Im Einsatz für Buchholz - Liebe zu einem Stadtteil verbindet

Zwei heutige Bürgerinitiativen sehen ihre Wurzeln in einem Verschönerungsverein, der vor 140 Jahren gegründet worden ist. Pro Buchholz und die Pfad-Finder setzen sich für das gleiche Ziel ein. Das wird zwar durch die Corona-Krise erschwert - etwa durch Absagen. Aber da ist auch Hoffnung.

Annaberg-Buchholz.

Arbeitseinsätze, Veranstaltungen, das Engagement gegen den Verfall von Immobilien: Es gibt viele Gebiete, auf denen zwei Bürgerinitiativen gemeinsam mit Vereinen des Stadtteils Buchholz aktiv sind. "Uns geht es vor allem darum, die Leute aus ihren Häusern zu holen", sagt Jens Iser von der Bürgerinitiative Pro Buchholz. Wie diese - nur auf etwas andere Weise - wollen auch die Pfad-Finder Buchholz Gutes in dem Stadtteil bewirken. Etwa durch das Anlegen und Pflegen eines historischen Pfads. Die beiden Gemeinschaften sehen sich dabei in alter Tradition. Schon vor 140 Jahren sei der damalige Verschönerungsverein Annaberg, Buchholz und Umgebung - mit Sitz in Buchholz - gegründet worden. "Nach unserer bisherigen Kenntnis am 25. Juni", sagt Jens Iser. Doch man sei noch dabei, dessen Geschichte zu recherchieren.

Der Verschönerungsverein habe bis 1898 existiert, der Einsatz im Stadtteil aber ging weiter. Wie damals, so würden sich auch heute Frauen und Männer ehrenamtlich für Buchholz engagieren. Seit 2008 tut das die Bürgerinitiative Pro Buchholz, 2013 kamen die Pfad-Finder hinzu. Beide haben ihre eigenen Gebiete, ziehen aber ebenso gemeinsam an einem Strang. "Wir von Pro Buchholz organisieren vor allem Veranstaltungen wie den Garagenflohmarkt, die offenen Gärten oder Vorträge", sagt Jens Iser. Außerdem gebe es eine gut besuchte Handarbeitsgruppe. Die Pfad-Finder hingegen machen sich mehr mit Arbeitseinsätzen für den Stadtteil stark, richten etwa die Ruine der einstigen Gottesackerkapelle als Bestandteil des Historischen Pfads wieder her, wie Jens Lötzsch erklärt. Diesen Pfad haben sie ebenfalls ins Leben gerufen, dafür zum Beispiel das Buchholzer Türmel - einen beliebten Aussichtspunkt - auf Vordermann gebracht. Hingegen pflegt Pro Buchholz das Terrain der Halde 116 "Schacht Drei Könige", die ein beliebtes Ausflugsziel ist. Normalerweise wird diese auch gern für Veranstaltungen wie die "Nacht der 1000 Sterne" zum Schauen des Kät-Feuerwerks genutzt. Doch diese musste wie das Volksfest selbst corona-bedingt ausfallen.

Während deshalb auch der mit weiteren Vereinen und der Kirchgemeinde veranstaltete Buchholzer Jahrmarkt für 2020 abgesagt worden ist, besteht in einem anderen Punkt noch Hoffnung. "Wir wünschen uns sehr, dass unser Weihnachtsmarkt stattfinden kann", sagt Jens Iser. Die beiden Initiativen - gemeinsam haben sie knapp 50 Mitstreiter - organisieren diesen zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Buchholz und der Kirchgemeinde. Geplant ist das am 28. November - dem Samstag vor dem 1. Advent. Zum Jahresausklang soll es zudem wieder eine Laternenwanderung geben, die zur Halde 116 führt. Organisiert von Pro Buchholz, kamen im vergangenen Jahr "300 Menschen und ein Hund", so Jens Iser. "Vor allem bei Familien mit Kindern ist die Tour sehr beliebt", fügt er hinzu. Doch auch ehemalige Buchholzer, die mittlerweile in Gera, Freiberg oder Chemnitz leben, hätten die Gelegenheit als Rückkehr in die Heimat genutzt.

Beide Initiativen vereint ein Ziel: Sie wollen zur Lebensqualität der Menschen im Stadtteil etwas beitragen. Und was wünschen sie sich an erster Stelle für diesen? "Dass der Wohnstandort Buchholz weiter belebt wird und auch darüber nachgedacht wird, wie das an der Karlsbader Straße gelingen kann", sagt Jens Iser. Hoffnung wecken Pläne für eine privat finanzierte Hochschule, die ihren Sitz an der Hans-Witten-Straße habe soll. An dieser entsteht durch einen privaten Investor zudem ein Hostel. Zwei Pluspunkte für den Stadtteil.

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