Hermannsdorfer freuen sich nach Hin und Her über neue Buden

Die Holzhäuschen für den Weihnachtsmarkt im Ort werden am Wochenende eingeweiht. Damit endet für einen Verein auch ein ärgerliches Kapitel, das mit einer Zusage begann.

Hermannsdorf.

Mit einem rustikalen Novum wartet der Hermannsdorfer Weihnachtsmarkt am Wochenende auf: Zwei neue Buden - oder besser gesagt stabile Holzhäuschen - sind in Regie des örtlichen Vereins der Pyramiden- und Heimatfreunde dafür entstanden. Doch wenn sie am Samstag in dem Elterleiner Ortsteil eingeweiht werden, endet für die Gemeinschaft auch ein Kapitel, das laut deren Vorsitzendem Siegbert Ullrich mit Ärger verbunden war. Denn eigentlich hatte Bürgermeister Jörg Hartmann zugesagt, dass die Stadt den Bau der Buden auf ihre Kosten veranlassen wird. Aber der Vereinsvorstand sah sich später gezwungen, von diesem Angebot zurückzutreten.

Was war passiert? 2017 hatte sich die Gemeinschaft fest vorgenommen, dass die alten Buden zum letzten Mal aufgebaut werden. Sie seien schon vor vielen Jahren mithilfe von ABM im Auftrag der damals noch selbstständigen Gemeinde Hermannsdorf gebaut worden und hatten ausgedient. Bei der Jahreshauptversammlung im März 2018 wurde daher der Neubau thematisiert, es kamen mehrere Ideen auf den Tisch. Eine unterbreitete Jörg Hartmann selbst, der Mitglied im Verein ist und auch lange in dessen Vorstand war. Im Protokoll der Sitzung heißt es, dass der Bürgermeister vorschlug, zwei Buden auf Stadtkosten bauen zu lassen. Dafür sollte Holz verwendet werden, dass dem Verein schon vor Jahren für einen anderen Zweck zur Verfügung gestellt worden war. Nach dem Bau würde dieser die Buden für den Ort in Obhut nehmen, sodass sie bei Bedarf ebenso für andere Zwecke genutzt werden könnten. Später sei vom Stadtchef zugesagt worden, dass diese Variante wirklich funktioniert.

Doch dann passierte etwas, womit der Vereinsvorstand nicht gerechnet hatte. Da eine Elterleiner Gemeinschaft auch Buden brauchte, habe der Bürgermeister im Alleingang entschieden, die zwei alten aus dem Ortsteil herauszugeben - ohne Rücksprache mit dem Pyramiden- und Heimatverein. Aber so ganz ohne Sicherheit, ob die neuen wirklich in Auftrag gegeben worden und bis zum Advent fertig sind, wollten das Siegbert Ullrich und andere Mitglieder nicht tun. "Bürgermeister Hartmann aber lehnte eine schriftliche Bestätigung ab", so Ullrich. Zunächst habe er das damit begründet, dass der Auftrag für den Bau mündlich erteilt worden sei. Als Ullrich ihn bat, ihm das schriftlich zu geben, wurde auch das verneint. "Es hieß, das geht nicht. Der Haushalt der Stadt sei noch nicht genehmigt", so der Vereinschef, der vorm jetzigen Stadtchef selbst Bürgermeister von Elterlein war. Damit sei für ihn klar gewesen, dass das Ganze schwierig wird. Ende Mai beschloss der Vereinsvorstand daher einstimmig, vom Angebot der Stadt zurückzutreten - angesichts des "unabgestimmten Vorgehens und der definitiven Entscheidung, die Hermannsdorfer Buden dem AWO Club zur Verfügung zu stellen", wird es in einem Schreiben an die Stadt begründet. Es habe ein ärgerliches Hin und Her gegeben, heißt es aus dem Vorstand.

Bürgermeister Jörg Hartmann kann die Aufregung nicht verstehen, auch wenn es vielleicht etwas unglücklich gelaufen sei. "Das ist nur Stimmungsmache gegen mich", sagt er. Der Bau der neuen Buden sei Bestandteil des Haushalts gewesen. Und seine mündliche Zusage reiche aus. "Ich wollte das im Sommer machen lassen. Die Buden wären fertig gewesen", fügt er hinzu. Aufgrund der relativ niedrigen Summe, um die es dabei geht, müsse darüber nicht der Stadtrat befinden. Tatsächlich sieht Elterleins Hauptsatzung vor, dass der Bürgermeister die Bewirtschaftung von Mitteln nach dem Haushaltsplan bis zu einem Betrag von 20.000 Euro vornehmen darf - allerdings nur "im Einzelfall", wie es dort heißt. Das bedeutet aus Sicht seines Vorgängers, dass regulär der Technische Ausschuss oder der Stadtrat über Vergaben entscheidet. Im Fall der Hermannsdorfer Buden war das aber ohnehin nicht mehr bedeutsam. Finanziert vom Verein, sind die Grundgestelle von einem Zimmerer angefertigt und auch die Dächer von einem Fachmann eingedeckt worden. Den Innenausbau, das Streichen und anderen Arbeiten übernahmen die Mitglieder selbst.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Platz vorm Hermannsdorfer Feuerwehrdepot öffnet am Samstag, 16 Uhr. Gleich zu Beginn werden die neuen Buden eingeweiht. 19 Uhr beginnt ein Hutzenohmd im Depot. Am Sonntag hat der Markt von 16 bis 20 Uhr geöffnet, 18 Uhr kommt der Rupprich.

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