Grundschule: Was wird mit Ausbau von Dachgeschoss?

Stadtrat vergibt Aufträge, die mehr kosten, als im Haushalt vorgesehen ist

Elterlein.

Schon lange wird in Elterlein über den Ausbau des Dachgeschosses der Grundschule debattiert. Dabei geht es um die Schaffung von mindestens einem neuen Klassenzimmer. Dessen Bau sollte eigentlich schon 2018 beginnen, hatte Bürgermeister Jörg Hartmann (parteilos) vor knapp einem Jahr zugesagt. Erst jetzt aber hat der Stadtrat nach erfolgter Ausschreibung die dafür nötigen Bauvergaben beschlossen - jeweils einstimmig. Dabei geht es um die drei Lose für Elektrotechnik, Generalleistungen sowie Sanitär.

So weit, so gut. Die Sache hat jedoch einen Haken. "Wir müssen für das Gesamtvorhaben mit einer Kostenerhöhung von 20.000 bis 25.000 Euro rechnen", betonte Hartmann. Damit liege das Projekt deutlich über der Summe, die dafür im Doppelhaushalt 2019/20 eingestellt ist. Diese beläuft sich auf 95.000 Euro, sagte Nicole Ullmann, Sachgebietsleiterin Finanzverwaltung der Stadt Zwönitz, mit der Elterlein in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammenarbeitet, auf "Freie Presse"-Anfrage. Dass das Vorhaben teurer als geplant wird, liege zum einen daran, dass es für das Los Elektrotechnik nur ein Angebot gegeben habe. Zum anderen sei eine separate Elektrotechnikplanung eingefordert worden, die man nicht auf dem Schirm hatte, so der Bürgermeister.


CDU-Stadtrat Matthias Hinkel zeigte sich geschockt von der Gesamtsumme. "Wir schaffen einen neuen Raum und zahlen dafür fast 130.000 Euro ohne Planungskosten", stellte er etwas ungläubig fest. Rat Jörg Seidel (ebenfalls CDU) kritisierte, dass die Bauüberwachung mit in der Hand des Planungsbüros liege. Eigentlich habe man sich im Rat verständigt, mit der Überwachung immer ein anderes Büro zu beauftragen, erinnerte Seidel. "Wir haben dafür aber niemanden gefunden", entgegnete Hartmann.

Fakt ist: Der Ausbau des Dachgeschosses in der Grundschule Elterlein kostet mehr Geld, als dafür im Haushalt eingestellt ist. Trotzdem hat der Rat den Vergaben zugestimmt. Für Andy Kehrer, 1. Beigeordneter der Stadt Zwönitz, war das Anlass, den Zeigefinger mahnend zu erheben. "Ich weise darauf hin, dass die drei gefassten Beschlüsse möglicherweise nicht rechtskonform sind, weil kein Vorschlag zur Deckung der höheren Kosten unterbreitet wurde", erklärte er. Wie dazu am Donnerstag Nicole Ullmann auf Anfrage sagte, will die Stadt Zwönitz nun bis zur nächsten Ratssitzung einen Deckungsvorschlag erarbeiten.

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