Marmor gefördert. Um die 2000 Tonnen Roh- und Abraummaterial transportieren die Lastwagen täglich aus der Grube. Einiges davon geht vorgebrochen in die optische Sortieranlage. Die sortiert das Material mit Hilfe von Druckluft nach Qualität. 1,5 Millionen Euro hat Geomin Ende vergangenen Jahres in die neue, moderne Anlage investiert. "Damit sind wir global wettbewerbsfähig" sagt Mojzis und ist hochzufrieden. Der zerkleinerte Marmor wird als Baustoff, in Farben und chemischen Stoffen und als Düngemittel verwendet.

Noch ist die endgültige Größe im Tagebau nicht erreicht. Auf insgesamt 10,5 Hektar ist der Vortrieb in Richtung Kretscham-Rothensehma geplant. Voraussetzung sind Waldrodungen bis zu 11 Hektar, ein Defizit, dessen Auswirkungen auf die Umgebung, die Tiere und Wohngebiete noch nicht einzuschätzen sind. Joachim Mojzis sagt, dass die Nachforstungsauflagen für das Unternehmen empfindlich hoch seien. Auf 9 Hektar sollen im eigenen Gelände Bäume nachgepflanzt werden. "Zusätzlich weist der Sachsenforst perspektivisch Flächen an den Waldrandgebieten bei Neudorf und im Sehmatal aus", informiert der Verantwortliche.

Stöck erklärt zudem, dass es in einigen Jahren eine Verbindung zwischen der untertägigen Förderung mit dem Tagebau geben wird. "Wir haben für 50 Jahre Planungssicherheit", sagt der Geschäftsführer. Das bedeute, dass in Zukunft auch der Firmensitz und die gesamte Aufbereitung der Gesteinsmassen in Hammerunterwiesenthal angesiedelt werden. Derzeit transportieren die 40-Tonner-Lkw das Gestein noch nach Lengefeld zur Aufbereitung. 45 Mitarbeiter sind in dem erzgebirgischen Unternehmen beschäftigt, 25 davon in Hammerunterwiesenthal. Geomin bezeichnet sich als Familienunternehmen. "Unsere Mitarbeiter sind uns wichtig", sagt Mojzis.

Mit einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro und verschiedenen Abbaustätten ist Geomin deutschlandweit in der Lage, so ziemlich alle Kundenwünsche zu erfüllen. Die Abbaustelle "Stümpel" gehört dazu. Dort ist es ruhig geworden. "Was damit wird? Da lassen wir uns alle Optionen offen", sagt Joachim Mojzis.

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